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Zur Geschichte des Kronprinzen-Palais in Berlin, insbesondere der ehemaligen Wohnung der Königin Luise

Full text: Zur Geschichte des Kronprinzen-Palais in Berlin, insbesondere der ehemaligen Wohnung der Königin Luise

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Resumor, Ich w�nsche, da� Su mir von der Teber weg alles sagen m�gest, iras Du etwa gegen das
Berichtete zu bemerken findest. Ich hoffe, wir sehen un5 bei der Taufe 511 Potsdam. Ernst und Agnes wollen dahin
kommen, der kreuzbrave alte Leopold und keiner der Dessauer Familie wollen erscheinen. Lischeine aber Du! Vale.
Dein treuer Onkel
(gez.) F. w.
Charlottenburg den 2g. M�rz
Theuerster Fritz.
Ich habe mir die Angelegenheit des Oalais-Umbaues noch recht gr�ndlich �berlegt und erwogen. Das Resultat
der �Arbeit" liegt auf der Hand. Ich bin zwischen 6^ und 62 Jahr alt, Du aber zwischen 25 und 26 Jahr alt.
Der Vau f�llt f�r mich der Vergangenheit zu, f�r Dich aber geh�rt er der Zukunft an. Daher kommt mein Ent'
schlu� den ganzen Vau Deinen H�nden zu �bergeben mit einer Summe von 550000 Ch. innerhalb welcher Du
Dich ganz nach Deinem Gutd�nken und Herzenswunsch zu bewegen hast. Dies zeige ich Dir hiermit officiel! an,
sowie auch da� ich dem hausminister von und dem Vber-Haus- und hof^Marschall bereits dar�ber meine
Vefehle habe zukommen lassen, So h�rt denn mit diesem Augenblick jede Verpachtung Deinerseits auf Dich nach
meinen Befehlen und W�nschen zu richten, und von jetzt an haben sich die Baumeister, die Du zu bestimmen hast,
allein nach Deinen Anweisungen zu richten. Die Unf�higkeit der bisherigen Bauf�hrer mich zu verstehen und ihre
colc�533,len Eingriffe in alles, was ich bisher anbefohlen und eingesch�rft hatte, vor Allem aber die, ich m�chte sagen
frevelhafte Deutung meiner Erlaubni� �den Vau sogleich (im herbst) zu beginnen und big zu meiner R�ckkehr aus
Schwaben und Vayern getrost fortzuf�hren" haben mir die volle �berzeugung gegeben, da� ich auf diesen Vau eine
unerlaubte Zeit verschwenden m��te und doch nie auf ein sicheres Resultat zahlen k�nnte. Dir hingegen, Theuerer
Fritz, wird die Besch�ftigung mit Deiner zuk�nftigen Wohnung Freude, Wonne und Interesse bereiten. Glaube ja
nicht, geliebter Neffe, da� die bitteren Erfahrungen bei diesem Vau mich irgendwie wegen dessen Fortf�hrung launig
und bissig machen, und so meinen Entschlu� bedingen. Meine Haupt-Absicht ist die Dir Freude zu machen und
Dein Etablissement in den theueren Mauern zu beschleunigen und sorgenlos zu machen.
Gehe jetzt frischen Muths an die Sache. Gottes Segen mit Dir.
Dein treuer Vnkel
lg�3-, F. w.�
Ietzt war endlich der Prinz der eigene Herr seiner Entschlie�ungen, und gro�e Erleichterung spricht aus den:
Schreiben, mit dem er Strack von der g�nstigen L�sung benachrichtigt. Aber auch St�ler, der dem A�nig gegen�ber
schwere Stunden durchzumachen hatte, vergi�t der Prinz nicht und setzt ihn von der Entscheidung in Aenntnis, indem
er ihn um seine weitere Mithilfe bei dem Vau bittet. Neide Schreiben werden hier nach dem eigenh�ndigen Aonzepte
des Kronprinzen mitgeteilt:
Vreslau, den 2. April
�Mein bester �ti-aclc, ich erhielt heute fr�h einen Vnef von Seiner Majest�t dem K�nige, in welchen� derselbe
in sehr gn�digen und liebevollen Worten mir die ganze Angelegenheit des Palais -Vaues zur vollen eigenm�chtigen
Verf�gung freigiebt, indem ich von jetzt ab machen k�nne, was ich wolle. Mit diesem Augenblicke h�rten alle Ver-
pflichtungen meinerseits auf, mich nach den Allerh�chsten w�nschen und Vefchlen zu richten, und h�tten die Vaumeister
nur meinen Anweisungen zu folgen. So dr�cken Seine Majest�t es selber aus mit sehr wohlwollenden W�nschen und
der Versicherung schlie�end, da� Seiner Majest�t Hauptabsicht sei, mir Freude zu machen.
In Folge dieser gn�digen willens�nderunZ k�nnen wir nun mit frischen Rr�ften ans Werk gehen.
        
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