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Zur Geschichte des Kronprinzen-Palais in Berlin, insbesondere der ehemaligen Wohnung der Königin Luise

Full text: Zur Geschichte des Kronprinzen-Palais in Berlin, insbesondere der ehemaligen Wohnung der Königin Luise

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V. Denn es fallen wohl Verge weichen und H�gel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von Dir weichen.
und der Vund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr Dein Erbarmer.
V. Vu sollst durch Gerechtigkeit bereitet werden. Du wirst fern sein von Gewalt und Unrecht, da� Du Dich
davor nicht d�rfest f�rchten, und von Schrecken, denn es soll nicht zu Dir nahen."
G Du Heilige dort oben, sprach ich leise, nicht ungeziemender Muthwille, oder frevelnder Mi�brauch, lie�
mich dein Vuch, das Dir auch oft Trost und Beruhigung gegeben haben mag, worin Du wohl noch jenen Psalm
bezeichnet hattest, ber�hren und fragen !Ein stillahnender frommer Schauder, der mich ergriff, als ich Deine Schwelle
betrat, als mich die tust umgab, die einst Deinen Athcm in sich aufgenommen hatte, als ich an den Tisch trat, an
welchem Du gewi� oft der Zukunft Deines hohen Gatten, Deiner Kinder und Deines Volkes mit dem Vertrauen auf
Gott gedacht hattest, das schon auf Erden Deinem Antlitz Engelsglanz verlieh, lie� mich dies Unterfangen wagen I
Verzeih' ihm und segne uns, auf das ferner wahr werde, was Dein heiliges Vuch verhie�.
Ich sehe Sie l�cheln �ber die weise, womit mich jener Zufall ergriff, und wir wollen dar�ber nicht rechten;
aber sagen Sie nur, was ist denn eigentlich Zufall? N?enn Frau eines An�bchens und Frau L. eines M�dchens
geneset, so ist es unstreitig in Ihren, Sinne ein Zufall, da� das erstere nicht ein M�dchen, und das letztere ein Anabe,
oder beide einerlei Geschlechts waren. Wenn Herr in der Vl�the der Jahre stirbt, und Herr L. mit einem siechen
K�rper 80 Jahre alt wird, so sind dies wieder Zuf�lle. Nun sehen wir aber die Geburts- und Sterbe-Asten von
mehreren Jahren durch, und wir werden eine Ordnung, eine Regelm��igkeit in dem Verh�ltnisse zwischen den m�nn-
lichen und weiblichen Geburten jeden Jahres zwischen den Sterbef�llcn jeden Alters finden, welche mathematisch
beweiset, da� es eine H�hcrc Leitung giebt, der jene Zuf�lle nicht Zuf�lle waren.
Das sind nun einzelne seltene F�lle, wo es erlaubt ist, den Schleier der Isis ein wenig zu l�ften, ka�en Sie
mich daher immer hoffend glauben, da� sie mir Gl�ckkinde auch hier einen kleinen Vlickhinter demselben gestattet Habs.
Aeines der vielen Gem�lde der A�nigin, in den Zimmern des Palais, scheint mir v�llig getroffen. Ich
glaube den Grund darin zu finden, da� es das h�chst selten erreichte Ziel des k�nstlerischen Genius ist, den h�hern
Menschen im Bilde so treu abzuspiegeln, und in so harmonischer Verschmelzung seiner geistigen Vielseitigkeit, da� der
Schauende sie inne wird, ohne sich sagen zu k�nnen, warum es so ist.
Rapha�l ist ohne Widerrede der Einzige, welcher uns in seinen und auch vielleicht nur in einigen,
zugleich, die erhabene Mutter Gottes, die liebende Mutter des Mensch gewordenen S�uglings, und die reine Magd,
erblicken l��t. Bei allen andern Malern sehen wir nur die erste, oder eine der andern beiden.
So w�rde ein Maler auch nur dann ein getroffenes Vil� der A�niginn geben k�nnen, wenn er darin jene
erw�hnte Hoheit der Monarchin, mit der Milde der tandesmutter und der zarten heiter frommen Sorgfalt der Haus-
frau, in ein Ganzes, so innig zu verschmelzen verm�chte, da� alles dies daraus hervorstrahlte, wie es in ihrer Gestalt
vereinigt war. Diese Vereinigung gerade, gab ihr die wunderbare Sch�nheit, die so verschieden war von der anderer
sch�ner Frauen ; und ich f�rchte daher, da� wir, wenn nicht noch unter den Malern die sie gesehen haben, ein Rapha�l
unter uns aufsteht, der Nachwelt kein Silo der A�nigin werden �berliefern k�nnen, das ihr zu sagen verm�chte: so
war sie � XVacn! wenn dies Blatt Dich zuf�llig in K�m erreichen sollte, Dein Freund fragt Dich, kannst Du jetzt,
gen�hrt von den heiligen Bildern liapIiIels. nicht noch ein anderes Bild I^MLenZ uns geben, als das Vild das wir
hier sahen, so sch�n es auch gemalt ist.
Alles Hausgerathe das der A�mginn geh�rt hatte, darf nicht van der Stelle ger�ckt werden. Auf. ihrem
Schreibtische lag seit ihrem Tode, jene Vibel, bis zum Ariege. Da nahm der K�nig sie mit in's Feld; nach seiner
R�ckkehr legte er sie wieder auf den alten Platz. In demselben Zimmer liegen noch immer auf einem zweiten ganz
einfachen Tische, Schreibmaterialien wie bei ihrem leben, wo der A�nig am liebsten bei ihr an diesem Tische arbeitete.
In einem andern Zimmer war der A�mg gewohnt, des Abends mit der A�nigin und seinen Rindern den Thee
zu trinken, und ist es noch. Nicht lange vor ihrem Absterben schenkte sie dem K�nige einen kleinen Cisch mit einer
porzellanener, das Mosaik nachahmenden Platte. Sie lie� ihn in diesem Zimmer vor einem Sopha stellen, und reihet�
        
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