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Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

Full text: Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

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Der Wertmesser war nun schon weit �ber Iiun6ert Jahre der Reichstaler, JSirar wurden w�hrend des
7. Jahrhunderts in Norddeutscbland audi Goldin�nzen geschlagen, aber, une es scheint, nur bei besonderen biegen
heiten lind um als f�rstliche Geschenkst�cke 511 dienen. Gegen Ende &os Jahrhunderts gelangte aber inehr Gold nach
(Europa und auch nach Brandenburg, besonders, auch aus Guinea, wo ja eine brandenburgische "Kolonie
errichtet worden war. Aus diesem Golde wahrscheinlich sind von �^>')6 eine ganze Reihe sogenannter Guinea
dukaten gem�nzt worden.^
Indessen sowohl in den IH�njafttn wie auch in Handelsberichten spielen Goldst�cke eine ganz nebens�chliche Holle,
was wohl auch daran lag, das der Handel Norddeutschlands durch den Drei�igj�hrigen Krieg so gut une vernichtet war.
Es herrschte fast die reine Silbernxibrun^, deren Werteinheit, der Reichstaler, (623 auf 90 Kreujer gesetzt worden war.
Ha aber Me kleinere STT�n�e, besonders seit {t�O, �berall bedeutend verschlechtert und viel mehr l'on dieser als non Calent
gem�nzt wurde, stieg der !>rkehrswert der Calerst�cke: am 5. September (667 setzte der Kaifer den Taler auf 96 Rreuzer.
.'i. DcppflimFut 'G."iO, Berlin �1. 5\iler rr.0 und st�cke sowie kleinere Sorten gepr�gt wurden.
In diesen Staaten fing man eben allm�hlich an einzusehen, da� die kleineren Sorten nicht nach dem Reichsm�nzfu�e
gepr�gt werden konnten. Penn da derselbe ihnen nur um J0�/ 0 hinter dein Feingehalt der groben �liiinjeu zu bleiben
gestattete, konnten damit die �N�nzkosten nicht bestritten werden und zwar aus zwei Ursachen.
Erstens kostete es begreiflicherweise mehr, 2H einzelne Groschen zu pr�gen als ein Calerst�ck; es kostete auch
darum mehr, weil die kleinereu damit sie nicht gar zu winzig w�rden, mehr Aupfer enthalten mu�ten und
dieses Kupfer bezahlt werden wollte. Die zweite Ursache aber lag darin, da� jeder, der sich an den
des Reiches hielt, Gefahr lief, dieses Geld sofort an die L�nder zu verlieren, die geringhaltigere kleine Sorten schlugen
und damit die feineren der Nachbarn als willkommenes Nlaterial billig einkauften. Vei der politischen Zersplitterung
Deutschlands war es ein ganz vergebliches Vpfer, wenn ein Territorium allein teuere Scheidem�nze schlug, es
bereicherte dadurch nur andere.
1 21. ?l?cycr, prflsnngen Sranbenburg-prcu�ens betr. i>cffni afrifanif^e 3?eftt)nngett im?> Ailj;c!ll>,nt>s! \n$\��sw. Berlin,
1885, S. 3
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