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Aus der Regierungszeit des Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg

Full text: Aus der Regierungszeit des Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg

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Aus der Regierungszeit des Rurf�rsten Johann Stgismunfc
von Brandenburg
Zur 300 j�hrigen Wiederkehr seines Regierungsantritts am 18. Juli 1608
von
Eduard Clausnitzer
**SjJMs der sp�tere Aurf�rst Johann -Sigismund am 8. November 511 fjalle geboren wurde, leuchtete int Sternbild
der Cassiopeia ein Stem von wunderbarer Sch�nheit aus, bein Jupiter an Gr��e gleich, Selbstverst�ndlich fand diese
Himmelserscheinung sofort ihre Deutung. Allgemein fat; man Krieg und H�te kommen �, oie Bewohner der Mark
aber erkl�rten, dies sei �Brandenburgs Gl�ckstern", der dein jungen Prinzen eine herrliche Zukunft verk�nde.
Schwer ist es zu entscheiden, inwieweit fier; dies im ?ebcn des Aurf�rsten verwirklicht hat. Jedenfalls aber
bedeutet feine Regierung, wenn auch nicht einen Wendepunkt, so doch einen Markstein in der brandenburgisch^preu�ischen
Geschichte. Aleve-Mark-Ravensberg sowie Preu�en fielen damals an bas Aurhaus. Damit waren gewisserma�en
der Politik f�r die folgenden Jahrhunderte die Ziele gegeben, die Grenzlinien des kommenden preu�ischen Staates waren
gesteckt �, f�r die Zeitgenossen allerdings noch unbewu�t.
Wie stellten sich nun die Vewohner der Mark Brandenburg gegen�ber dem k�nderzuwachs? Es ist lehrreich,
Schritt f�r Schritt den Stand der �u�eren Ereignisse von bis -mit den: Verlauf der st�ndischen Versamm
lungen zu vergleichen: die gro�en Tatsachen der Politik spiegeln sich im Aleinen, und oft auch im Aleinlichcn wieder!
w�hrend drau�en imReich sich weltgeschichtliche Dinge vorbereiten, die schlie�lich zum Drei�igj�hrigen Ariege f�hren sollten,
kam man im Innern von den gew�hnlichsten Sorgen des t�glichen Lebens, von dem kurzsichtigen Beschr�nken auf die
eigene Schalle, und selbst in den St�dten von Airchturmspolitik und Kr�mergeist nicht los. Stets erkl�ren die St�nde,
n�mlich Adel und B�rger, ihre Anteilnahme an den Geschicken des Staates. Sie versichern die kurf�rstlichen R�te
ihrer untert�nigsten Gesinnung, sie wollen sehr gern helfen �, aber sehr ungern zahlen. Zwar wird wiederholt aus-
gesprochen, wie ihnen des Vaterlandes Wohl am Herzen liege, wie kurf�rstliche Gnaden ja Vater des Vaterlandes sein
und bleiben m�ge. Aber allzuhoch d�rfen diese Worte nicht veranschlagt werden. Sie sind damals allgemein �blich
und gehen bez�glich des Begriffes Vaterland auf das Studium des klassischen Altertums, besonders des Cicero zur�ck.
        
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