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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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[gekommen" sei. N)ohl sei es ihm, &em Aanzler, mit Gottes Hilfe vor wenigen (Tagen gelungen, �dieses wichtige,
gro�e, ja liederliche Vornehmen zu verhindern" und TNana-Eleonora �nicht in der G�te, sondern metfte$ mit Ernst"
zur Einstellung ihrer Reise �bis ufs k�nftiges Vorjahr" zu bewegen. Allein es m�ge sich nur ja niemand �verlauten
lassen, mit 3- 2-Tfaj* in preufen zu ziehen, oder darzu KatI? und Hilfe geben". Denn die Regierung werde einem
solchen Frevler, er m�ge nun �hoch oder niedrig sein", sofort �den Kopf ohne Scheu vor die F��e legen lassen".
Im �brigen aber folle �chr�tel sich zum Teufel scheren und sich niemals wieder in Schweden blicken lassen, widrigen-
falls ihm �das dritte Vaterunser schwer auszubeten fallen" werde.
Wie vortrefflich dem preu�ischen Abgesandten �des Reichskanzlers Aur bekommen" war, sollte sich bald
genug zeigen. Sein Entsetzen war nicht gering als die verwitwete A�nigin ihn am Juni zur Abfchiedsaudienz
auss neue nach Gnpsholm berief. Schreckensbleich eilte er noch am Abend zum d�nischen Residenten U)ibe, mit dem
er schon �zuvorn gute Orrespon^cnx gehalten", und fragte ihn, wie er sich angesichts einer so schwierigen kage
verhalten solle. ll)ibe erteilte ihm den Rat, sich vor allem vorher mit Gxenstierna ins Einvernehmen zu setzen,
und verbreitete sich hierauf ausf�hrlich �ber den �elenden Zustand" Maria-Eleonoras, der bei Strafe der Verm�gens-
konfiskation angeblich kein einziger Aaufmann oder Handwerker �ohne der Reichsrathe Vorwissen und Velieben" etwas
liefern d�rfe, so da� �das kleinste Aind bald uf der Gassen" davon zu sagen wisse. Zitternd und zagend begab sich
Schrote! am folgenden Cage zum Reichskanzler, der ihn jedoch zu seiner Ueberraschung weit gn�diger als das erste
2Nal empfing. Er gestattete ihm die Reise nach Gripsholm, gab der Hoffnung Ausdruck, da� �dermaleinsten die
blutigen Waffen unter so nahen Blutsverwandten" �beiseits geleget und gut?, friedliebende Einigkeit gestiftet werden
m�chten", und ersuchte ihn sogar, die preu�ischen �Herren Regierungsr�te" freundlichst von ihm zu �^lutii-en". lieber
die kurf�rstliche Politik freilich und �ber die Frage, ob Vrandenburg oder Schweden besseres Anrecht auf Pommern
habe, �u�erte er sich auch jetzt wieder �mit gar h�hnischen Worten" und beklagte es namentlich aufs lebhafteste, da�
der brandenburgische Aanzler von G�tzen sowie die �brigen �ehrlichen" Ratgeber Georg- Wilhelms bei diesem in
Ungnade gefallen seien.
Am hatte Schr�tel seine Abschiedsaudienz bei der A�nigm-U)itwe, die ihm im Taufe der Unterredung
mitteilte, da� sie, entsprechend seinem fr�heren Vorschlage, sich jetzt dazu entschlossen habe, preu�ische Untertanen, �denen
die Schweden nicht so zusetzen d�rften", zu Mitgliedern ihres Hofstaates zu ernennen, und da� es ihr sehr lieb sein
w�rde, wenn die Rurf�rstin Elisabeth-Charlotts ihr �ehistes" aus Preu�en einen �gelahrten, verst�ndigen" Edelmann
�guten Herkommens, der ihr Marschall und Rath sein" solle, sowie eine Hofmcisterin, �die auch guten Namens", nach
Schweden schicken k�nnte. Sehr eingehend erkundigte sie sich auch bei ihm danach, ob das in Schweden verbreitete
Ger�cht einer baldigen Verm�hlung ihres Neffen, des Aurprinzen Friedrich von Vrandenburg, mit einer
polnischen Prinzessin aus Wahrheit beruhe, und versicherte, da� sie pers�nlich, �wofern das polnische Fr�ulein nur
von Sch�nheit sei", eine solche Ehe �gerne sehen" w�rde, da sie zu ihrer eigenen Tochter, �dem schwedischen Fr�ulein",
nur denen raten k�nne, die freiwillig �sich in eine verbitterte, feindselige nation stecken und sich so eine schwere
Regierung uf'n Halse laden" wollte�, vor allem aber beschwor sie auch diesmal den Abgesandten wiederholt �mit
gar weinenden Augen", er m�ge doch �in Person" zu ihrem Bruder ziehen, um ihm ihre kl�gliche tage, die er �ja
genugsam selber erfahren und angesehen, desto besser offenbaren" zu k�nnen. Denn sie sei jetzt �nicht anders mehr
1Den Worten 3chr�tels zufolge (dat. K�nigsberg 2o./(0. 3uli ,KI?) wollte fie den, neuen Marschall �zurBesoldung" �1200 Reichs-
thaler, ein Ehrenkleid, ein Neujahr, eine freie Cafel. vor seine sechs Diener aber frei Kostgeld, frei Kleidung und uf zehn Pferd Fulter"
geben. Tchr�tel bat nach seiner Heimkehr den Grafen 5chwarze�berg schriftlich (K�nigsberg 2�i. Aug. 163?) um dessen vermittelung in
dieser Angelegenheit, indem er hinzuf�gte, da� Maria�Eleonora einen verst�ndigen Mann �von N�ten" habe, der ihr �hohes Interesse in
Acht nehmen m�chte", sobald es �zur Herausreise kommen" w�rde, da sie in solchem Falle mit den Schweden wegen Abtretung des Eeib^e�inges
�allerlei Schriften" werde �aufrichten" m�ssen. 5chwarzenberg hielt jedoch den plan der K�nigin-Ivitwe fur kaum durchf�hrbar; �es w�re
denn, da� I.Kgl. ??laj. die Personen, welche Sie begehret, seibstcn benennet�^ und 5ich benebst wegen ihres Unterhalts und woher der-
selbige erfolgen solle, particulariter erkl�ren wollten" (3chmarzenbe>'g an 5chro'tr1, (?�Un a. d. Spree 8,/(8. Sept. 165? [Konjfpt]). � Den
Hofmarfchall�j)osteil erhielt der schon fr�her genannte Adam-Heinrich von pen�, von dein im folgenden noch h�ufig die Hebe fein wird.
        
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