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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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Kunbe, da� es ibren Verwandten und Freunden �so elend m l�ciftlant ergehe", betr�bte fie �troll von herzen",
besonders lebhaft beklagte sie das pl�tzliche hinscheiden Herzog Bernhards von Weimar, der, une sie einmal �u�erte,
�noch ein Deiz herz gehabet", und der �feinen (!) frcnlbden nadzion Deizlant nicht (!) gern [l?abe] in die H�nde liefern
trollen". �Ivan ich an Deizland gedenke, so blut[et] mit mein herz", schrieb sie einige lvochen sp�ter bek�mmert an
ihren kurf�rstlichen Vruder. �IViegerne woll ich ihnen helfen, aber es hilft alles nicht, wie gerne ich es jaucht Hut
s�he, Setcit ist bas beste Mittel", 3mmer sehnsuchtiger wurde ihr verlangen, don schwedischen �Tirhanen (!) su
entfliehen, die nicht nur fie selbst, sondern auch die armen Leute braugen �inbas liebe Oeitzland" in �Not und Elend"
gest�rzt hatten. Aber wo sollte sic einen Helfer finden? �Ich bekenn', bei solchen (!) Zustand begehr' ich mich nicht
lange von (Boit zu leben", �u�erte fie Mitte August K>5<) verzweiflungsvoll 511 ihrem Schwager Johann Kaflmit.1
Da erstand ihr pl�tzlich in der Person des Danen
k�nigs ein Letter au5 aller und Drangsal.
solange der plan einer l)eiratsverbindung zwischen der
jungen schwedischen K�nigin Christine und dein d�nischen
prinjen Friedrich bestand, war Christian IV. redlich bem�ht
gewesen, �luuia fleoiiova den plan einer Flucht aus Schweden
auszureden, da er ganz richtig erkannte, da� jede Beg�nstigung
desselben durch D�nemark unfehlbar das sofortige scheitern
jenes vermahlungsprojektes zur Folge gehabt h�tte. Als
indessen j>inz Friedrich etwa ?Ttitte (639 endg�ltig auf seine
lietratsabfid>ten am fdnnebifdien lx�uigsf?ofe verzichtete und
statt dessen als Bewerber lim bi� l)and der Prinzessin Sophie
Kmalie von Braunfcfymeig L�neburg aufzutreten begann-,
vollzog sich in der schwedischen Politik feines Daters ein
vollst�ndiger Nmschwung. 5uni Ceil in dcr Hoffnung, den
gr�ndlich verha�ten im Nachbarreiche einen
b�sen streich spielen 511 k�nnen, zum Teil aber auch aus
ehrliche�� Mitgef�hl mit der verwitweten K�nigin, fa�te er
im Sommer \o�9 den Entschlu�, feine bisherige Zur�ck
hallung aufzugeben und das vorhaben Maria (Eleonores
k�nftig 511 �favorisireu". 3111 August erschien auf ihrem
Hepbenjfct/loffe zu Gripshobn der d�nische Resident peter IPibe;
angeblich, um ihr im Namen seines Gebieters �ein schwarzes,
foyhic21ma litnon Srautifditpeig, �Viiiiihlin �ic^ prinjen Sriebridj Don �iiinaiinif
KupfnfHd) mm p. trofti;c[
sehr artiges H�ndchen mit einein k�stlichen Halsband von vielen Nlein�dchen" als Geschenk z>i �berreichen, in lvahrheit
aber, um sich mit ihr wegen des bei der Flucht einzuschlagenden NX'ges ins Einvernehmen zu setzen und ihr IVrhaltungs
ma�regeln zu erteilen, damit alles �fein in der stille und unvcrmerkct zuginge". Zu seinem Erstaunen erfuhr er von
ihr im des Gespr�ches, da� sie zu solchem Zwecke bereits einige vorbereitende Ma�regeln getroffen hatte. 5o
hatte sie - unter dem I^onvande, da� sie ungest�rt �frische sch�pfen" und �spazieren gehen" wolle in eine,n
ihrer Gartenzimmer zu Gripsholm eine C�r, von dcr aus eine Treppe direkt in den �Lustgarten" f�hrte, durchbrechen
und unten einen langen, bedeckten Laubengang anlegen lassen, der �ein gro� IDegs in die U)iese hinaus" und
fast bis an das Ufer der Malarbucht reichte. 5�o hatte sie ferner, um bei einem etwaigen heimlichen verschwinden
einen m�glichst gro�en Dorsprung zu gewinnen, seit Ende f�r sich und ihren Hofstaat allmonatlich drei
1 vgl. 3?erglj, XXII,5. 197 2lnm. J>^u imS^tncb. Kcidjsavdjt�; ltt.'(?Ieonora au 3�^- Kasimir, (Sripsholiu 3./13. 2Cug. (639
Lciijctib.] 11. {6,/26.2l�$. (659 [eigenh.], Daj� im K9itig(.preug. liausatdiii1:?H.-�lconora an (S.'�filticlm,(Sripstjolin r*>.0Ft. / 5. Hop, (659
[ei(jentt.]< � 2 vgl. hier�ber Fridcricia, II, f. l',<)f.
        
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