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Kaiser Wilhelm II. als Jäger

Full text: Kaiser Wilhelm II. als Jäger

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Spazierfahrten und G�nge, wie fie etwa am sch�nen Sonntagnachmittag der biedere Volmer im Tiergarten macfit
Vas w�re f�r die J�gerei ein sehr bequemer Dienst.
wenn der Aaiser zur 23runft$eit der Hirsche nach Rominten kommt, nimmt er zun�chst �on den Oberf�rstern
die Meldungen �ber die best�tigten Hirsche entgegen. Da gelten manch altem Vekannten, auf den der kaiserliche
J�ger nun schon jahrelang vergeblich bei Tag und Nacht gep�rscht hat, seine Fragen: �wo steht der alte Warner
Hirsch mit der starken F�hrte und den dicken Stangen? wieviel Enden tragt er?" Reiner kann die gew�nschte
Auskunft geben. Wohl hat er sich gesp�rt, vor acht Tagen noch im Warner Revier, dann pl�tzlich drei seilen
entfernt, in der Gbcrf�rsterei Rominten auf der Anjcp�we, �wo (Eure Majest�t den starken Schaufelhirsch im Jahre \si)6
sch�ssen." � Aber gesehen hat ihn noch keiner von den Forstbeamten, niemand wei�, was er dieses Jahr tr�gt. Und
so geht's den Beamten mit vielen Rapitalhirschen. Ende Jannar, wenn meterhoher Schnee liegt und wochenlang
Aalte von 20 und mehr Graden herrscht,
da gl�ckt's wohl an dcn F�tterungen mal
einen von ihnen zu Gesicht 511 bekommen.
Aber sobald die Hungersnot nachl��t,
taucht er wieder unter in den unzu
g�nglichen Vr�chern und Dickungen der
;00 000 Morgen deckenden waldfl�che.
Q)b ihn in der Brunft jemand Zu
Gesicht bekommen wird, ist auch noch
h�chst zweifelhaft und oft ein vergcb
liche-. M�hen.
�
Aber der Zwanzig vom
l)�hnerbruch brunftet wieder dort, f)cutc
morgen sah tint der Forstaufscher Franz
�ber eine kleine Achtung ziehen und h�rte
ihn dann noch bis die Sonne hochging,
im Vruch schreien. lias Geweih ist noch
st�rker und l�nger, als poriges )ahr,
wo wir ihn zwar nie 511 Gesicht bekamen,
aber dann die Abw�rfe fanden. Sic
wogen �ber {� pfuu6. Schon seit zwei
fahren hat manche p�rfd^c ihm gegolten.
Zwanzig. Dom Kaiser in Ztaminfen erlebt am 5. �ftofret 1^3. Von linfs mi* VFrfjrs: �ofm�r(rf!td uoit Sternburj ;Ceitj�get Sang�; F^tstlmficl^'r Jcanj; Stint l?laiej��f ber Kaifer;
Horste ufsslit'r �au; V�chiens;^' nur c HoIIffng
Also versuchen wir es wieder ans ihn. � Aber wie?
� Es bleibt nichts �brig, als um das Morgen
gro�e H�hncrbruch herumzuv�rschen und zu verh�ren. Schreit er gut, so m�ssen wir versuchen, ihn im Bruch anzu.'
schleichen. Eine andere M�glichkeit gibt es nicht, wenn wir auch durch Sumpf nnd Wasser kilometerweit von Kaupe
zu Raupe springen m�ssen. Die Abendpnrsche war vergeblich, ebenso die des n�chsten Morgens. Und so geht es
einen Tag wie den andern. Es gelingt nicht, den Hirsch zu Gesicht zu bekommen, geschweige denn eine Augel auf
ihn anzubringen. Er macht alle wohl�berlegten Pl�ne durch seine Vorsicht zuschandcn. Soviel haben wir nur
herausbekommen, da� er am Tage nach dein aus dein H�hnerbrnch sich heraushebenden Wolfsberg zieht. Aber dort
ist nichts zu machen. Unten Sumpf, oben undurchdringliche Dickung. - Freilich, an dcn Gsthang des Wolfsberges
sich anschlie�end, die saftige Upelisroiese, auf der wir t�glich einige St�ck Aahlwild beobachten. Aber er selbst tritt
nur im tiefen Dunkel der Nacht dort aus, wie wir aus seinem uns wohlbekannten Schrei vernehmen, w�re nur
das H�hncrbruch nicht so na�. - k�rzlich, als wir hindurchv�rschten, sank der Raiser bis an die Vrust in dcn
rotbraunen, t�ckischen Sumpf und der Gberf�rster und der V�chsenspanner mu�ten alle ihre vereinten Ar�ftc anwenden,
        
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