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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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der beste Hirsch und zwar mit dem Kopffe mi& Geh�rn rorwertr|5
gegen die Herrschafft gestreckei, worauff der Verbrecher vom Jage�
Meister angeklagt, und bald barauff auf den Hirsch geleget wirb:
Worbe>' denn die in einer Reyhe stehende J�gerey anfanget 311 blasen;
Nach bief�� f�ngt der J�ger-Meister an bas blose Weyde-Messer
oder Blatt in der Hand haltend, an dem Verbrecher die Execution
Zu thun, ��b mit demselben ihm auff bas Ges�� brey Streiche 311
geben, da denn bey jedwedem bas Wald'Geschrey darzu gesprochen
wird, nehmlich also: Ho, ho, b�s ist vor meine Gn�digste Herrschafft,
Ho, ho, das ist vor Ritter, Reuter und Knecht, Ho, ho, das ist das
eble J�ger-Recht ... Solche Motion wird gar �ffters von einem
gro�en Herrn inHoher Person selbst ausgeweitet, und zwar meistens
Hohem Frauen-Zimmer, oder vornehmen MimstnZ."
3. Jahrhunderts, I� cliacc dou cerf, da� dem gegen die Jagdvegeln
versto�enden Zager la l>uffe T d. t. puff oder Klapps verabreicht wird.
Auch heute ist &as pfimbegeben nach gebr�uchlich, aber es ist zu
einem jagdlichen Symbol geworden. A� manchen Stellen werden
unseren Ia'gerofsizieren nach ihrer (Ernennung zum Vfsizier die Pfunde
mit dem Hirschf�nger kredenzt. Das erfite Pfund f�r Kaiser und
Recht, das zweite f�r Ritter und Knecht, bas dritte f�r das edle
�t)eibmaunsred?t.
Zu bemerken bleibt schlie�lich, da� bas Kaiserliche Froiweltliche
Damenstift �Vuedlinburg, hie Gr�ndung der K�nigin Mathilde, Ge'
mahlin Heinrich des Voglers, seit Ende des \5. Jahrhunderts zwei
im Andreaskreuz gestellte Weidbl�tter als Wappen f�hlt. Sie solle�;
aus den gekreuzten s�chsischen Kurschwertern entstanden sein, 3^c*
trachtet man bas beistehende Bildchen, wie der K�nig allein mit den
gekr�nten Damen tafelt, so mutet es Un wie die Darstellung eines
Besuchs bei den f�rstlichen grauen jenes Stifters.
J�ger wissen, da� es sich um das sogenannte Pfundrgeben
handelt, jene uralte J�gerftrafe, die wahrscheinlich franz�sischen
Ursprunges ist. wenigstens erz�hlt ein altfranz�sisches Gedicht des
Vie alte tzeide V�tzow. Jagdlich historisches �ber
bas neu errichtete Hofjagdremer Oranienburg. Don
Franz Genthe.
�
nach Umwandlung der vogteien in Steintet � der Amtshailpt-
mann, dem auch die landesherrlichen Waldungen, die stets bei ver-
Pf�ndungen und Belehuungen au�er Spiel blieben, unterstellt waren;
fo werden von (536 bis (595 Hans Haken, Clemen Falke, Mathias
von platrjoro und Heinrich von Sandersleben, der erste �berj�ger*
meister, als Amtshauptleute mit dem Amtssitz inder Burg urkundlich
aufgef�hrt. lim eine geordnete Verwaltung der Forsten durchzuf�hren,
stellte Kurf�rst Joachim II.einen Heidereiter mit t>eiri Sitz im Jage�
Hofe an. Inden einzelnen Forstrevieren waten Holzv�gte und F�rster
zum Sct/utj des Waldes und des wildes stationiert. Vie Haupt�
t�tigfeit der Jagd beamten bestand in der Ausrottung des Raubzeuges,
der W�lfe in den unzug�nglichen Havelbr�chen und der um (550 in
der Mittelmark bereits seltener gewordenen V�ren, trenn der alte
Chronist von Oranienburg, P. Holthus ((650) von den Auerochsen,
Elentieren und Bibern im Amte spricht, so macht et sich arger
�bertreibung schuldig. ?r denkt dabei an den Auerochsen-(Wisent)-
park in tiebenwalde unb an die Elche, wilopferde und Biber im
�?^iergarten" 311 Oranienburg. Nur Meister lockert (Castor fiber)
kam damals noch ii, freier wildbahn vor. Am Amte B�goiu l��t
sich �brigens der Wirkungskreis des Gberj�germeistcr-Amtes in erster
Zeit am besten nachweisen. In der Hand des Amtshauptmanns von
V�tzou�, des 0berj�germeifters Heinrich von Handersleben, vereinigte
sich eine Machif�lle, wie sie keinem der �Geheimbten" R�te 3�teil
war.1 Die schlimmsten Zeiten brachte der 30j�hrige Krieg dem Amte.
