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Die Ausbildung des brandenburgisch-preußischen Kalenderwesens in Beziehung zur Geschichte

Full text: Die Ausbildung des brandenburgisch-preußischen Kalenderwesens in Beziehung zur Geschichte

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Die Rubriken von b�rgerlichen Berufsarten innerhalb des Civil-Etats sind hier noch etwas zahlreicher wie sp�ter:
auf den Aerzteu, Apothekern, Buchdruckern, A�nstleru (Htaler, Kupferstecher und Bildhauer), Prediger und Spulen,
Wechslern, Wirtsh�usern erscheinen hier auch Me Goldarbeiter der Residenz in stattlicher Zahl. Am Ende der Rubriken
stehen, wie auch als eigene Abteilung die Gesandten an ausw�rtigen H�fen, und weiter die Audienztage.
Darauf ist hier noch die Instruktion f�r das Gberappellationsgericht vom H. Dezember abgedruckt, nebst der
Besetzung dieses neuen Gerichtshofes und dem Entwurf der Aanzleitaxa f�r denselben. Den Beschlu� endlich macht
wie auch sp�ter stets durchs ganze Jahrhundert der �tauf der Kosten".
Vas franz�sische B�chlein von das haupts�chlich f�r die Franz�sische Kolonie bestimmt war, tr�gt dann
bereits den Titel �Almanach" und beginnt auch mit einem astronomischen Kalender. Es wird auch ausdr�cklich als
herausgegeben �sous l'approbation des Messieurs de l'Acad�mie Royale des Scienses" bezeichnet, wie die sp�teren
von 706 ff. als �mit Approbation der K�niglichen Societ�t der Wissenschaften", uud im Avertissement wird darauf
hingewiesen, da� der Akademie das ausschlie�liche Kalen6er=pririleg durch das Edikl vom Mai verliehen
fei. Auf den Astronomischen Aalender folgt hier zun�chst eine: Liste nouvelle et augment�e des naissances des
Souverains et des Principaux Princes et Princesses, qui vivent aujourd 'hui snach 2�tonatcn geordnet), und ein
Abschnitt: Du tems propre ? semer et ? planter, beides noch als Anhang zum Zeitkalender. Darauf beginnt mit
einem neuen Blatt ein zweiter Ceil: Den Anfang macht hier erst ein kleiner historischer Abri� �Suite de l'histoire
des Electeurs et Margraves de Brandebourg" Joachim I.,Joachim II.nebst Johann von A�strin, und Johann Georg;
gedacht also als Fortsetzung zu einem gleichen Abschnitt in einem anderen �hnlichen Aalender). Darauf folgen hier
die Kosten und M�rkte, und nun erst schlie�t sich der eigentliche Adre�- oder Staats kalender an, in der Hauptsache
in w�rtlicher Uebcrfe^ung des deutschen von 170H mit wenig Ab�nderungen: auch hier die Einleitung �ber das
Herzogtum preisen, dann das A�nigliche Haus, L�nder und Herrschaften des K�nigs pp. und nach diefen Rubriken
wieder Hofstaat, Ciptlber/�r6en und Krtegsftaat; endlich zu Schlu� die Jours de Conseils et d'Audiences.
A7an sieht, die beiden Bande von und geben ko,ubinierl, unter Ausscheidung des Ueberst�ssigen,
das Substrat f�r die mit beginnende eigentliche Serie der Berliner Adrc�kalender; andererseits aber h�ngen diese
beiden B�nde gerade durch die seit ausgeschiedenen St�cke wieder mit anderen �lteren und gleichzeitigen Branden-
burgischen Kalendern zusammen, auf die wir jetzt noch einen Blick werfen wollen, insofern sie durch ihre Beigaben
ein wenn auch bescheidenes historisches Interesse bieten und eben in gewisser weise zugleich als Vorl�ufer der beiden
letztbeschriebenen erscheinen. Den Anla� und Ausgangspunkt gibt mir em Aalender in Quartformat von
der in der Bibliothek des Vereins f�r Gefchichte der Mark Brandenburg, die ich zurzeit verwalte, aufbewahrt wird.
Ein Titelbild als Umschlag oder erstes Vlatt zeigt Aurf�rst Friedrich III. zu Pferde in einer Landschaft, darunter in
Form einer Vild-Teiste eine Darstellung von Berlin. (Vgl. Abbildung S.,?9>) Der Titel lautet: Alter und Neuer
Chur-Vrandenburgischer Cand- Ariegs- Siegs- und Helden-Kalender auff das Schalt-Iahr pp.
Als Herausgeber nennt sich Johannes Vulpius alia� Fuchs, und gedruckt ist er bei Johann Daniel M�ller in
Magdeburg. Dem eigentlichen Astronomischen Aalender gegen�ber immer auf der zweiten Seite ist in zwei neben-
einander herlaufenden Aolummn abgedruckt: �^ontinuatia der Beschreibung Sr. Churf�rstl. Durchl. zu Brand,
kandschafften, und sonderlich folget nun I�lich, Cleve uud Bergen, hernach Sommern mit ihren f�rnchmen St�dten",
und 2. �Continu^tio der Chur-Vrandenburgischen r�hmlichen Thaten, darunter sonderlich die Stifftung der Universit�t
zu Halle 5>i6ericmn� genandt h�chst solenne Inauguration." Aus der Bezeichnung als sieht man schon,
da� diese Aalender ihren Stoff immer in einer Reihe von Fortsetzungen behandelten, etwa wie die Romane in den
Zeitungen, un: so die Leser zu veranlassen, denselben Aalender auch im n�chsten Jahr zu kaufen. So wird auch in
der Einleitung zu der Beschreibung der tandschaften bemerkt, da� in vorigen Jahren �von den ersten beyden Hertzog-
th�mern" ssc. Preu�en und Magdeburg) Meldung geschehen ist, und am Ende der beiden l^ertkolumnen hei�t es:
�Aunfftia.es Jahr sgeliebts Gott) hiervon die Fortsetzung." Uebrigens bietet die Beschreibung von I�lich-Cleve-Verg
und f>ommern, die in der Hauptsache historisch, bei Sommern zu Schlu� auch geographisch ist, nat�rlich nicht
yoh��ioll�n'Jahrbuch igor. ,1
        
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