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Friedrich der Große und seine Leute : I Hans Karl von Winterfeldt

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : I Hans Karl von Winterfeldt

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abhalten, so dr�ckte sich dieser aus, und in wilder Hetze ging es jetzt hinter den Feinden her; wie er einem Freunde
berichtete, schlief er des Nachts nur zwei Stunden, manche Nacht gar nicht. Gegen Ende des Monats berief Friedrich
ihn dann in gleicher Stellung nach Niederschlesien, um auch boxt bus Tand zu sch�tzen und die Gesterrcicher und
Sachsen, deren Einbruch er erwartete, sorgf�ltig zu beobachten. Mit dem Entschl�sse, �brav um und vor sich zu
pr�geln", traf winterfeldt auf seinem neuen Wirkungsfelde ein, und es gl�ckte ihn�, eine Abteilung Kroaten, die bas
Hirschberger Magazin fortf�hren wollten, zu �berfallen und trotz verzweifelter Gegenwehr zu �berw�ltigen. Ver Vank
des K�nigs f�r diesen gl�cklichen Streich war die Verleihung des Ordens pour le m�rite.
den n�chsten Wochen spitzte sich die tage immer ernster zu. Tats�chlich befanden sich die Gegner im
Anmarsch. Doch winterfeldt war auf dem Posten, und die l�ngst herbeigew�nschte Gelegenheit, den Feind einmal
ordentlich zu treffen, um ihn, �willsGott, eingesegnet zur�ckzuschicken", war n�her, als er vermutete. Bei Reich-Heinersdorf,
unweit kandeshut, kam es zwischen dein von ihm gef�hrten kleinen Rorps und der �sterreichischen Avantgarde unter
Nadasdy am 2!^. Mai zum Zusammensto�, von dramatischer Lebendigkeit ist eine Szene, die unser Held uns selbst
beschreibt. Vie Preu�en standen auf einem H�henzug; feindlichen Aroaten war es gelungen, ein Geh�lz in ihrer
Flanke zu besetzen und von da aus die preu�ische Stellung zu bestreichen, ohne da� mau ihnen etwas anhaben konnte.
�Hier war nun kein anderer Rat," so erz�hlt der General, �als ich redete die Vursche zu, wir wollten mit die
Bajonette in sie hinein; ich sprang auch gleich mit einige Grenadiers zuerst von der Anh�he herunter und rief:
schie�et nicht, Vursche, nur mit die Vajonetter in die Canaille herein! Hierauf verga�en die panduren das Schie�en
so gar, da� sie �ber Hals und Aopf den Berg herunterliefen." Vas Feld und der Sieg verblieben den Preu�en.
An diesem Cage offenbarten sich nach fachm�nnischem Urteil alle hervorragenden kriegerischen Eigenschaften Winter-
fcldts in ihrer seltenen Vielseitigkeit: �kluge Erw�gung und rascher Entschlu�, vorsichtiges Abwarten und r�cksichtsloses
Einsetzen aller Ar�fte zum entscheidenden Angriff"; dazu kam �gl�nzende pers�nliche Tapferkeit, eine �u�erst geschickte
Verwendung der drei Waffen und die gewandte Benutzung des Gel�ndes". Als ihn der A�nig daraufhin, unter vor-
datierung seines Patentes, zum Generalmajor ernannte, da antwortete er dankerf�llt mit dem von Herzen kommenden
Gel�bnis: �Nichts in der Welt wird mir zu schwer sein, was ich nur zu Ew. Majest�t Wunsch und willen ausrichten
kann, mich mit Freuden deshalb zu sacrisiciren, und w�rde mir wohl zur gr��ten Freude gereichen, wenn ich die
erste Probe an dein General Nadasd-y davon erweisen k�nnte, als mit welchem ich anjetzo als Generalmajor noch ein
wort mehr wie vorher mitsprechen und ihm gerne doppelt bezahlen wollte."
vor der vereinigten �sterreichischen und s�chsischen Armee mu�te winterfeldt, so nahe es ihm auch nach seiner
eigenen Erkl�rung ging, zur�ckweichen. Aus seine Meldung zog der A�nig seine Truppen zusammen und setzte sich
in Bereitschaft , um den vernichtenden Schlag zu f�hren, sobald die ahnungslosen Gegner aus dem Gebirge in die
freie Ebene heraustraten. �Da� sie herauskommen werden," so schrieb der General am 50. Mai in froher Sieges--
Zuversicht, �glaube ich ganz gewi�; was ihnen aber dazu bewegt, deshalb kann ich keine andere Ursache einsehn, als
da� sie mit Blindheit geschlagen, ihr Ma� voll und ffie^ von der Vorsehung zum Schlachlopfer destiniret sein, als
worzu ihnen die s�ckschen Geschwindst�cke den Mut inspiriren m�ssen." Man stand am Vorabend von Hohenfriedberg.
Sowohl in der Schlacht, die mit den, gl�nzenden Siege der Preu�en endete, wie bei der Verfolgung befand sich
winterfeldt bei der Avantgarde.
Aus den folgenden Wochen stammt ein Schreiben, das ein besonderes kicht auf das Verh�ltnis zwischen dem
Monarchen und seinem Generaladjutanten zu werfen geeignet ist. Vcr K�nig hielt es f�r n�tig, winterfeldts Wagemut
zu z�geln, und verbot ihm, bei den fast t�glichen Begegnungen mit den Feinden sich pers�nlich ohne Not blo�zustellen.
Darauf erwiderte dieser am ?. August: �Da Ew. Majest�t allergn�digste Grdres nur allezeit ganz heilige Gesetze sein,
so werde auch Derselben darin folgen, mich nicht unn�tig zu exponieren und aus Vorwitz das Ziel meiner treuen
Dienste zu verk�rzen. Zch w��te auch nicht, da� ich es bishero mehr Zethan, als es meine Schuldigkeit und Function
erfordert; denn obzwar die beiden letzten Gelegenheiten von keiner Wichtigkeit, so sind dennoch Unist�nde dabei gewesen,
da� ich habe gut Exempel geben und zeigen m�ssen, da� ich ihnen nicht mehr zumutete, als worzu ich mich selbst
        
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