Die Stadt brannte nieder, die D�rfer standen leer, die besten H�lzer
wurden niedergeschlagen, der wildstand war ruiniert. 5542 milite
der Gro�e Kurf�rst bas Amt an ran von de�� Knesebeck auf Coffpbant
verpf�nden; die landesherrlichen Waldungen blieben � wie fr�her �
ausgeschlossen. Die Eink�nfte aus den Waldungen fl�ssen durch die
Jagdkanzlei direkt in die kurf�rstliche Schatulle. Durch lleberweifung
des Amtes V�how � mit Ausschlu� der Holzungen und Jagden �
an dieKnrfnrstin luise-Henriette, die gro�e (Dranicrin, am 27. Sep-
tember (650, brach f�r bas Amt und die Stabt die gl�cklichste Zeit
an. Ein stattliches schlo� wurde durch IlTemrtarbt aufgef�hrt, die
Stabt neu erbaut. D�rfer angekauft, gro�artige Entw�sserungen
nach holl�ndischer Art unternommen. Das verarmte Amt war in
wenigen Jahren ein f�rstlicher Vesitz geworden, dem durch kurf�rstliche
Verleihung um (652 der Name �Wranienburg" beigelegt wurde. F�r
das jetzige Hofjagdrevier hat dieser Namenstausch keine Bedeutung,
der Wald behielt die alte Bezeichnung �Heide B�tjonj", In den
weit hinaus in den hohen Norden, m�hsam zu erreichen f�r
den berliner Wanderer, in die Gabelung der Nordbahn und der von
Reinickendorf-Rosenthal abzweigenden Kleinbahn Liebenwalde�Gro�.
Sch�nebeck, ist nach Auflassung des Grunewalds da? neue Hofjagd-
revier verlegt worden. Ein gl�cklicher Griff! �
Dieses Wildgehege ist von alters her ein Teil der gro�en, von
der Uckermark am linken Havelufer sich auf Spandau und Berlin
herabziehenden Heide gewesen, des �Werbellmwaldes", die ihren
heutigen Hauptpunkt in der 3chorfheide hat. Historisch genommen
ist das Revier der �u�erste s�d�stliche (Teil des Amtes B�^oro in der
Alten Mittelmark, die durch Albrecht den B�ren um U5? endg�ltig der
wendischen Herrschaft verloren ging und zwischen u^o und (200 durch
Enichtung einer Burg in dem altwendifchen �rte Vochzow (V�tzow)
gesichert wurde. Zuerst imVesihe des Domkapitels 311 Brandenburg,
fiel die Burg �am Dienstage vor Reminiscere" den Grafen
von lindom und Auppin zu Tehn. Die tehnsurkunde ist f�r oie
Geschichte des Amtes V�tzow, wie des heutigen HofjagdrevierZ, ma߻
gebend, da hierdurch der Waldbestand in gro�en Z�gen festgelegt ist:
,,vnd die holte vnd heiden, den samow, den briselang, den
pinnowes winkel, den maltz, vnd die br�cke und busche
tu veltem vnd met den sewen vnd watern, den pinnow,
den LenUien, den grabowe, den inilsen, den see up den
briesen vnd die Havel up vnd neder, als von alter vnd
gewonheid dortu behort." Fiir 700 Mark Silber ging bas Amt
(576 vor�bergehend an Randewik von Rynnembeke in Pfandhaft.
In den K�mpfen des m�rkischen St�dtebundes mit den Herz�gen von
Pommern nnd Mecklenburg und ihren Verb�ndeten, den (Qiiitjows,
litt bas Amt ungemein. Erst durch Verpf�ndung der Mark an
den Burggrafen Friedrich von N�rnberg um HU kommen bessere
Zeiten f�r die tandschaft, vor�bergehend hatten die, Holzendorfs,
Arnims, Vredows und die Grafen von M�HIingen undHerren zu Barby
Burg und Amt in Pfandhaft. Der erste Hohenzoller, der in der
Aura, residierte und in der Heide jagte, war Kurf�rst Joachim II,;
er lie� an der Stelle der niedergerissenen Burg durch Lasper Cljeyg
ein Jagdhaus erbauen. Zuerst bildete das Amt V�tzow einen Teil
der alten Oogtel liebenwalde, dann geh�rte es Zu dem tande �Rynow
und (Slyn", sp�ter wird es ausschlie�lich zum Barnim gerechnet.
Den Befehl in der Burg und Vurgvogtei f�hrte der VurgvoZt und
lDer �ste 3dgcrmet|lct dci Mitlelmar� Htisr l'en Sfoi)emaGtxn war �de oldc
!^<��? Ycgcr � Isgi?i�,!st?i von �op&c auf Zel?lrndc>^ und Z�hl�d0if".
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