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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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Kein Wunder, da� der alte plan der verwitweten K�nigin, in ihn- ostpreu�ische Heimat zur�ckzukehren, pou
nun an mit jedem Tage festere Hinrisse gewann. �Ich fait nicht l�nger bei dieses�! unbanfbare[n] Menschen foin",
Flatte fie am \\*M�rz |(>." ihrem kurf�rstlichen Bruder. Immer gr��er wurde ihr verlangen, die Gegenden
wiederzusehen, an die sich ihre fr�hlichsten Iugenderinneruugen kn�pften, und bald ersch�pfte sich ihr ganzes Sinnen
und Trachten in dem einen Wunsche: Fort �on hier! Fort aus einem Tande, wo wie fie dein Reichskanzler am
ersten Cage seines Gripsholmer Gesuches erkl�rte niemand fie �leiden" k�nne und wo fie sogar von der Regierung
�despectirt" werde, Pergebens suchte Grenstierna ihr klarzumachen, wie gro�es Unrecht fie ihm und seinen
Aollegen mit der Vehauptung t�te, da� sie ihr �studio Verdru� bereiten" wollten, Vergebens beteuerte er, niemand
Don ihnen habe je vergessen, da� �3. Maj. selber die Krone aus dem Raupte getragen, das Zepter in ihren H�nden
gehabt" sowie �5.Kai.Maj> in den Armen gehalten" habe, und
da� �I.Maj. Tochter nunmehr ihre K�nigin" sei. Vergebens
suchte er endlich ihr das preu�ische Keifeprojeft auszureden, indem
er nachdr�cklich betonte, da� �gekr�nte H�upter nicht so beliebig
reisen d�rften, wohin sie wollten, wenn anders sie ihren respect
in Ehren 511 hallen w�nschten". Immer au neue versicherte
Maria = iEloonora, sie habe es sich feierlich zugeschworen, ihre
verwandten und Freunde im Herzogtum Frentzen 511 besuchen,
und schlie�lich verstieg sie sich sogar zu der Aeu�erung, sie k�nne
deshalb nicht l�nger in Schweden bleiben, weil es dort �sehr fait"
sei und �einen Kaufen schlimmer Verge" gebe. Da ri� dein
Reichskanzler die Geduld. Aergerlich entgegnete er, nach seiner
(Erinnerung feien drau�en in Deutschland �die Verge noch
schlimmer" und �die K�lte ebenso gro� wie hierzulande". Allein
die verwitwete K�nigin wollte sich nicht f�r besiegt erkl�ren.
(Ohne auf den eigentlichen Zweck seiner Sendung mit irgend
einem iPorte einzugehen, verlie� sie voller Unmut bas Gemach,
indem sie ihm zurief, da� sie das �rauhe, felsige und trifte"
Schweden selbstverst�ndlich niemals betreten haben w�rde, w�re
es nickt �um ihres seligen Herrn Gemahls willen" geschehen.
Auch bei der Unterredung am n�chsten Pormittag brachte sie
sofort die Reiscangelcgenheit zur Sprache. Ihr freudiges Erstaunen
war nicht gering, als (Dyenftiema auf einmal wie umgewandelt
1Hnriii flconova ron Branbfflburj, K�nigin von S�ftotiben
Aupfristich
erschien. Um in der Frage des lleibgedinges schnell ein g�nstiges Ergebnis zu erzielen, hatte er n�mlich seine Taktik
inzwischen v�llig ge�ndert. Mit kluger Verechnung lie� er im Cause des Gespr�chs einige Aeu�erungen fallen, die in
Wirklichkeit durchaus unverbindlich waren, bei der in diplomatischen K�nsten wenig erfahrenen Aonigin^Ivitwe aber
den Glauben erwecken mu�ten, da� er und seine Aollegen auf alle IDeise das preu�ische Reiseprojekt f�rdern w�rden,
falls sie in betreff der Schuldentilgung und der Verwaltungsreorganisation auf die von der Regierung ge�u�erten Iv�nsche
einginge. 5cine Worte erzielten denn auch, wie schon erw�hnt, sogleich die erhoffte Wirkung. Gder anders ausgedr�ckt:
die anscheinend so r�tselhafte pl�tzliche Sinnes�nderung Maria -Eleouoras am zweiten Tage des Aanzlerbesuches erkl�rt
sich dadurch, da� sie auf Grund der Andeutungen Grensliernas vermeinte, sie k�nne durch allerlei Zugest�ndnisse in
der Frage des Teibgedingcs die Zustimmung des Senats zu ihrer Uebersiedeluug nach Preu�en erkaufen.
1
�Sv, Riksr. Protokoll", VII, 3, ifcf. h. 23; 33ergfi, XXII,S. Dti3u im H�ttigl. prcu�. ;HTotia
-(Sleonora
an Georg Ivilhelm, Gripsholm >./i^. �Tlarj 1*537 [eigen!}.].
        
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