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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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Posse, wegen angeblichen Ungehorsams eine heftige Szene uni) drohte ihm feine Entlassung an, da sic �auch ointe ihn
leben k�nne". So beschwerten sich die Bauern ihres Cetbgebinges durch eine Deputation gerade damals beim Senat
�ber ungesetzliche Bebr�chingen seitens des Hofpersonals und baten um sofortige Beteiligung der von ihnen angef�hrten
Uebelft�nbe, widrigenfalls beim �gemeinen Manne" der Ausbruch eines Aufruhrs in B�lde zu bef�rchte� sei. So
fanden sich, wie es im offiziellen Ratsprotokoll hei�t, in Strengn�s zahlreiche �Gl�ubiger 1.Maj." ein, die nicht nur
�unter Tr�nenstr�men" versicherten, sie k�nnten weder von Maria -Eleonora noch von pentz �Bezahlung oder Ver-
tr�stung erlangen", sondern auch mit Einleitung gerichtlicher Schritte drohten, falls sie nicht bald zu ihrem Rechle
kamen. Unter solchen Umst�nden kann mau es den Reichsr�ten wirklich nicht verdenken, da� sie am {&.Februar in
Strengn�s den Beschlu� fa�ten, nunmehr mit Nachdruck einzuschreiten und �Pentz nebst seinem Anhange Hals �ber
Aopf fortzujagen". Am n�chsten Tage mu�te er im Senat erscheinen, wo ihm in d�rren Worten er�ffnet wurde,
da� er und seine Helfershelfer unverz�glich �abziehen" oder sich auf den schlimmsten �affront" gefa�t machen m��ten,
da die Regierung keineswegs gewillt sei, sich noch l�nger von ihnen �Ungelegenheiten" bereiten zu lassen. Hierauf
gingen die Vorm�nder zur K�nigin*JDitu.->c, die in der ersten Best�rzung
�
nach kurzem, lebhaftem widerst�nde �
sich in der Tat bereit erkl�rte, einen Teil ihres deutschen Hofstaates zu verabschieden.
Schon nach kurzer Zeit freilich bedauerte sie ihre �bereilte Zusage und bot alles auf, um ihre deutschen Freunde
vor dem ihnen drohenden Geschick zu dewahren. Auch diesmal wieder war es der Rcichsadmiral Gyllenhiclm, der
sich der Gemahlin seines verstorbenen Halbbruders Gustav-Adolf mit ritterlichem Eifer annahm und feine Aollegen
ersuchte, mit den �Schw�chen" seiner Schw�gerin noch einmal �Nachsicht zu haben". In der Senatssitzung vom 3. M�rz
gab er zu erw�gen, ob man nicht �die in Strengn�s gefa�te Resolution etwas lindern" k�nne, und machte den vor-'
schlag, da� Oentz einem Reichsrats Mitglied untergeordnet, diesem �die Vberinsvektion �ber den Hofstaat" �bertragen
und gleichzeitig ein neues Hof- und Verwaltungsreglement ausgearbeitet werden solle. Seine Antr�ge stie�en jedoch
teilweise auf lebhaften Widerspruch, namentlich beim Reichskanzler, der eine sofortige �ex�cution" des fr�heren
Beschlusses verlangte, damit Oentz in Zukunft nicht mehr seine verd�chtigen �confia betreiben" und der Regierung
�eine Nase drehen" k�nne. Nach langer Debatte einigte man sich zu guter 3etzt dahin, da� Gyllenhiclm sowie der
Reichsrat Freiherr Johann Skytte, der gleichfalls bei Maria-Eleonora als per�ona Araris�iriZ, galt, nach Gripsholm
entsandt werden sollten, um ihr bei der Wahl eines neuen Hofstaates behilflich zu sein, die allgemeine Verwaltung in
ihrem 3eibgedinge zu pr�fen, ihr ein neues Hofstaatsreglement zur Unterschrift vorzulegen und das vorgehen des Senats
in der ganzen Angelegenheit, zur Vermeidung �aller widerw�rtigen Gedanken", bei ihr besterma�en zu �?xcu�iren".
Als Gyllenhielm und Sfytte am \2> April in Gripsholm eintrafen, fanden sie die U�nigm -Witwe �bei
ziemlicher (eibesschwachheit". Ihr zarter K�rper war den seelischen Aufregungen, die feit Beginn des 3ar ununter-
brochen auf sie einst�rmten, auf die Dauer nicht gewachsen gewesen. 3in M�rz erkrankte sie pl�tzlich, und einige Tage
war ihr Zustand �ganz desperat", Zwar erzielte die vom Doktor �Hermannus" und com �Teibbarbierer" des f)falz-
grafcn �f�rgenommene cura" und �adhibiruug einiger medicamenten" bald eine g�nstige Wirkung. Doch erholte sie
sich nur sehr langsam, so da� die beiden Reichsr�te bei ihrer Ankunft sich gen�tigt sahen, mit ihr �ber die ��ducation"
Christinens sowie �ber die Entlassung ihrer deutschen Umgebung �mit gro�er Vedachtsamkeit" zu reden. Denn sobald
sie von ihnen ein �unbehagliches wort" vernahm, brach sie �unter Ach und wehklagen" halbohnm�chtig zusammen
und flehte zu Gott, �er m�ge sie nicht in Verzweiflung geraten lassen", �wirk�nnen", so berichtete damals der Reichs^
abmira?, �wohl von ihr sagen, was die Heilige Schrift von Salbet sagt: sie beweint ihr l{tnbund will sich nicht tr�sten
lassen". Demgem�� waren er und feine Kollegen denn auch zun�chst vor allem bem�ht, Maria-Eleonora friedfertiger
zu stimmen, und hierbei leistete ihnen 3or;ann^1
    
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