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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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warten, sondern zu Fu�e aus de�u Cano� zu gehen" beabsichtige, �es m�chte auch dr�ber gehen, was und une es dem
lieben Gott gef�llig fein m�chte".
Unter solchen Umst�nden hatte K�nig Christian, der den leidenschaftlichen und eigensinnigen Charakter 2Nana-
Eleonore nur allzu gut kannte, keine andere Wahl, als seiner �lieben Vase" bei ihrem vorhaben �alle m�gliche
assistenz 311 thun". Am 6.3UT" offenbarte er �in gr��ter Geheimb" dem Reichsadmiral (^laes von Daa und dein
Statthalter Corsitz von Ulfeld �das ganze Werk" und gab Befehl, da� die beiden Kriegsschiffe �patientia" und
�^Necrkatze", von denen das eine H8, das andere 28 �halbe (Eartaunen" f�hrte, unverz�glich mit H00 auserlesenen
Soldaten und Soots?euten bemannt und �mit allerhand victualien auf drei Monat woll versorget werden"
sollten. Va die Mitf�hrung von Silbergeschirr, Tischt�chern, Aonfekl und �hnlichen Dingen leicht Anla� zum Verdacht
geben konnte, wurde zugleich �berall geflissentlich verbreitet, da� es sich um eine Expedition zur Abholung der Herzogin
Sophie von pomment, einer Nichte des K�nigs, handle. Sobald die Ausr�stung beendet war, segelte der Admiral
Erich �tiefen mit beiden Schiffen und mit einer kleinen �Pinasse" nach dem gotl�ndifchen Hafen Slite, wo er die ihm
mitgegebene �wollversiegclte" Instruktion �ffnete. Dieselbe besagte, da� er die �K�nigliche Frau Wittib aus Swcden (!)
ucbcnst ihrem Comitat", nach ihrer Ankunft zu Golland, auf dem Schiffe patieutia bestcrma�en unterbringen und
�tractiren", sie nach Deroselben eigenem Belieben nacher Preu�en oder wo fie sonsten hin will, f�hren" und
bei diesem Werke, �wo es etwa� die Notdurft erfordern w�rde", �sich m�nnlich und tapfer erzeigen" solle.
Inzwischen hatte der d�nische Gouverneur auf Gotland, Holger von Rosencrantz, im Verein mit NIeinau,
der auf einer Jacht des A�nigs schon fr�her dorthin gekommen war, �allerhand zur F�rderung des
Fluchtplanes gemacht. �Stille und in Geheimb" hatten sie auf Aredit ein kleines �1(aufmaimsschiff" angeschafft, das
der A�uigm-Witwe zur heimlichen Uebcrfahrt nach Gotlaud dienen sollte. Anfang Juli stach das �wohl verprovian-
lirte" Fahrzeug unter den: Vefehl des Schiffers Severin Jute in See. Jakob Rafe und (Christian Rautenberg, die die
Fahrt mitmachten, geh�rten angeblich zur Schiffsbesatzung. Zur Vermeidung allen Argwohns fuhr man nicht sofort
nach Trosa, dem von Wide bezeichneten Ausgangspunkte der Flucht, sondern segelte zun�chst nach Nyk�ping. Nach-
dem man hier einige Ladung eingenommen und � was gegebenenfalls von gro�er Wichtigkeit sein konnte � die
erforderlichen Schiffs Ausweispapiere empfangen hatte, wurde die Fahrt in n�rdlicher Richtung bis zum Stockholmer
Sch�rengarten fortgesetzt, wo man, wegen �kontr�ren Windes", im S�fsunde vor Anker ging. Einige Stunden sp�ter
landete Jakob Rafe in einer Jolle beim D�rfchen Daggunga vom St�dtchen Trosa), wo er unter fingiertem
Namen dem kandpolizisten Nils pedersfon ein Pferd abmietete; angeblich, um seine in N^k�ping lebenden Verwandten
zu besuchen, in Wahrheit aber, um Maria -Eleonora ein Schreiben Aleinaus zu �bermitteln, das genaue Angaben
�ber den ganzen Fluchtplan enthielt. Nach etwa einer Woche traf er wieder in Daggunga ein, worauf er sich sogleich
an Nord der noch immer ini S�fsund ankernden �Schute" begab. Schon am folgenden Cage landete er indessen aber-
mals und lie� sich wiederum von pedersson ein Pferd gebcu, da er, wie er sagte, seinen �Seepa�" holen m�sse, den
er versehentlich in Nyk�ring habe liegen lassen. Sein wahres Reiseziel war nat�rlich GripZholm, wo er melden konnte,
da� alles f�r die Flucht bereit sei.
Je n�her die Stunde der erhofften Befreiung heranr�ckte, desto unruhiger und aufgeregter war Maria-Eleonora
geworden. Da sie sich vor allem danach sehnte, vor ihrer �ecd^pirung" noch einmal ihre Tochter zu sehen, begab
sie sich gegen Ende Juni nach Svartsj�. Von hier aus zogen beide A�niginnen am Juli nach der Landes-
hauptstadt, wo sie von den Veh�rden und von der B�rgerschaft mit den gr��ten Ehrenbezeigungen empfangen
wurden. W�hrend ihres Aufenthalts in Stockholm erschien die verwitwete A�nigin wie umgewandelt. Sie war �froh
und lustig", zeigte sich gegen jedermann �verbindlich", verw�nfchte laut ihre fr�heren deutschen Ratgeber und erweckte
bei allen den Eindruck, da� sie mit der Regierung v�llig ausges�hnt sei. Eines Tages erkl�rte sie jedoch pl�tzlich, sie
m�sse sofort nach Gripsholm eilen, da sie �daheim etwas Wichtiges anzuordnen" habe. Als die junge A�nigin sie
beschwor, doch noch ein paar Tage zu bleiben, versprach sie ihr, �innerhalb vier Wochen" wiederzukommen, wie
schwer ihr der Abschied von ihrem einzigen Ainde wurde, beweist das eigenh�ndige Schreiben, das sie am 26. Juli,
        
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