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Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Wettin

Full text: Die Verwandschaft der Häuser Hohenzollern und Wettin

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III
Hohenzollern und die j�ngere, wachsen -Albertinische sinie des Hauses wettin
weniger zahlreich sind die Familienverbindungen, Me zwischen dem Hause Hohenzollern und der j�ngeren
lime des Hauses �Pcttin geschlossen worden. Sie fallen meist in das \6. und J7. Jahrhundert. Seit dem beginn
des \8. ist die Verwandtschaft nicht wieder erneuert worden. Diese Tatsache ist zweifellos auf den Umstand zur�ck-
zuf�hren, da� seit den Tagen des K�nigs Friedrich August I. (des Starken) die Politik der Albertiner mehr und mehr
eine Richtung einschlug, die zu der des Nachbarstaaten preufen meist in entschiedenen Gegensatz trat.
I.Hohenzollern und die herzoglich- kurf�rstliche linie
Die seit einiger Seit bestehenden verwandtschaftlichen Veziehungen zwischen dem Hause Hohenzollern und der
j�ngeren Time des wettinischen Geschlechts erhielten im 3a e l52^ durch die eheliche Verbindung des Kurf�rsten
Joachim (II.) von Vrandenburg mit der Herzogin 2.Nagdalenc, einer Co?ter des Herzogs Georg (des V�rtigen),
eine neue St�tze.
Vie Heirat dieser hoffnungsvollen F�rstenkinder war von den beiderseitigen V�tern auf Grund der Ergebnisse
k�hler Ueberlegung und ernster W�rdigung der gesamten politischen Tage beschlossen worden.
Im Jahre 1,51,8 war der Deutsche Reichstag in Augsburg versammelt zur N)ahl eines Nachfolgers f�r
Aaiser Zllafmnlian I. Kurf�rst Joachim I. von Brandenburg war fest entschlossen, aus den damaligen Zeitumst�nden
den gr��tm�glichen Gewinn zu ziehen. Gb es m�glich sein w�rde, seiner eigenen Vewerbung uni die deutsche Rrone
zum Siege zu verhelfen, mochte ihm selbst wohl in Augenblicken ruhiger ,Erw�gung zweifelhaft erscheinen. Dann
�nutzte er sich zwischen der Partei, welche f�r K�nig Franz I. von Frankreich eintrat, und den Anh�ngern des spanischen
K�nigs Karl entscheiden. Die Franzosen hatten bereits gro�e Versprechungen gemacht und waren auch bereit, die
erforderlichen B�rgschaften f�r deren Erf�llung zu stellen. Es handelte sich nun darum, herauszufinden, ob von den Habs-
burgern noch gr��ere Zugest�ndnisse und noch festere V�rgschaftcn zu erreichen waren. Beiderseits waren die in Aus-
sicht gestellten Bewilligungen in die Form eines Heiratsgeldes, einer reichen Mitgift f�r die Braut des Brandend urgischen
Kurprinzen gekleidet worden. Es war daher erforderlich, den hoffnungsvollen, damals erst dreizehnundeinhalb Jahre
z�hlenden Br�utigam f�r den Fall, da� ein endg�ltiger Abschlu� erreicht werden sollte, mit zur Stelle zu bringen. Vielleicht
war es m�glich, gleich eine Heirat, wenigstens p^r procura, zustande zu bringen. Dazu war nat�rlich des N�chst-
beteiligten Anwesenheit sehr erw�nscht.
So trafen denn Vater und Sohn �ber Wittenberg, keipzig und Hof, wo sie von den fr�nkischen Verwandten
geb�hrend empfangen und nach Bayreuth und Kulmbach geleitet wurden, �ber N�rnberg und Ansbach am Z.August
5558 in Augsburg ein.
Bald trat dort der Brandenburgische Kurprinz in den Mittelpunkt des �ffentlichen Interesses. Als Maximilian
erfuhr, da� Kurf�rst Joachim I. von der franz�sischen Partei bereits erhebliche Zugest�ndnisse erlangt habe, entschlo�
er sich, dem Erben der Mark feierlich die Hand seiner Enkelin unter Zusicherung einer bedeutenden Mitgift zu
versprechen. Und in der Tat erfolgte am 22. August die Verm�hlung des jugendfrischen, hochbegabten
1 Markgraf Friedrich (der hellere), der Stifter der Nebenlinien Vrandenburg-AnZbach'Vayreuth, und Herzog Georg (der V�rtige)
von Sachsen, der Sohn und Nachfolger Albrechts (des beherzten), hatten zwei Schwestern, T�chter des K�nigs Kasimir IV. do� palen,
zu Gemahlinnen, jener die Prinzessin Sophie, dieser die Prinzessin Varbara. (Siehe Tafel III.)K�nigKasimir, gest. !H92, war mit Elisabeth,
Tochter des, deutschen K�nigs Albrecht II., verm�hlt. ,Ihre Schwester Anna war bit Gemahlin des, Herzogs Wilhelm von Sachsen (siehe oben).
Albrecht war der Schwiegersohn des Kaisers Sigmund und Urenkel des Vurggrafen Friedrich V. non Nlirnberg-Zollern.
�o^enjollCcn � 1907. ig
        
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