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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Wettin

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Wettin

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Hohenzollern
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Lohnes * mit einer Tochter Philipps (des Sch�nen) und der K�nigin Johanna von Spanien, der
Prinzessin Katharina, die allerdings nicht zugegen war.
wie der Aurprinz von den Fesseln dieser Scheinheirat wieder befreit worden ist, wissen wir nicht.
Einen wesentlichen Anteil am Scheitern der hochfligenden Pl�ne des Vrandenburgischen Aurf�rsten hatte
dessen eigener Vruder, der Aardinal Albrecht von Mainz, gehabt. Ven Entschlu� Joachims, k�hn nach der Raiser-
krone zu greifen, hatte er offenbar gar nicht unterst�tzt. Den Verhandlungen mit Frankreich war er jedenfalls abhold
gewesen. Sein Einflu� auf Aarl V. war zweifellos nicht gro� genug gewesen, um f�r seinen Neffen die Hand der
Spanierin festzuhalten. So mochte er sich denn verpflichtet f�hlen, f�r einen Ersatz zu sorgen und den Schaden, den
er dem Vrandenburgischen Hausinteresse durch seine laue, unentschlossene Haltung zugef�gt hatte, nach Ar�ften wieder
gutzumachen. Es handelte sich dabei in: wesentlichen um zwei Punkte: um eine m�glichst gro�e AAtgift und um An-
kn�pfung wichtiger politischer Verbindungen.
was jenen anlangt, so war der Weg nicht mehr gangbar, eine K�nigstochter als Gemahlin f�r den j�ngern
Joachim zu gewinnen. Das Ansehen Brandenburgs war durch die Mi�erfolge der letzten Jahre au�erordentlich ge-
sunken. Das ewige Hin- und Herschwanken zwischen dem Habsburgischen und franz�sischen System und, als die W�rfel
der Entscheidung zu Ungunsten der Politik Joachims gefallen waren, das unw�rdige Vuhlen um die Gnade des neuen
Kaisers � alles das halte die Stellung Brandenburgs im Reich, und wohl auch �ber dessen Grenzen hinaus, schwer
ersch�ttert, wem sollte jetzt noch etwas daran gelegen gewesen sein, sich mit einem unzuverl�ssigen und gescheiterten
Staatsmann in eine n�here Verbindung einzulassen? Das war eben auch noch ein R�ckschlag, wie er bei widrigen
Ereignissen nicht auszubleiben pflegt: die Aussicht auf eine verwandtschaftliche Verbindung mit einer der gro�en M�chte
in Europa mu�te aufgegeben werden. Man durfte nur noch in bescheideneren Verh�ltnissen Umschau, Vrautschau halten.
Nat�rlich spielten auch die damaligen politischen Probleme in die Sorgen der Familienverh�ltnisse hinein,
die Stellungnahme zu der gro�en, die Nation tief bewegenden, religi�sen Frage. Bekanntlich erkl�rten sich beide
Vr�der, der Aurf�rst wie der Aardinal, gegen Luther. Und diese Haltung entschied schie�lich auch die Heirats-
angelegenheit des Aurprinzen.
In dem Gegensatze zum Reformator begegneten sich diese Hohenzollern aus der �lteren kinie des
Hauses mit einem wettiner aus dem j�ngeren Zweige dieser Familie, dem Herzog Georg von Sachsen. Je
sch�rfer die Gegens�tze im Kampfe um die h�chsten idealen G�ter der Menschheit wurden, desto enger schl�ssen sich
naturgem�� die gesinnungsverwandten F�rsten aneinander an und waren bestrebt, ihre Verbindung zu einer dauernden
zu machen. So wird wohl dieser Gesichtspunkt zuerst bei dem Airchenf�rsten den Gedanken angeregt haben, seinen Neffen
Joachim durch ein Ehed�ndnis mit der Tochter des s�chsischen Herzogs an die Sache der alten Airche, an die anti-
lutherische Partei zu fesseln. Denn eine gewisse Hinneigung zu der reformatorischen Bewegung bei dem j�ngeren
Joachim wird, wie sie die Freude der Mutter erregte, bei Vater und Vheim leise Bef�rchtungen f�r die Zukunft hervor-
gerufen haben. Vielleicht entzog den Prinzen eine ihn tief befriedigende Ehe mit einer Anh�ngerin des rechten
Glaubens � daf�r wird die Tochter des willensstarken Herzogs Georg gegolten haben � jenen m�tterlichen Einfl�ssen,
welche ihn von der Seite und der partenichtung des Vaters und Vheims loszurei�en drohten.
' 3" einer Aufzeichnung, die Kurf�rst Joachim I.�ber die Ereignisse machen lie�, wirb der Vorgang ausdr�cklich a?s Verm�hlung
bezeichnet. Der Kurprinz gab hierbei vor dem Kaiser folgende Erkl�rung ab: �Allergnedigster keifer und Herr! Uff gefcheene gnedige Vertr�stung
nnd zusage, wie mir dann durch meine Herrn und vettern dem Cardinal! von Meintz und marggraff Casimir eingebracht � So ftee ich
hir und bitt mitfreunden Rathennen von Hisvamen Vesterreich und Vurgundien elich 511 verheiraten und neme sie gegenwertiglich 311 meiner
elichen gemahel mich nicht von ir liebe 311 scheiden, der tobt fcheid uns dann." � wenige Tage darauf fchrieb der Kurf�rst an feinen
Vetter, den Hochmeister Albrecht von Preu�en: ... Ich Fug *?� l. vertreulich und in gro�er geheim zu wissen, das meinem Sun Joachim
freute Katharina von t^ispanien und Vesterreich per vert��, de praesenti elich vertraut und vermehelt ist worden am funtag vor Vartholomei,
und sie bringt meinem fun ehgelt und geschmuck bis in g�lden, der ich auch zum teil durch die Fugker i^t kurzlich den virden
teil par entvfangen und mit mir himeweg f�ren werde und um das �brige bin ich auch nach notturfi versorgt und wird in anderthalbenjar gar einkummen und mir die braut zu Frankfurt a. M. dieselb zeit verantwortet werden ..." � N�heres bei Schuster und Wagner,
a. a. G., 5. 37? ff.
        
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