Path:
Zur Geschichte des Kronprinzen-Palais in Berlin, insbesondere der ehemaligen Wohnung der Königin Luise

Full text: Zur Geschichte des Kronprinzen-Palais in Berlin, insbesondere der ehemaligen Wohnung der Königin Luise

254
nehmen 311 lassen. 3* habe sic eventuell zu einem wohlth�tigen Zweck bestimmt; es soll derselben ein Kurator bestellt
und zwischen ihm und den liquidante� die Differenz richterlich entschieden werden. Ich �berla�e Ihnen hienach die
weitere an das Aammergericht zu erla�endc Verf�gung, in welcher dem Rammergericht zugleich aufgegeben ist, Me
?ftqiiioantcn zur Ctureic^uit� ihrer Rechnungen
aufzufordern, sobald der Curator bestellt fein wird.
potsbam den ~>. Januar
((.305.) Friedrich Wilhelm,
2tu den Staats u>ld Justiz ITttinftcr
von Kircheisen.
Auszug aus einem Briefe �ber Berlin
vom 2lugust 5^7 mit einer Schilderung
des palais
�wir besahen hierauf dag vom K�nige
bewohnte, sogenannte palais, dem Jy'tutfjaufc
gegen�ber. Die Zimmer sind reich, aber fern
von geschmackloser Fracht, m�blirt; mit Ge
m�ldeu von Friedrich, Wach, Bury, Kolbe und
andern, mit porzellanen Ger�then und 'Kunft-
2lrbeiten, und 1}�annorMl&faulon geschm�ckt.
llebera� erblickt man die unverge�liche Frau,
in wildern aller Art, die in diesem freundlichen
Tempel K�niglichen h�uslichen Gl�ckes waltete,
und die Wonne ihres Gatten wie ihres Voltes
war; die so einzig dastand in wunderherrlicher
Bereinigung der Erhabenheit der K�nigin, der
��li?oe der C�it�e^ituittor, und der einfachen zarten
Sorgfalt der Hausfrau. 3 einem Zunmer
fanden wir ihr letztes unvollendetes Strickzeug,
das sich der K�nig in ihrer Kommode selbst
aufbewahrt; in einem andern lag auf ihrem
Schreibtische die kleine Lauenburger Vibel vom
Jahre \736, die ihr geh�rt hatte. Auf dem
ersten Vlatte war von ihr, als Kino, der Cag
verzeichnet, an welchem sie sie von ihrem (vhcim
zum Gescheut erhalten hatte; auf dem letzten
fi-fks Blutl iitx miwi �rt Honigin tuifc, bltf fte jum ftcbmten �cbiiutsw�jf ci^nitcn ijottt,
mit �nett (Eintuigungeti �oti tiefem Tilge
hatte der A�nig, gerade ihre Vibel mit r�hrend frommen 5inne dazu w�hlend, den fcyerlich merkw�rdige�! Cag
eigenh�ndig bemerkt, wo er im April mit feinen Garden, in 1'.!!-,^, der ehemaligen Hauptstadt IViljn,Ionn!>, zur
Communion gewesen war. s5?gl. Abbildung oben und n�chste Teile.) Siu, durch die Zeit vergelbter stapierstreif bezeichnete
die schmerzlichen und doch ein so r�hrendes Vertrauen athmendeu Alagen des ??"" Psalms vom 6^'" Derse au, womit
die linke Vlattscite ansing. Der Wunsch ergriff mich unwillk�hrlich, hier im Zimmer der A�nigin, ihre 25ibel �ber
die Zliklluft des Vaterlandes zu befragen, und ich kountc ihm nicht widerstehen. 5ie kennen die Art dieses ehemals
in hohen Ehren stehenden Grakels: da� mau n�mlich die zusammeugeschlagcue Vibel mit abgewaudtcm Vlick �ffnet,
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.