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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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Diener" war und der gleichfalls ein lautes Klagclte� �ber den �hochbetr�bten Zustand" seiner Herrin anstimmte.
Dieselbe werde, so versicherte er, �Gott erbarm's also eingesperrt und bewachet", als ob sie �das Reich verraten"
wolle, d�rfe weder �allein mit ihrer Cochter reden" noch �nach Belieben" �Hof halten" und solle entweder die bei
Lebzeiten Gustav-Abolfs von ihr gemachten Schulden aus ihrer eigenen wasche bezahlen oder aber auf so harte
Bedingungen eingehen, da� es �Schand' und S�nde" sein w�rde, �einer B�rgersfraucn solches anzumuten".
Die Hauptaktion der Freunde der A�nigin-Witwe begann indessen erst, nachdem diese sich Anfang April, wie
bereits erw�hnt, endg�ltig mit der Verlegung des Fluchttermins auf den Sommer einverstanden erkl�rt halte. Hm
Auftrage des Hofmarschalls von pent� fand sich Kleinau gegen i&i�e Z??ai in �Ostpreu�en ein, um den� Kurf�rsten
den �calamitosen Zustand" Maria -Eleonoras ausf�hrlich zu schildern und ihm zugleich insgeheim mitzuteilen,
dieselbe habe die �best�ndige, un�nderliche resolution gefasset, sich durch eine retir�e von �annen zu begeben und
des harten Jochs sich zu befreien", und setze hierbei �vorneniblich alle Confidentz" auf die �h�lflichen F�rschl�ge"
ihres Vruders, bei dem sie, nach gl�cklicher �retir�e", hoffentlich �woll angenommen und geliebet fein" werde.
So innig Georg-Wilhelm indessen seine Schwester auch liebte und so sehr ihn auch ihr �Ungl�ck und bedr�ngter
Zustand afficiren" mochte, so war er doch von ihrer �intention" recht wenig erbaut, da er richtig vorausahnte, da�
deren Ausf�hrung �gro�e difficulteten" nach sich ziehen werde. 23efonoer$ gab er Aleinau gegen�ber der Besorgnis
Ausdruck, da� 2.naria=(?Ieonora, falls sie �ohne consens und Bewilligung" des Senats Schweden verlie�e, ihr �XDittumb"
verlieren und mithin in noch gr��ere �Vedra'ngnus", �Sorge und Vek�mmerms" als fr�her geraten w�rde. F�r ihn
selber aber, so �u�erte er wiederholt, fei es �eine wahre Unm�glichkeit", �bei jetzigen Zeiten", wo die Schweden
�die Chur- und 2Nark Brandenburg totaliter ruiniret" h�tten, feine Schwester �alhier in Preu�en" �k�niglich und
Dero Stande gem��" aufzunehmen. Vielleicht, so fuhr er fort, k�nne fie �ihren scopum" erreichen, wenn sich der
V�nenk�nig bereit finden lie�e, bis zur Wiederherstellung eine- dauerhaften schwedisch-brandenburgischen Friedens f�r
ihren Unterhalt zu forgen und �durch Schreiben oder Schickung" alles �inbessere Richtigkeit" zu bringen. Allein am
sichersten, so meinte er, werde sie zweifellos handeln, wenn sie �sich nur noch ein wenig gedulden" wollte, damit er
und Christian, nach Aufh�ren der Feindseligkeiten, sich ihrer dann um so besser �mit Frucht und Nutzen"
annehmen k�nnten. 3n Uebereinstimmung hiermit beauftragte er den Abgesandten in der Abschiedsau�ienz, �berfeine,
des Aurf�rsten, Gedanken und Vorschl�ge das Gutachten des D�nenk�nigs einzuholen sowie au�erdem durch pen^
unverz�glich der K�nigin-Witwe ��berschreiben" 511 lassen, sie m�ge �sich in einer so wichtigen Sachen nicht �ber-
eilen" und sich nicht auf �Ungewisse H�lfe und Mittel" verlassen, sondern �dis Vesserung noch etwas in Geduld erwarte^ ".^
Bei der Wiederankunft Aleinaus in der d�nischen Hauptstadt war jedoch der W�rfel bereits gefallen. Wohl
hatten pen^s und wibe inzwischen, �bester M�glichkeit nach", durch schriftliche wie m�ndliche �rationes und hoch-
wichtige argumenta" A?aria-Lleonora �zu Gem�te gef�hret", da� sie �sich tranquilliren" und ihre �retir�e" �bis auf
eine bequemere Zeit ausfeilen" folle. Aber an der Ungeduld der A�mgin-Witwc waren alle ihre Bem�hungen gescheitert.
Schon Mitte Mai schickte sie Jaf�b Rafc mit mehreren Schreiben ab, in denen sie dem D�nenk�nige, dem Thronfolger
Christian, dessen Gattin Magdalena Sibylle und dem Hofmarschall von pent? zur Kenntnis gab, da� sie unab�nderlich
entschlossen fei, �ihre intention in diesem Sommer zu Wasser auszuf�hren", �sich aus Schweden fortzuschleichen und
nach Gotland hin�berzusegeln, von wo aus sie dann nach Preu�en hin�ber wolle". Auch drang sie in wibe so lange, bis
dieser auf kurze Zeit nach Kopenhagen reiste, um seinen Gebieter an das ihr gegebene versprechen Zu erinnern und
ihm in ihrem Auftrage zu er�ffnen, da� sie, wofern man noch weiter �difficultiren" w�rde, �durchaus nicht l�nger zu
1 lieber diese Verhandlungen vgl. folgende Akten im R�nigl. Preu�. Hausarchiv: Mana-Eleonora an Georg-N?ilhelm , �ripstfolm
26. �Ft. /5. Uqv. (63? [eisend ' praes. I�sterdura 26, 3an. / 5. Febr. {6^0) � 3chr�tel an den Kurfl.Geh. Hat von �riimi, K�nigsberg
5, ii. *3.Febr. i&^0; (Seorg-t�iltielm an l??a?a-(E[eo�tora, K�nigsberg 30. M�rz 11, (7. April (6^0 [Koujeptc]^ undatierter Vrief [von
3eoenn Rinck, nach einem Tiegelrcst �S- R." zu schlie�en^ an Georg-Wilhelm, vielleicht im Fr�hjahr (�^o geschrieben; pen^ an Georg-
Wilhelm, Flensburg 22. April/2.Mai X^o [eigenl|,] u. Kopenhagen 8./ ;s. 3uni \&�o [eigenti.; praes. K�nigsberg 8. 3uli]^ Georg 'Wilhelm
an Pentz, K�nigsberg (5./25. Mai \6%o [Konjept].
�ol)(njoIImt'J11^) lso?. 26
        
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