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Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

Full text: Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

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Dann richtete der KurfiirftEnde (66^ 511 Kroffen eine �??unje eilt und unterstellt (te dem Dr, med. Nikolaus Gilli,
der schon als M�nzdirektor m t?eijje un& Fraustadt eine nicht sehr r�hmliche Kollo gestielt hatte. (failli sollte ebenso
die Berliner M�nzprodukte nachpr�fen wie kiebmann die Krossenschen. Da aber beide in erster Sink auf ihren privat
orteil bedacht waren, interessierten sie sich wenig f�r diese "Kontrolle.
Als die m�rkischen St�nde sich 55b6 �ber die vielen schlechten Berliner Groschen und Dreier beklagten, wurde
Gilli ant 9. (Dftobei zum Gberm�nzdirektor gemacht. Diese Stellung benutzte er aber nur, um ungest�rt seinem
priralyetiMiin nachzugehen; da� seine "Kontrolle der Berliner M�nzst�tte eine ganz mangelhafte war, zeigte sich bald:
(f�68 wurden in Augsburg die berliner s - Groschenst�cke (Sv Caler) statt \2 3ot 3 Gr�n nur ?ot \5 (5rdn fein
gefunden, ma?, wie der Kurf�rst sagte, ihm zinn h�chsten schimpfe gereichte.'
sodann hatte (^illi selbst in Kressen auf da5 �belste gewirtschaflet. Hier sollten au�er den Sorten nach
Zinnaschem Fu�e auch solche nach kaiserlich f^lesis�iem f�r den Handel init Schlesien gem�nzt werden, besonders
Areuzerst�cke Gutegroschen). Gilli pr�gte dagegen meistens sogenannte 2-f Pfennigst�cke, aber so schlecht, da� sie
nur Pfennig wert waren und man deshalb in Schlesien gegen alle Arossenschen M�nzen mi�trauisch wurde und sie
ablehnte: inan mu�te in Brandenburg die eigenen Areuzer von H auf 5 Groschen 5 Pfennige herabsetzen. Seit
wurde in Arossen nur noch nach brand^nbnrgischem Fu�e gearbeitet.? !?on dem Gewinn lie� Gillidein Rurf�rsten
uur wenig zuflie�en, er selbst aber wurde aus einem Habenichts zum Vcsitzer
mehrerer G�ter. kam man endlich hinter seine Vetrngereien und entlie� ihn."
Schon war die M�nzverwaltung der berliner Amtskammcr unterstellt worden.
Die Sorten nach Zinnaschein vergleich wurden in Brandenburg seit
in zu gro�er Menge und zu schlecht gem�nzt. Selbst Gilli sagte Anfang
2^s� Taler w�chentlich gegen fr�her 2()l)li fei zu viel. Aber man m�nzte
Zwei und Eindnttel so stark nicht nur in einer M�nzst�tte, sondern in f�nf:
17. "1 pfennig 1665, Krufffti Berlin, Arossen, Minden, und Aonigsberg; Material hatte man ja
in den Malern genug. An und f�r sich war das Streben, den Zinnaschen Fu�
in allen Gebieten Brandenburgs einzuf�hren, ja keineswegs zu tadeln. Oer Aurf�rst sprach aus, er habe �gleich
anfangs^ geplant, in den M�nzst�tten aller seiner Tande nach ein und demselben Fu� m�nzen zu lassen, �damit
nicht allein in allen Unser� Canden eine gleichf�rmige M�nze, welche bisher ermangelt, sondern auch ein tauglich
Geld zu fremder Handlung �ber die Grenze eingef�hrt w�rde." Diese gute Absicht war damals aber noch unaus-
f�hrbar, denn das Herzogtum f'reu�en, auch die Zceumark und ein Ceil von Sommern waren im Handel noch so
von Polen abh�ngig, da� es nicht gelang, die polnischen M�nzen zu beseitigen, und die westlichen Gebiete waren zu
unbedeutend, als da� sie ein eigenes M�nzsyftem h�tten aufrecht erhalten k�nnen.
So kam es denn, da� die Zinnaschen Drittel, weil sie in ,^u gro�er Menge geschlagen und in den �stlichen
und westlichen banden abgelehnt wurden und m die Marken str�mten, im Verkehr allm�hlich von 3 auf ? Groschen
herabsanken. Gilli riet am "mm mit ihrer Pr�gung aufzuh�ren, die im (ande vorhandenen mit einer
Marke zu versehen, andere nicht weiter gelkn zu lassen und aus ihnen T�wentaler zum Handel nach der devante zu
m�nzen, welche Vorschl�ge aber keine Annahme fanden.' Doch scheint man damals zu einem ruhigeren M�nztempo
�bergegangen zu sein; h�rte man mit der Pr�gung der Zwei und (kindrittel, jedoch, wie wir gleich sehen
werden, noch ans anderen Gr�nden auf. !<,?y mu�te aber doch verf�gt werden, da� bei gr��eren Summen nur
der zehnte Ceil mit Dritteln bezahlt zu werden brauchte;-' sie waren also zu einer Art Scheidem�nze geworden.
1 Geh, St. Arch. Berlin K >� SS 4. � * Haares �ber die Kroffenft^� iniiti^ft�tto bei ,s. tv'ricbcti=-luniji, Sd^Icf?i'ns neuere lllim.)
gcschichte. Breslau, 189% -� Hfiff. � 3 <5ot^, St. Arch. Berlin R 9 SS 1, l^tcr wird bemeeft, da� Gilli(67^ am 26. Dezember cntlaffcii
rpor&ett fei. InKm'sachsen erz�hlte man sich dagegen; er habe \ sri dann erst entlassen
worden. , K 16, (02. Sielte auch Species facti der 3uttftcttfafultfii 311 Frankfurt a. �. oom Juli U"^� Ebd. K <> 'IT �* iScb. St. 3(id;. Berlin li9 TT (a. � " Hcflarationeii pots�am, 12. Mai n, 2>,, Dc3Ciuber 1679 bei IHylins IV, \, 0, Nr. 63, 6^.
        
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