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Kaiser Wilhelm II. als Jäger

Full text: Kaiser Wilhelm II. als Jäger

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angefangen, menu er in jenem Sumpf gesteckt h�tte? Ich denke, er h�tte genug gehabt, nickt nur vom H�bnerbruch,
sondern auch von bern Zwanzig^ Ender. �
Der Hirsch war also nicht zu haben. � �Verachtet ihn weiter, sp�rt sorgf�ltig ab, und sowie ihr ihn irgendwo
sicher best�tigen k�nnt, �lacht mir sofort Meldung. Inzwischen will ich auf einige andere gute pirsche p�rschen."
So befiehlt der Aaiser, nachdem er gestern, ehe noch der Cag graute, auf den Hirsch gep�rscht war, und erst zur
?Nittag5stundc die vergebliche Arbeit abgebrochen hatte. - Drei Achtzehn Ender, sieben Sechzehn Ender, vier vierzehn
Ender, zwei Zw�lf Ender kamen zur strecke. Kapitale Hirsche darunter. Das Geweih des Achtzehn Enders vorn
Aessel im Belauf Hirschtal wog �<> Pfund, das des Achtzehn 'Ender� von der Hacfermicfe in Warnen (5 Pfund. �
Heule nwrgen war wirklich eine anstrengende P�rsche! Uni Uhr, wie fast t�glich, war der Kaiser
aufgebrochen, um im belauf Theerbude zu p�rschen, wo auf der Aaudonp�we (p�wc ist littauische Vezeich
nung sur wiese) ein guter Hirsch best�tigt
worden war.
Ein cisigkalter borgen war ge-
�neldet worden, und der Hatfer hatte
sich in seinen leichten Iagdpelz geh�llt.
Diese grimmig kalten Septembern�ctjte in
Konnuten verderben so oft die ?Tlorgen=>
p�rsche. sobald der Cag graut und die
Sonne sich heb!, sinkt die Temperatur
auf 4�6 Grad unter Null, wiesen und
.fruchtfelder sind von blendendem Reif
�berzogen, so da� bas Gras dem wilde
unter beut Ge�se friert und es l�ngst vor
dem ersten V�chsenlicht die Dickungen
aufsucht. � Ko war es auch heute. Der
pirsch von der Haubonp�u?e zog schreiend
im 5tocfbunFeln �ber das Cal des Roten
Flusses in die Dickungen des Jagens H�.
In der N�he der gro�en Suhle verschwieg
er. Der Aaiser schlich dorthin, aber es
war nichts mehr zu h�ren noch zu sehen.
3o>dlf'Citiwr, �om Kaff� am 27. September 1903 in ��oniintcn, 5merbel?nsroiefe, ctlr�it. Don Mnfs
muij rechts: S�tfjfenfpanner Hotlpng; Ceibjdger �anfier; ffilieif�vfier Sfed bOti Stcvnbiu'Lj ;
Seine OTajtj�dl der Kaiser, Hbniit�l pou d�rpitj
p�rschen wir also weiter! Es wird ein klarer l^ag heute, und wenn die Sonne h�her steigt, wird's ein hei�er
Herbsttag. Dann ziebt das Aahlwild manchmal wieder heraus aus die wiesen und der l)irsch l��t sich oft bet�ren, ihm
zu folgen. Gar manchen Aapitalhirsch erreichte dann schon in den sp�ten Vormittagsstunden die kaiserliche Rugel.
Vorsichtig geht's durch die Schlenken und Vr�cher des 35elaufs Thecrbudc auf schmalen Steigen und Wechseln. Jeder
unvorsichtige ist auf den, gefrorenen zu h�ren! Teise rauschen, von, Frost gel�st, die Vl�tter von den Erlen
und den schlanken Eschen hernieder, die auf dem prachtvollen 25ruchboden dort herrlich gedeihen. Ein wildes Durcheinander
von Waldb�umen, nicht von sondern von der Natur selbst gepflanzt. Auf den H�hen Fichten, Eichen,
binden, Aspen. Virken und Wei�buchen, in den Senkungen Erlen und Eschen, rauschende Schilfhorste dazwischen auf
nassen Stellen, goldschimmerndes Farrenkraut a� den Vruchr�ndern. wir wandeln noch im heimlichen D�mmerlicht,
aber wenn wir auf jener kleinen Dichtung, die der Wintersturm hier vor Jahren in den Vestand gerissen hat, den
Vlick erheben, dann schimmern bereits die Wipfel der d�steren Fichten in den Strahlen der 3Norgensonne und die
Laubb�ume, auf deren Herbstkleid sie trifft, erstrahlen wie gl�nzeudes, feuriges Gold. � wirklich, in diesen, Augen
blick ist der Zweck dieses Morgenganges vergessen, �wie sch�n ist es hier," fl�stert leise der kaiserliche J�ger. Und
        
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