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Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

Full text: Gustav Adolfs Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg : IV Reisepläne und Fluchtversuche

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zu retten und aus ihrem gro�en Elend zu bringen, dan da� man ihr aus Schweden helfe; und wer darwider redete
oder solche Reise verhindern swollte), w�rde es bei Gott nimmer verantworten k�nnen". Veim Abschied �bergab sie
ihm �Gru�brieflein" an ihre Schwester Anna-Sophie von Vraunschweig und an ihre kurf�rstliche Schw�gerin, w�hrend
sie ihm sp�ter noch durch IVibe ein �Vriefchen" an ihren Vruder Georg -Wilhelm zustellen lassen wollte.
Nach seiner wiederankunft w Stockholm machte Schr�tel dem pfalzgr�flichen Ehepaare einen Ab-
schiedsbesuch. Von Johann-Aasimir erfuhr er bei dieser Gelegenheit, da� in Schweden eine so gro�e Erbitterung
gegen den Grafen Schwarzenberg herrsche, da� man denselben, falls er in schwedische Gefangenschaft geriete, unfehlbar
sofort �mit gro�en, peinlichen Schmerzen an h�chsten Baum henken lassen" w�rde. Aatharina wiederum wollte
namentlich von ihm wissen, ob es wirklich wahr sei, da� der Aurf�rst mit seiner Gemahlin in einem gespannten Ver-
h�ltnis lebe, und da� Schwarzenberg um die Hand der kurbrandenburgischen Prinzessin 3uise- Charlotte angehalten habe.
Am Juni begab er sich zu dem d�nischen Residenten, der ihm das schon erw�hnte Handschreiben der verwitweten
A�nigin an den Aurf�rsten einh�ndigte. So konnte er denn, da seine offizielle Abfertigung durch den Senat bereits
am 6. Juni erfolgt war, den f�r ihn so gef�hrlichen Voden Schwedens endlich verlassen.
Nach seiner Landung in A�nigsberg (etwa NUtte Juli) verfa�te er sofort einen ausf�hrlichen Vericht �ber
seine Sendung und schickte dieses �weitl�ufige Geschmier" � so sagt er wenigstens selber � nebst dem k�niglichen
Handschreiben an seinen in der Atark Vrandenburg residierenden Gebieter. Seine packende Schilderung, die er Mitte
August noch durch einige Nachtr�ge erg�nzte, und das �Lamentieren" Maria-Eleonoras in ihren� Vriefe blieben nicht
ohne Wirkung. Georg-IVilhclm geriet in die gr��te Sorge, da� seine Schwester, falls ihr nicht bald �herau�er
geholfen" w�rde, sich �noch darumb wol selber Nebels zuf�gen" k�nnte, und glaubte sich daher nicht l�nger gegen
ihre w�nsche in betreff der Reise nach Preu�en str�uben zu d�rfen. �WeilEw. Agl. Wrd. und (d.Meinung", hei�t
es w�rtlich in seiner Antwort, �indiesem Fall zu ver�ndern unm�glich, als willIch Deroselben hierin zu widerrathen
nicht weiter beschwerlich sein, sondern Deroselben vielmehr alle br�derliche Hilfe darzu leisten. Nnd soll Mir nichtes
liebers sein, als Ew. Agl. IVrd. und kd. schleuniges!� Ankunft anhero, worzu Ich Ew. Agl. U)rd. und td. viel
Gel�ck und heil will gew�nschet haben. Wollen auch DersoMben bei Dero Ankunft das Ambt Angerburg bei Dero
kebenstage^ mit aller Zubeh�rung zu Dero Hofstaat und Unterhalt stracks einr�umen lassen und im �brigen allen
guten willen nach h�chstem Flei� und Verm�gen alhier erweisen". Gb dieser Vrief wirklich an seinem Bestimmungsort
angelangt ist, verm�gen wir mit Sicherheit nicht zu sagen. Nur soviel steht fest, da� die A�nigin-Witwe es inzwischen
f�r ratsam erachtet hatte, ihre im Mai dem Reichskanzler gegebene Zusage buchst�blich zu erf�llen, h�chstwahrscheinlich
durch die Auszahlung ihres m�tterlichen Erbteils (Mitte Juli) vor�bergehend mit der schwedischen Regierung aus-
ges�hnt, schrieb sie am 25. August aus Stockholm an ihren kurf�rstlichen Vruder, sie habe, um von den Reichsr�ten
�den k�nftigen Sommer kein widersprechen h�ren" zu m�ssen, ihre Reise �dies Jahr eingestellt", werde aber im
n�chsten �gewi� von hier ziehn".'
Und diesmal sollte es nicht bei den Worten bleiben! Genau ein Jahr sp�ter war Maria Eleonora pl�tzlich
verschwunden. Niemand wu�te � wohin.
Mitte August 638 wurde die junge A�nigin Christine von einem Scharlachfieber befallen. Da die Arank-
heit binnen kurzem eine nicht unbedenkliche Wendung nahm, fand am 20. August eine zahlreich besuchte �enalsfitzung
statt, in der dar�ber beraten wurde, ob nicht die verwitwete A�nigin ,,a6vocirt" werden solle. Wohl bef�rchtete ein
gro�er Ceil der Reichsr�te, sie werde, �auf die me�icos keine R�cksicht nehmen" und �durch a�kibirung undienlicher
Medicamente die Arankheit noch schlimmer machen". Andererseits hielt man es jedoch f�r �bedenklich", bei einer
solchen Gelegenheit �I.Maj. von Ihrer Tochter auszuschlie�en" und dadurch, im Falle eines t�dlichen Ausganges,
1 �Sv. Riksr. Protokoll", VU, S. 56f. u. 5?f.; Vergh, XXII,S. (99 Anm. u. 200 f. Dazu im ASnigl. preu�. Hausarchw:
Ichr�lel an Geora-Wilhelm, K�nigsberg (0./20.3 11'' un q./
    
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