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Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

Full text: Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

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Die starke Pr�gung, feit (668 hatte auch auf bas Aeu�ere der �Tt?njen keinen guten Einftu�: \672 flatte
der Rurf�rst bitter bar�ber: bas (Gepr�ge der Berliner, Arossener und Mindener ?l�flnsen (ci �so h��lich une unsauber,
da� luit es fast nicht ansehen m�gen." 1
Der Zinnasche Fu� wurde auch sp�ter nicht eingehalten: in Dresden fand man, da� die 511 Berlin, Arossen,
Minden und K�nigsberg gepr�gten Zwei' und Eindrittel nicht zu Caler \2 Groschen oder wie in L�neburg
Vraunschweig 511 \0 Taler (6 Groschen, sondern zu \0 Caler (7 bis 20 Groschen \77{�\?7^ ausgebracht wurden.
pliait vermutete wohl mit Recht, da� die brandenburgischcn M�nznieister das Remediunl voll ausnutzten," d. h. den
M�nzfu� um so viel verschlechterten als das Remedium betrug, Sollte eine M�nze 5. B. \2 kot 5 (Sr�n fein sein
und war ein Remedium von \ Gr�n in der Feine gestattet, so war damit gesagt, da� der Spielraum nach oben und
unten je l/j Gr�n betrug, M�nzen von \2 Cot 2'/.. Gr�n Feinheit also noch als gesetzm��ig galten. Die M�nzmeister
fa�ten das aber so auf, da� fie immer ein ganzes Gr�n sparten, die M�nzen also \2 Cot 2 (Dr�n fein werden mu�ten.
Derartigen Mi�brauch finden wir in allen L�ndern, in Frankreich nannte mau ihn chatouiller le rem?de, in
England the shere.
Aber diese Fehler der brandenburgischen M�nzvcrwaltung waren doch nur geringe gegen dic der kleineren
Territorien. Diese waren es, die den Zinnaschcn Fu� vernichteten. Ivenn Brandenburg im Durchschnitt einen
Caler Groschenfu� erreichte, so war das nichts gegen den Fu� der durch die kleinen F�rsten gepr�gten Drittel.
Besonders als der Graf Gustav von Wittgenstein seine Hohnsteinschen
Harznn'inzst�tten in T�tigkeit gefeilt hatte, und mit bett hier gepr�gten schlechten
Dritteln � der Fu� �berstieg bald 13 l^aler - das Silber teuerer bezahlen konnte
als Me gewissenhafter M�nzenden, dadurch aber den S�berptvts in die H�he trieb,
vermochte auch ??ran6onburo, den Fu� nicht iucl)r einzuhalten. Aursachsen
und die ?iiHcburo;er Herz�ge, int besitz der Silbergtuben de-? ErzZedirgeg und Harzes,
konnten ihn l�nger befolgen.
3mmcr fdilinnner wurde es damit, denn der U?ittgensteiner fand �berall
'� �mW� ,<^<,. y�ll'crs�.,dt
Nacheiferer. mu� Friedrich^Vilhelm gestehen, da� wohl schon alle F�rsten vom Zinnaschen Fu�e abwichen,
kostete dach die feine Mark mit Dritteln bezahlt Taler, so da� also ein !0'/,,-CaIerfu� nur mit Verlust befolgt
werden konnte. Ilnd mit Verlust zu m�nzen w�re damals keinem in den Sinn gekommen.
Es wurde nun mancherlei gerateil. Die einen �rollten wieder zum alten AeichZfu� zur�ckkehren. Die Regierung
von Halberstadt dagegen, deren Gebiet von schlechten Gepr�ge� aus Hohnstein, Schwarzburg, Quedlinburg �berflutet
wurde, riet mitzutun und ebenso wie diese den vorteil schlechter M�nzung einzustreichen. Diesem Rat konnte aber
schon deshalb nicht gewillfahrt werden, weil in der Halberst�dter M�nzst�tte selbst letzthin wieder gro�e Mengen
Groschen geschlagen waren, die das Bed�rfnis des tandes nach Aleingelo weit �berstiegen.^ Auch in Berlin war die
Scheidem�nzpr�gung zu umfangreich: sind hier 592 H�H Speziestaler � die letzte gr��ere Calerpr�gung
in Vraudenburg � und f�r Taler Groschen, l, , 5-, 2- und Einpfennigst�cke genmnzt worden.' Deshalb
folgte man lieber einem dritten Vorschlage.
Im Jahre war n�mlich geplant worden, alle sp�ter als dem '>ahre der beginnenden starken
Verschlechterung der Zwei> und Eindrille!, gepr�gten Zinnaschen Sorten au�er den eigenen, den kurs�chsischen und
braunschweig^l�neburgischen zu verbieten. Aber am <�. September stellten die Geheimen R�te Jena und A�ppen
vor, da� die kleinen Herrschaften vielfach mit falschen Jahreszahlen pr�gten, so da� man die wirklich nach
gem�nzten Drittel nicht erkennen k�nne; zweitens aber werde ein solches Verbot nur n�tzen, wenn ein oder mehrere
Rreise es erlie�en und sich verpflichteten, selbst gut zu m�nzen. Alan lasse besser eine Zeitlang den M�nzschlag ganz ruhen. '
1 Resk'ipt an die �lmtsfaminer, Risfclheim, 24. ftovtmbti (672. (5ctj. rt. Arch. R 9 SS 4. � � (Scl^. St. 2Irc^. Berlin R 16,
Nr. � �Gch. St. Arch. K 9 SS I. � * Ebd. K 9 SS k.
�
a Geh. St. �rch. R ;6, Xlo. \02.
        
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