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Kaiser Wilhelm II. als Jäger

Full text: Kaiser Wilhelm II. als Jäger

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Um meinen ?cfcrn ein Unm��iges Bild von den jagdlichen (Erfolgen des Aaisers 511 geben, f�hre ich
nachstehend oie bis Ende Mai 5908 erreichte Gesamtstrecke an. Sie betr�gt: Rothirsche, \ Spieler, 77 Rottiere,
\65fi Damschauflcr, 99 Damtiere und Spie�er, 2<)<^^ grobe Sauen, 3^6 geringe Sauen, �M, Rehb�cke, 7 95^ i)asen,
2353 Aaninchen, Gemsen, J70 F��?se. 3 B�ren, 9 Elche, H Auerochsen, 5 Renntiere, 5 Dachse, l Marder.
\0S Auerh�hne, 2^ Birkh�hne, 30893 Fasanen, 865 Rebh�hner, 95 Grouses, Schnepfen, 2 Bekassinen, 87 Enten,
2 Perlh�hner, 826 Reiher, Wal, \ t)echt, 507 Verschiedenes
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6^69^ St�cf.
Ehe ich meine Erz�hlung abschlie�e, m�chte ich noch eine Stelle aus einem Brief anf�hren, den ich einst
von dein alten wildmcister 5chmii�t in pr�fehin^ erhielt, 3^ will vorausschicken, da� die vorgenannte Vcsir;ung
des F�rsten I)ol?na seit (835 das kieblingsp�'rschrevier des Kaifers auf den oftpreu�ischen Kapitalbocf ist. Fast
allj�hrlich im Monat Mai, wenn der ostpreu�ische Fr�hling eben voll erbl�ht ist, verbringt er in diesen: l�ndlichen
)d>'Il, nur von wenigen Herren begleitet, einige Cage ungest�rten Landlebens. ?r hat dort im Anise von 2^- Jahren
H^N Rehb�cke erlegt, darunter eine gro�e Anzahl mit erstklassigen Geb�rnen. - - Der alte Wildmeister, ein J�ger von
proMroiR, M�i 1908- Der Kotfet bei her Rffebodflffde. v.l.n. x.: .�iinl JU Dolltl���dfiobtttet� ;
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echtem Schrot und Aorn, ostpreu�ischer Biederkeit, Crene und Einfachl)eit. der den Aaiser wohl bei jeder snrsche
in, Revier begleitet hat, schrieb mir einst in einem Bericht �ber den Jagdanfenthalt des Aaisers folgendes,
was ich w�rtlich und orthographisch nach den, Original wiedergebe:
�Aurz ehe die unterging, pachten wir zu Fu� am NXlldrande des Belauss l)eide. wo man eiucn
guw, Ausblick hatte und >nan sah mehrere Rehe ausgetreten. Als ich deiner Majest�t vorschlug langsam weiter zu
p�rschen, un, event. den bekannten Bock dort zu finden, sagten Seine Majest�t �Nein, Ich werde mich hier hinsetzen"
schnell inachte ich auf einer kleinen Erh�hung etwas trocknes Gras und 5aub hin. worauf Seine Majest�t sich nieder-
taten und ich mit der B�chse nebenbei kniete. Es war ein wundersch�ner stiller warmer Maiabend, man h�rte m,r
in der Ferne auf den Vorwerken die Hunde und das Vieh pp � lange sa�en Seiue Majest�t in Gedanken versunkcn,
es wurde immer dunkler, als ich ermahnte das V�chsenlicht geht zu Ende. Aber Seine Majest�t sagten das schadet
nicht, hier m�chte Ich die halbe Nacht sitzen � wo ist wohl sch�ner
�
. Noch eine ganze Weile verblieben so
Seine Majest�t. Das V�chsenlicht war schon l�ngst verschwunden, dann befahlen Seine Majest�t die l)eimfal,rt und
wir gingen leise fort."
Das ist der einfache Bericht eines schlichten Mannes. � Aber man f�hlt heraus, wie auch den alten J�ger
die Poesie der Jagd mnwob, als er dort neben seinen, hohen Jagdherrn am N)aldesrande kniete.
fJoticnioUctn � I9on. 5
        
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