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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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W�ldern jagte der Gro�e Kurf�rst Rot- und Schwarzwild, auf den
weiten Havelwiefen lie� Jakob Bienen seine Falken steigen, denen
die Kavalkade, das hohe paar an der Spitze, in langem Galopp
folgte. Selten kam der hohe Heir nach dein Code der Kurf�rstin
noch in die Heide, er bevorzugte mehr imb mehr den Spandower
Forst (den Grunewald), die Jagden um R�derZdorf, Gro�-3ch�'nebeck,
K�penick und pei^. Schwere Zeiten brachten dem Amt und der
Heide die Einf�lle der Schweden um I67H. Mit einen� Raffinement
sondergleichen verstanden die schwedischen Generale die Waldungen
und die wildbest�nde f�r ihre Zwecke auszun�tzen. Der Rotwild^
bestand wurde fast in der ganzen Mittelmark ausgerottet. Dir
gl�nzendste Zeit brach f�r Oranienburg und die Heide B�tzow mit
dem Regierungsantritt K�nig Friedrichs I. an. Ver kleine Mem-
hardtsche Schioftbau wurde vergr��ert, der Schlo�garten erweitert,
eine gro�artige Menagerie uub ein Hessgarten eingerichtet. Sehens�
wert war die Fasanerie und bas Gest�t mit den besten englischen,
polnische!! und t�rkischen Hengsten. Auf den �ppigen Havelwiesen
des (EtfIrrgartens standen starke Rudel Rot- und Damwild, Saue�,
Wisente, Elche, in den Gr�ben hauste ungest�rt der Biber. (Eine
Seirtc von kleineren Jagdh�usern lagen zerstreut in der Heide. Das
Amt Granienburg und die Heide V�tzow haben fast 75 Jahre hin^
durch f�r bas HohenzollernhanS in jagdlicher Beziehung eine Rolle
gesvielt, wie fein anderes Revier der Monarchie. Auf bas engste
verkn�pft mit dem Geschick des Amtes und der Heide ist bas Vber�
j�germeister-Amt. Sandersleben, der �ltere �ppen, Christian von Pan-
wiy waren zugleich Amtshauvrleute, der �ltere t?ertefelb war der
landwirtschaftliche Berater der Aurf�rstin Luise'Henriettc. Mit dein
Regierungsantritt K�nigFriedrich-Wilhelms I.begann f�r Vranienbmg
eine Periode der Ver�dung, die fast ein Menschenalter w�hrte. Die
Fasanerie m�rbe nach Potsdam verlegt, die Menagerie abgebrochen,
die Sinteret aufgel�st, bas Amt verpachtet. Nur f�r die Forste� und
die kandwirtschaft zeigte der sparsame Monarch Interesse; als treuster
Helfer stand ihm bei den gro�artigen (?ntrr>5fferuugsarbeileu feilt
Oberj�aenneijter, der zweite Hertefeld, zur Seite, Selten jagte der
K�nig trotz des gro�en wildbestandes in Vermeide. \7W erhielt bas
Schlo� wieder einen neuen Herrn. Friedrich der Gro�e belehnte
seinen Bruder August Wilhelm, den Prinzen �on Preu�en, mit
Oranienburg nebst allen pertinenzien. Gro�e Jagden wurden ab
gehalten und hinter der Meute ritt bas rote Feld durch den stillen
Forst. Anch K�nig Friedrich 'Wilhelm II., der seine Jugendzeit in
dem alten Schlaffe zugebracht hatte, hielt in der Heide noch �fters
gro�e Jagden ab. Dann geriet der Forst in Vergessenheit und miv
selten kam ein Mitglied des k�niglichen Hauses nach dort zur Jagd.
Soweit ich aus den Akten der �berf�rftcrei Oranienburg ersehen
konnte, wurden durch das Hofjagdamt einige Jagden f�r die Prinzen
Karl und Albrecht Vater, sp�ter f�r den Kronprinzen Friedrich an-
gestellt. Abschu�erlaubm? erhielten �fters Volschafler und Generale.
Der Mildbestand war nicht besonders, zudem beg�nstigte die N�he
von Berlin das Iberer tum. Jetzt ist die alte Heide 11 neuem
toben erwacht, &as vom Grunewald �berf�hrte Damwild kommt gut
fort und der heimische Rotwildbestand verspricht viel. Landschaftlich
bietet bas neue Hofjagdrevier mehr, wie eine fl�chtige Fahrt erwarten
l��t. Zwischen mannshohem Wacholder schl�ngeln sich die Pirschwege
durch hohen Bestand auf die D�nen, in die Niederungen, zur Briefe
herab, an weiten waldwiesen, an endlosen Dickungen vorbei. Manch
stiller Platz non intimem Reiz zeigt sich dem Auge, bas f�r m�rkische
Sch�nheiten Sinn hat. Im n�chsten Herbst wird die alte Heide
B�tzow � feit langer Zeit zum ersten Male � widerhallen von
fr�hlichem Jagdtreiben.
Weidmannsheil.
(Sliitf^uniffenbes Freudeu-Vallet, welches, als der durchs
l�uchtigsto F�rst und Herr. Herr Fridcrich Wilhelm, Marggraff
311 Brandenburg, des Heil. R�mischen Reichs 6b6 wurde dem Kurf�rsten Friedrich-Wilhelm
von feiner Gemahlin luise� Henriette ein sechstes Kind geboren, der
Markgraf tndwig (gest. ?. April <6S?). Aus Anla� dieses freudigen
Ereignisses lie� Wilhelm de Vruyn am Juli a. St. ei� Ballett
auff�hren, zu dem das folgende Programm ausgegeben wurde:
� vgl.H.Bienidnn, Geschichte der Stobt iolberg (\V73) S. v�5ff. lieber die
Hittcrafa&emif �st z� BErgleidjen U.Heul'uui�. Geschichte de� deutschen Si^utigsiueffrts
feit �et Mitte d� [7. Hunden� I,S. 65.
        
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