Path:
Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

266
Zwei Meidbl�tter mit NamensZug des Kur-
surften Johann Georg von Brandenburg
von 1582. Von ?6gar non Ubifch.
Die blaltd�nnen, leicht federnden Stahlklingen find Zl, cm lang
und vorn 8,2 cm breit. Sie tragen jederfeits bas gro�e kurbranden�
burgische Mappen in einer dem Raum trefflich eingepa�ten Zeichnung.
Die Aetzung strahlt auf der Klinge und adelt den dunklen Stahl.
Der Griff von wohlriechendem Zirbelholz hat eine silbervergoldete
Kappe und Klingeuzwinge. Die Fl�chen ziert maureskes Linien
ornament sowie tut der "Kappe das kleine Aurwappen nebst Buchstaben
und Jahreszahl, t^icr ist die Teilarbeit dem Material entsprechend
von ganz anderer Ausfiihrung: auf der harten !5whlklinge scharf
und flach, auf dem weichen, mattgl�nzenden Silber tief herausgeholt
und von weichen Konturen. Diese Silberstempel zeigen ein N als
Vcschau ton N�rnberg, den gezackten Kontrollstrich �ber den richtigen
Silbergehalt und ein Jagdhorn, letzteres ist die Marke des Gold-
schmieds Caspar IPibmann, der nachweislich von �55^--!5s? arbeitete.
Die gleichen Stempel, irelche �brigens feit J5
blatt ist demnach eine Kredenz.
Detntenhtmg dr5 tDei&blaties als ifretimj. Aus de�, S-d)a�beijaltct, Daneben halte es indes noch einen anderen Zweck, der dieser
vornehmen Bestimmung grotesk entgegengesetzt ist, aber so recht dem
Geiste des frohen Weidwerks mit seiner Tust an �Schimpf und Scherz"
entspricht. Es diente auch f�r eine derbe, vom Jagdherrn verh�ngte,
oder gar eigenh�ndig vorgenommene Tcherzstrafe. Der �Vollkommene
Deutsche J�ger" de? H.F. von Flemming, !?l<) erschienen, erz�hlt:
�Neinlich wenn fretnbbe Cavalliers oder Dames �ffters aus Un-
erfahrenheit oder Vorwitz einige W�rter mit unrechter Benennung
fahren lassen, so denen tC�min{s zuwider sind, mor3ii dieselben
offtmahlen der iierrfdjafft 311 Gefallen, mit besonderin Flei� zu fehlen
veranlaget, und gereitzet werden; So wird auf ipt^cn Vefehl erstlich
Jagduxiffen sind 311 allen Zeiten liebevoll bewahrt worden
und daher in l^ausmuscen und �ffentlichen Sammlungen zahlreich
vorhanden. Sehr selten je^od? solche Weidbl�tter. Selbst die reichsten
Museen besitzen davon nur wenige St�cke, manche gar feines. In
Italien und Frankreich scheinen sie nicht bekannt gewesen zu fein.
Don diesem kleinen Sej�an&e sind die vorliegenden die sch�nsten, die
wir kennen, Sie sind ausgezeichnet durch schlichte .form, edles
Material und vornehme, dabei ganz zur�ckhaltende Verzierung.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.