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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Wettin

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Wettin

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hatte einst an des Kaisers Heinrich VII. Seite in 3 en gefachten (\3\�) und bann bu denkw�rdige Schlacht
bei M�hldorf (28. September J322) durch seinen gl�nzenden Reiterangriff zu Gunsten Aaiser tudwigs entschieden.
Sein Hohn Johann II. wirkte als m�chtiger Schutzherr (�Pfleger") und �Hauptmann der Mark zu Vrandenburg"
(1?. September 53H6) anstatt des N?ittelsbachischen Aurf�rsten tudwig I. (\523�\35\) an der St�tte der k�nftigen
Gr��e seines Geschlechts.
Johanns Vruder Albrecht war ein ritterlicher Herr, der es liebte, auf Heerz�gen und Ritterfahrten in ferne
L�nder: England, Italien, das heidnische Oreu�enland , Pal�stina, Ungarn, Vosnien und Serbien sich zu tummeln
und seinem st�rmischen Tatendrange gen�ge zu tun. Er war der erste seines Hauses, der die Hauptstadt des ent-
legenen Vrdensstaates betrat, die dann in der Geschichte der hohenzollern eine so ungew�hnliche Rolle spielen sollte.
An die romantische Gestalt dieses Albrecht hat sich unter anderem auch die d�stere Sage von der �Wei�en Frau" >
gekn�pft. In hei�er liebe f�r den sch�nen Mann entbrannt, soll eine Gr�fin Agnes von Grlam�nde ihre beiden
Rinder hinter den dunklen Mauern der Plassenburg ums keben gebracht haben, seine Worte hinsichtlich dieses ver-
meintlichen Ehehindernisses mi�deutend, und dann, von schuld und Schmerz gefoltert, in; Grabe keine Ruhe gefunden
haben. Seitdem ist sie an das hohcnzollerische Haus gefesselt und treibt dort als d�stere Schicksalsmacht ihr
unheimliches Wesen.
Ein Neffe der Vurggr�fin Elisabeth und des Markgrafen Balthasar war Friedrich (der Streitbare), ein F�rst,
der an den zahlreichen Fehden seiner Zeit hervorragend beteiligt war. Im gro�en St�dtekneZe 2 focht er auf der
Seite seines Vheims, des Burggrafen Friedrich V., im Husiten-Feldzuge war er, wie sein Vetter, Aurf�rst Friedrich I.
von Vrandenburg, dem A�nig Sigmund eine zuverl�ssige St�tze, weshalb ihm dieser nach dein Aussterben des
askanischen herzogghauses <1.^22) und nnt Uebergehung des n�chstberechtigten Agnaten, des Herzogs Erich von Sachsen-
am 6.Januar das Herzogtum und die erledigte Aur Sachsen �bertrug, ihn l,H2H zu Binaen ins
Aurf�rsten-Aollegium einwies und ihn am 5. August zu Gfen feierlich belehnte.
Durch seine Tochter Aatharina und seine Enkelinnen Anna und Margarete wurde das Vand der Bluts-
verwandtschaft und der Erbverbr�derungen, das die H�user hohenzollern und wettin bereits umschlang, von neuem
befestigt. Aathanna verm�hlte sich mit Aurf�rst Friedrich II. von Vrandenburg; ihre Nichte Anna schlo� mit dem
Schwager Albrecht den Bund f�rs leben, w�hrend die zweite Nichte Margarete sich dessen �ltesten Sohn, den nach^
maligen Aurf�rsten Johann, zum Ehegemahl erkor.
Es waren zweifellos ebenfalls Erw�gungen politischer Art, die die Verbindung Friedrichs und AatharinaZ
zustande brachten. Von wirklicher Neigung zwischen den f�rstlichen Ehegatten war schwerlich die Rede. Das herz des
Aurf�rsten geh�rte der polnischen A�nigstochter Hedwig, mit der er mehr als 9 Jahre verlobt gewesen und in deren
N�he er erzogen worden. Als sie am 3. Dezember m seinen Armen den letzten Seufzer aushauchte � ein Gpfer,
wie glaubw�rdig erz�hlt wird, ihrer r�nkes�chtigen Stiefmutter Sophie � waren seine Tr�ume von Jugendliebe und
Ehegl�ck j�hlings und auf die Dauer zerst�rt. Die geistige N�he der Gef�hrtin und Geliebten seiner Jugend glaubte
sein einsames herz best�ndig zu empfinden, bis die Erinnerung an sie allm�hlich in dem Glauben an einen liebenden
Schutzgeist eine Art mystischer Verkl�rung fand.^
Im Zusammenhange mit des Aurf�rsten mystisch-religi�ser Weltanschauung steht fraglos auch die Stiftung
des Schwanenordens mit seinen seltsamen Insignicn und deren tiefsinniger Symbolik.
1 Neuerdings haben ?. Verner und Friedrich Hofmann der Sage von der �Wei�en Frau" sch�tzbare und ergebnisreiche Unter-
suchungen gewidmet (tzohenzollern-Iichrb. WO^ S. 22?ff.).� B ;27?� 1389. � 'wenigstens schlie�t eine Don dem Kurf�rsten am {5.l??ait^5
zu Prenzlau niedergeschriebene und dann am ,2. Januar 5453 im Brandenburger Vome kurz vor dem Antritt seiner Pilgerfahrt nach Vom
und bein heiligen lande wiederholte Seichte mit dem Anrufe eines Zchutzengels, der nach Riedels wohl zutreffender Ansicht �schwerlich anders
zu deuten ist. als auf die engelsreine 3eele, welche sich in seinen Armen der sterblichen H�lle entwunden hatte." �Heiliger engel," so lesen wir
dort, �der du mir von gote geben pist, du fait fein mein zeug mit allen gotis heiligen. Ich gib ond eutpln'lich dir diesse zetteln, bas du sie
dem almechtiaen got zaigest in cjcite meiner letzten note odir am J�ngsten gerichte, da� ich die fr�liche stymme muge h�ren nach glorifiiirten
uiiderersteen: fompt ir gesegeuten meines vaters �nb desitzet das Reich, das euch ond allen ausserwelten berait ist von ewigteit Amen."
Y�htnMtl�.)�hrbuch 1907. 15
        
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