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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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Vorbereitungen zu einer so schlau ersonnenen und so ungew�hnlich romantischen Flucht besch�ftigt, da� man, wie der
Reichskanzler Anfang 56HI vor versammeltem Reichstage durchaus richtig bemerkte, �ein Gegenst�ck dazu nimmer
finden d�rfte, auch wenn man alle Historienb�cher durchbl�ttert ".^
V
Die heimliche Flucht nach D�nemark (^6^0)
Ver plan Maria-Eleonoras , dag schwedische Reich vor�bergehend oder auf immer zu verlassen, reicht, wie
wir uns von fr�her her erinnern, in seinen Anfangen bis in die erste Zeit nach dem Tode Gustav-Adolfs zur�ck
und stand mit dem im Fr�hjahr vom Reichstage zum erstenmal er�rterten Projekt einer Trennung Christinen^
von ihrer Nlutter zweifellos in engem Zusammenhange. Allein weder der brandend urgische Aurf�rst noch der D�nen-
f�nig waren damals gewillt, das Vorhaben der K�nigin=H)itiDc irgendwie 311 unterst�tzen. Dringend riet Georg Wilhelm
im April \635 feiner Schwester davon ab, sich aus Schweden zu begeben, da solches �sich in keinerlei weise schicken
und ihr selbst h�chste Ungelegenheit nach sich ziehen" w�rde, und auch Christian IV. erteilte ihr im Dezember desselben
Jahres auf ihre Anfrage den �wohlgemeinten Rat", nicht nach Preu�en �zu ihrem Herrn Vruder zu ziehen", fondern
vorl�ufig �lieber zu dissimuliren", zumal �die Zeit alles noch remediren" k�nne. Vielleicht h�tten die freundschaftlichen
Ermahnungen der beiden F�rsten die gew�nschte Wirkung erzielt, h�tte nicht der Senat durch sein schroffes Vorgehen
gegen die A�nigin-Mtwe im Jahre 1.656 alles von neuem verdorben. Seit ihrer Verbannung nach Gripsholm und
seit ihrer unfreiwilligen �s�paration" von ihrer Tochter entwarf sie, wie wir im vorigen Kapitel ausf�hrlich darlegten,
fast ununterbrochen Reift- und Fluchtpl�ne, bereu Ziel bald die d�nisch-schwedische Grenze, bald wiederum das
Herzogtum Preu�en war.
W�hrend alle jene Projekte und Unternehmungen im wesentlichen einer fl�chtigen kaune oder einer schnell
vor�bergehenden Verstimmung ihre Entstehung verdankten, lassen sich im Jahre die ersten Spuren eines sorg
f�ltig erwogenen Fluchtplanes nachweisen. Von ihrer Cochter geflissentlich ferngehalten, von den meisten Senatoren
mit Vorw�rfen und Kr�nkungen �berh�uft, von ihren Gl�ubigern schwer bedr�ngt und ihrer langj�hrigen deutschen
Umgebung fast v�llig beraubt, f�hlte sich Maria-Eleonora damals tief ungl�cklich, ja sogar, ihren eigenen Worten
zufolge, �kein^ Stunde" ihres Gebens sicher und von den Reichsr�tcn �so hart und bardarisch wie ein Sclave oder
Gefangener tractiret". Allein zu den rein pers�nlichen Beweggr�nden, die ihr im Taufe dieses Jahres den Aufenthalt
in Schweden immer mehr verleideten, gesellte sich auch noch eiu INotiv, das ihrem Herzen alle Ehre machte: ein
aufrichtiges AAtleid mit dem Schicksal ihrer deutschen kaudslcute. So t�richt es auch w�re, bei ihr etwa ein deutsches
Nationalbewu�tsein in modernem Sinne vorauszusetzen, so l��t sich andererseits doch nicht bestreiten, da� sie trotz ihres
langj�hrigen Verweilens auf schwedischem Vodcn � �hnlich wie hundert Jahre spater ein anderer Hohenzollernspro�
auf schwedischem K�nigsthrone, die geistvolle Schwester Friedrichs des Gro�en, Tuisc-Ulrikc sich jederzeit eine gut
branden burgisch- deutsche Gesinnung bewahrt hatte. Der Grundton, der in allen ihren eigenh�ndigen Briefen aus dieser
Zeit wiederklingt, ist tiefer Schmerz �ber die grausamen Verheerungen, unter denen die Vewohncr der kurbrandeu-
burgischen kande wie auch vieler anderer Ceile Deutschlands bei den schwedischen Ariegsz�gen zu leiden hatten. Jede
�b�se Zeitung aus Preisen 
    
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