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Kaiser Wilhelm II. als Jäger

Full text: Kaiser Wilhelm II. als Jäger

62lm 50. September \87� wird im IDilbparf bas- erste St�ck Edellvild erlegt, ein �wei�es" �Rottier", dem
am 2. (Oktober zu meiner gro�en Freude der erste Fuchs sin et Landauer Stadtforst) folgt. � !ver Meister
Reineckes fift �berwunden bat, der kann nun mit gutem Recht ai? z�nftiger J�ger gelten und k�nnte sich wohl bald
auf den K�nig des deutschen NX'Ides versucben. Unsere w�chse wissen mir nun schon 511 f�hren und m�chte� ihm die
Kugel sicherer auf* 231att setzen, als mancher J�ger, der uns an Jahren voraus ist. Aber wir m�ssen uns gedulden.
N�chstes Jahr haben wir unser \A. Lebensjahr vollendet!
� Dann werden wir die Erlaubnis erhalten den
edlen Hirsch 511 jagen. � Und am \ {)> Oktober schm�ckt denn auch der erste Eichenbruch f�r ..'inen erlegten
Zehn --lEnbcr den Hut des jungen J�gers. Im Potsdamer Wildpark ka,n er zur strecke. �
(Ein h�herer Forstbeainter, der durch seine
Stellung �ber einen bedeutenden Rotwildabschu�
verf�gen konnte, hob es mir einmal r�hmend her
vor, das; sein Sohn schon mit \?> Iahrcn den ersten
jagdbaren llirsch erlegt habe. ?r brachte besagten,
damals etwa \6j�ln*igeu, Sofpi auf eine Isafen
treibjagd mit, bei welcher sich selbiger als sch�tze
beteiligte. Es war eine gute Jagd, bei welcher etwa
50�60 iiafen die Durchschnitlsstreeke f�r einen
sch�tzen bildeten, jdi konnte mich nicht enthalten,
dem eitlen Dater �nein 2i�ij)fallen �ber diese jagd
liche 2lusbildl,ng seines Lohnes auszusprechen. Pie
Jagd, unsere edle deutsche Jagd wenigstens, wie sie
schon unsere Doro�ter in strengen Gesetzen der Zunft
aus�bten und in Ehren hielten, ist keine Spielerei
f�r jungen?. Sonft wird sie beim planne meist
zum reinen Sport oder zur Schie�erei, wie wir das
leider auch bei un? als Nachahmung nicht deutscher
Sitten oft fernen. Selbftnevft�ufcltd? ist die fr�hzeitige
Ausbildung der Schie�fertigkeit eine wichtige Grund
l�ge zur Aus�bung der Jagd, denn fie ist zum
gro�en Teile die Vedingung des Erfolges. Aber
sie soll doch immer nur ZlTtttcI zum Zweck der
�weidm�nnischen Jagdaus�bung" sein, welche nach
JU�glidifeit die mit dem T�ten des wildes unver
weidlich verbundene Grausamkeit zu mildern bestrebt
I>rt iiniiet 311 Pferde, H7i[Iie[ntsI)�b� AuZuss 1901
ist, deren Reize aber keineswegs in. Erlegen von Cieren sich ersch�pfen, wie der Nichtja'gcr das wohl oft glaubt,
sondern deren h�chste Freuden in der Ciebc zur Natur, zum deutschen IDalde und zum !1?ilde selbst zu suchen sind. -
Darin liegt die s'oesic der Jagd, dieses c�len. wie ich schon sagte �k�niglichen Handwerks". Ich f�rchte, wenn die
jagdliche Erziehung unseres Aaisers eine solche gewesen w�re wie die jenes jungen der mit Jahren
schon einen jagdbaren Hirsch erlegen und mit Jahren l)asenschlachten mitmachen durfte, er nicht der echt deutsche
Weidmann und der Schutz und Schirmherr der deutscheu Jagd geworden w�re, zu welchem die deutsche J�gerei
heute voll Stolz, ti^l^ u�o Dankbarkeit aufblickt.
Ich sehe, da� er am 4. Januar also mit 2l) Jahren seine erste gr��ere Hasenstrecke � 22 St�ck �
zu verzeichnen hat. Rehb�cke erlegte cr bis dahin sechs, dazu zwei geweihte Hirsche, einen Damschaufler, einen Aeiler,
au�er einigem Aleinwild. Gewi� nicht viel f�r einen erstgeborenen k�niglichen Prinzen. Ich glaube, der vorerw�hnte
        
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