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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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,.angestiftet" h�tten, mochte sie auch bei ihrer ewigen �Seligfett" beteuern, da� sie nichts davon gewu�t habe und da�
Gott ihre �Unschuld am Tage kommen lassen" werde.
Uni so weniger waren Me schwedischen Machthaber nat�rlich geneigt, ohne weiteres Me auf Mc Ernennung
ein� neuen Hofmarschalls bezw. auf die Tilgung ihrer Schulden bez�glichen Vorschl�ge gutzuhei�en, die Maria-
?Ieonora schon im Niai, w�hrend der Anwesenheit Gyllenhielms , schriftlich dem in Ionk�ping tagenden Senats*
ausschusse �bermittelt hatte, deren Behandlung dieser aber bis zur n�chsten pUnarperfammlung des Reichsrats verschoben
hatte. Als am 22. August in wester�s die Angelegenheit endlich vor fast vollz�hlig versammeltem Senate zur Sprache
kam, herrschte anfangs im Sitzungssaale eine ziemlich kriegerische Stimmung, die in einer scharfen Philippika des
Reichskanzlers gegen die K�nigin-tDitme und gegen deren Benehmen seit dein Tode Gustav-Adolfs ihren Ausdruck
fand. Wohl suchte der Reichsadmiral auch diesmal seiner Schw�gerin zu Hilfe zu kommen, indem er in deren Auftrage
mitteilte, da� sie auf der (Ernennung des jungen Freiherrn Venedikt Skytte zu ihren, Hofmarschall nicht l�nger
bestehen wolle, und indem er weiterhin betoute, da� sie keineswegs, wie man ihr nachsage, gegen die Reichsr�te �invidie
und Ha�" hege, sondern von ihnen nichts weiter begehre, als da� sie, wenn sie mit ihr �etwas zu reden" h�tten, nur
�einen oder zwei aus ihrer Mitte" schicken m�chten, da sie jedesmal �sich zu Tode erschrecke", wenn sie �so alle auf
einmal heraufk�men". Seine Rede erzielte indessen nicht die erhoffte Wirkung, zumal er mit der unvorsichtigen
Bemerkung schlo�, seine Schutzbefohlene habe ihm �bei Gott und bei ihrem Gewissen" geschworen, da� sie ganz
unschuldigerweise einer �correspondence" mit den Feinden der Krone Schweden bezichtigt werde. Aergerlich unterbrach
ihn (Drenftierna mit den Worten: �Sie tut es; wer aber mit polen und D�nemark secr?te correspond irt, den soll man
f�r einen Schelm und nicht f�r einen Freund unseres Staates halten".
An dieses unerquickliche Vorspiel schlo� sich eine eingehende Er�rterung der schriftlichen w�nsche, die sie in
betreff der Bezahlung ihrer Schulden ge�u�ert hatte. Ihr Antrag, zu solchem Zwecke einzelne G�ter ihres keibgedinges
an Privatpersonen verkaufen zu d�rfen, wurde nicht nur f�r ,,irr3i��i,n2dSi", sondern auch f�r h�chst bedenklich erachtet,
da ihr Besitz alsdann zweifellos in die Hand ihrer eigenen �Diener" fallen w�rde, die doch gegen die Regierung
�durchaus nicht wohl atkectionirt" seien. Aber auch gegen ihren Alternativvorschlag, da� der schwedische Staat ihre
Gl�ubiger �conwntiren" und Zum Ersatz daf�r einen Teil ihres Teibgedinges empfangen solle, wurden von verschiedenen
Seiten gewichtige Einw�nde erhoben. Mehrere Reichsr�te vertraten die Ansicht, da� die Arone die �auf so unn�tze
weise" gemachten Schulden der verwitweten A�nigin �berhaupt nicht �a^nQ^iren" und sich damit �^viren" d�rfe.
Andere waren allerdings milder gestimmt und meinten, da� man ihr auf irgend eine Art �unter die Arme greifen"
und ihr die �B�rde erleichtern" m�sse. Sie sei, so sagten sie, �schwach von Natur" und �den atikecten gewaltig ergeben"
und k�nne, wofern sie nicht bald ans ihrer finanziellen �Drangsal" befreit werde, leicht in �widerw�rtige Phantasien"
oder, �wie fr�her so h�ufig", in schwere Arankheit verfallen. Auch d�rfe sie als Mutter der regierenden A�nigin die
geb�hrende Achtung und R�cksichtnahme f�r sich beanspruchen, dessen zu geschweige�, da� sie sicherlich �ber den Senat
�andere Gedanken fassen" werde, falls man sie im vorliegenden Falle �odli^iren" w�rde. Da eine sofortige Bezahlung
ihrer Gesamtschulden von 600(10 Reichstalcrn (XX)Reichsmark) schon wegen der sonstigen, auf der Rrone ruhenden
Geldlasten ganz unm�glich erschien, entschied man sich nach einer mehrst�ndigen Diskussion, an der auch der mit der
finanziellen Tage Maria -Eleonoras vorz�glich vertraute Aommissar kangman als Sachverst�ndiger teilnahm, f�r die
Annahme eines von: Reichskanzler eingebrachten Vermittelungsvorschlages. Derselbe verpflichtete die K�nigin-Witwe,
bei den, Budget f�r ihren Hofstaat und ihren Nlarstall verschiedene Abstriche vorzunehmen, mit einigen anderen
�unn�tigen und �berfl�ssigen expensen" k�nftig innezuhalten und Gestrikland sowie einen anderen Teil ihres 6eib-
gedinges an die Rrone abzutreten, wogegen diese sich bereit erklarte, �I.Maj. cre�kore�" durch ratenweise erfolgende
Abzahlungen im kaufe einiger Jahre v�llig zu befriedigen und ihr au�erdem auf Verlangen jederzeit den Aommissar
Tangman als Berater zur Verf�gung zu stellen.
Hierauf er�rterte der Senat ihre �brigen �poswlata". Einzelne wurden ohne weiteres bewilligt, andere dagegen
�
z. V. ihre Vitte um Gew�hrung freien Vorspanns f�r ihren Hofstaat bei Dienstreisen sowie ihr Gesuch uni
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