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Kaiser Wilhelm II. als Jäger

Full text: Kaiser Wilhelm II. als Jäger

7\~>j�l?nge Hirscht�ter und mancher von meinen verehrten Lesern werden eine ergiebigere strecke in diesem 2llter zu
verzeichnen haben. Der (Erfolg ist der, da� der junge prin$, fr�hzeitig an Enthaltsamkeit gew�hnt, sich diese auch
fernerhin bewahrt, da� er an den gro�en Hofjagden, bei denen es nur darauf ankommt, zahlreiches, vorbeigetricbenes
wild zu schie�en, weniger Gefallen findet, als am �weidewerken", d. h. an der P�rschjagd, bei der nur eigene Kraft,
Ausdauer und Geschicklichkeit den Erfolg bedingen, und die &en J�ger in die innigen Beziehungen zum wilde und
zum Walde bringt, die seine gr��ten Jagdgen�sse bilden. � bald sehen wir den hohen Herrn in den Tiroler bergen
klettern, um den ersten Gamsbock zu strecken (^.� Oktober (880), bald finden wir ihn (23. April (8:9) in der
G�rlitzer Heide auf der Auerhahn , in prlmfenau (25. April auf der Virkhahnbalz und sp�terhin werden auch
Elch, bar, 2luerochg, Henntier als seltene beute ihm zuteil werden, wenn er ein nn'ihsamer J�ger bleiben wird,
was wir nach dem bisherigen annehmen k�nnen.
Denn die Jagd ist nicht nur ein Vergn�gen. � Sie st�hlt die h�rtet den A�rper ab, gew�hnt uns
daran gro�e Anstrengungen spielend zu �berwinden, erh�lt uns auch in sp�teren Lebensjahren Friste und Elastizit�t
des A�rpers und Geistes. � wie dankbar
bin ich dein Schicksal, da� )�gerblut in
meinen Adern pulsierte von fugend alt �
Uni) begl�ckw�nsche jeden jungen 2Nann,
bei dem dies der Fall ist. E5 wird ihm
in vielem pou Vorteil fein, nicht nur im
Alter,sondern auch inseinen jungen Jahren.
Es wird besser f�r ihn sein, wenn er sich
drau�en im U\iI6c die N�chte um die
(DJjren schl�gt, als beim Beerjet oder am
Spieltisch mit leichtsinnigen Altersgenossen.
Er, der vielleicht sonst ein Wohlleben
f�hren kann, wird es lernen, mit einem
Stflrf Brot, mit einem Schluck aus der
Iagdflasche Hunger und Durst zu stillen
und dabei zufrieden 311 sein. Und wenn
er hoch geboren ist, wird er auf der
3ti^M>in* ivtiniinti'ii
Jagd auch mit dem schlichten aus dem Volke in n�here Ber�hrung kommen, ihn und seine Tcbenzsph�re
erkennen und ihn oft auch als Mensch sehr hoch einsch�tzen lernen. Das sind alles Dinge, die ein junger im
sehr gut verwerten kann. Die Hochachtung, Tiebe und das Verst�ndnis unserer erwerben wir uns
am besten, wenn wir selbst sie ganz verstehen, wie manche wohlgemeinte Wohltat verfehlt ihren weil sie
ohne Verst�ndnis gegeben wurde, weil der Geber gar nicht wu�te, wo eigentlich den Empf�nger der 5chuh dr�ckte.
Wer den bedr�ckten helfen will, der mu� in ihre H�tten gehen und in ihre Herzen sehen.
Seine Vorliebe f�r die f>�rschjagd bet�tigte der Aaiser sofort nach seinem Regierungsantritt, indem er das
Jagdgehege Schorfheide, in welchem bis dahin haupts�chlich gro�e Hofjagden abgehalten worden waren, in ein f?�rscb
revicr umwandelte. Der Zweck des Jagdbetriebes war nun nicht mehr der, in einigen Jagdtagen eine gro�e
Wild zur Strecke zu bringen, sondern der, kapitale Hirsche auf der ��rsche zu erlegen. Solche waren so gut wie
keine mehr vorhanden. Denn es l��t sich denken, da� bei einem nur auf die St�ckzahl gerichteten Abschu� die (Qualit�t
des wildes sich verschlechtern mu�.
Die zur Umwandlung des Schorfheidegeheges in ein f>�rschrevier von Aaiser Wilhelm II, angewendeten
kann man als vorbildlich und musterg�ltig bezeichnen. Unter den Verh�ltnissen unserer heutigen
Forste und Tand Wirtschaft und unserer Jagdgesetzgebung kann man einen Hochwildsland nickt mehr, wie das in
        
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