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Die Ausbildung des brandenburgisch-preußischen Kalenderwesens in Beziehung zur Geschichte

Full text: Die Ausbildung des brandenburgisch-preußischen Kalenderwesens in Beziehung zur Geschichte

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So bleibt es im wesentlichen bis \8O7. Auch nachdem fett \786 besondere gedruckte �Stamm* uni Ranglisten aller
Regimenter bei: Agl. preu�ischen Ann�e" zu erscheinen begonnen halten, bleibt doch die Abteilung des Milit�r-Etats
auch im Adre�kalender fortbestehen. Ver Berliner Adre�kalender ist also nicht nur f�r die Civilbeh�rden, sondern
zugleich f�r die Berliner Garnison und Milit�rbeh�rden eine wichtige Auskunftstelle.
Nachdem das Justiz-Departement des Geheimen Etats-Raths indirekt schon vorher bei der Junsdiktions-
Commiffton im Aalender aufgetaucht war, erscheint dann im Jahre 1772 zuerst auch das Justizministerium selbst als
eigene Rubrik, und endlich seit auch der Geheime Etats-Rath selbst wieder, bezw. tute er sp�ter alphabetisch
einrangiert wird, der Geheime Staais-Rath. Ulan sieht also, da� Auslassungen int Aalender nicht ohne weiteres als
beweiskr�ftig angesehen werden d�rfen, da die oberste Staatsbeh�rde, obwohl sie, wenn auch in verminderter Bedeutung,
weiter bestand, �ber ein halbes Jahrhundert ganz aus cm Aalender verschwunden war, und die einzelnen dazu geh�rigen
Minister inzwischen nur bei den Svezialbeh�rden , denen fie zugleich angeh�rten, aufgef�hrt wurden. Andererseits tauchen
in, Aalender hin und wieder auch Dinge auf, die �ber den Rahmen Berlins ober selbst der Aurmark hinausgehen
und in einen Berliner Aalender eigentlich nicht geh�ren. So findet sich in den Jahren V^69 und \7?O ein Verzeichnis
der s�mtlichen preu�ischen Postmeister, und feit J776 finden sich wiederholt Tabellen der Dom�nen^ und Justiz-Amt-
m�nner der Aurmark darin. Ebenso werden sp�ter gelegentlich neben der K�niglichen Hauptbank in Berlin auch die
Banken in den Provinzen aufgef�hrt, ferner die kurm�rkischcn ?aubr�tc f�r die einzelnen Areise und die Ritterschafts-
Direktionen in der Mark, � alles Dinge, die eigentlich in die Provinzial-Aalender und nicht in den Berliner Adre�-
kalender geh�rten.
Seit 77? wird den drei Abteilungen des Aalendcrs ein besonderer �Anhang verschiedener nicht in �ffentlicher
Bedienung stehender Personen" hinzugef�gt, in den nun die fr�her erw�hnten besonderen Rubriken von b�rgerlichen
Berufsarten, wie Aerzte, Buchh�ndler, Gasth�fe, Wechsler usw. hin�bcrgenommen und dazu eine Reihe neuer Rubriken
von Fabrikanten und Aaufkuten hinzugef�gt wurden. Der Aalender wurde so erweitert, wenn auch in sehr bescheidenen�
Ma�e, und zugleich systematischer gestallet, da nun im Civil^Etat wirklich nur noch die Beh�rden blieben. Die
Hauptsache sind und bleiben f�r die Aalender auch diese Beh�rden-Verzeichnisse. Immerhin bieten sie doch auch in
anderer Beziehung kulturhistorisches Material. So w�rde mit geringer Nachhilfe von Literatur und Akten auf Grund
der durchs ganze Jahrhundert abgedruckten posikurss auch die Entwicklung des Reiseverkehrs, und auf Grund der
Gast- und Wirtsh�user beispielsweise auch ein kleines Aulturbild �ber die Anstalten f�r den Fremdenverkehr in der
Hauptstadt sich im Anschlu� an den Aalender wohl entwerfen lassen.
Endlich im Jahre erfolgte noch die Neuerung, da�, zun�chst als fortpaginierter Allhang, ein kleiner
Adre�kalender f�r Potsdam dein Berliner hinzugef�gt wurde, und seit erschien dann dieser Potsdamer Adre�-
kalender auch als besonderer Teil mit eigener paginierung , wenn auch in Verbindung mit dem Verlmer. Er hat wie
dieser die drei Rubriken: Hofstaat, Milit�r-Etat und Civil-Etat, nebst einem kleinen Anhang b�rgerlicher Berufsartcn,
und auch zwei besonders kleine Register f�r Rubriken und Personen fehlen nicht. So wichtige Beh�rden wie das
Cabinet des A�nigs sind fortan in diesen kleinen Potsdamer Aalenden: zu finden.
Seit Anfang der drei�iger Jahre des 1^3. Jahrhunderts gesellten sich zu den Berliner Adre�kalendern als h�chst
erw�nschte Erg�nzung noch besondere Adre�kalender f�r die Beh�rden in den preu�ischen Provinzen au�er der Haupt-
stadt, also f�r Aurmark, Neumark, Pommern, Preu�en, Magdeburg, l^leve usw., in denen man nun auch die
Provinzial-Collegien �bersichtlich zusammengestellt findet. Sie erschienen allerdings nicht so regelm��ig wie die Berliner
und in mannigfaltigen Abwandlungen; f�r das Einzelne verweise ich auf die Ausf�hrungen von Ha� a. a. V., der
anch f�r diese Aalender eine genaue bibliographische Zusammenstellung gibt, die bei der Unregelm��igkeit ihres
Erscheinens doppelt erw�nscht ist. � Um dieselbe Zeit begannen in regelm��iger Folge dann auch den Adre�kalen�ern
entsprechende Hilfsmittel f�r ganz Europa zu erscheinen, die auch f�r Preu�en vielfach eine h�chst erw�nschte Erg�nzung
und durch ihre k�rzere Fassung zugleich eine bequemere Uebersicht gew�hren. Es sind das die sogenannten �Genealogischen
Handb�cher", unter denen das zu Frankfurt a. M. erschienene sogenannte Schumannsche zuerst auch richtige
        
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