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Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

Full text: Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

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Der Gr�nder diesig neueren preu�ischen M�nzwcsens war Friedrich der Gro�e. Aber jene Versuche, aus den
elenden M�nzzust�nden, une sie feit Ende des. Jahrhunderts herrschten, sich herauszuarbeiten, hatten schon durch
die Anstrengungen des Gro�en Aurf�rsten und einiger seiner Nachbarn Erfolge gezeitigt.
Wag Friedrich der Gro�e seit l>5() erstrebte und \765 erreichte: eine selbst�ndige gro�e, f�r alle Provinzen
einheitliche und auch f�r den Handel geeignete M�nze, das hat schon der Gro�e Kurf�rst geplant. Er ist wie auf
manchen anderen Gebieten, so auch auf dein des Geldwesens seiner t?^ott vorausgeeilt, er hat seine gro�en plane
zwar nicht durchsetzen k�nnen, aber er hat da? Ziel gezeigt und wenn auch nicht erreicht, so doch einen guten Sprung
vorw�rts getan.
Wir wollen in den folgenden Zeilen keine Darstellung der Errungenschaften diese? F�rsten auf &em Gebiete
des M�nzwcsens geben, denn dazu fehlt es bis heute an Vorarbeiten. wir wollen nur in gro�en die beiden
bedeutendsten und f�r Deutschland wichtigsten monet�ren Ereignisse aus der zweiten H�lfte des Jahrhunderts
charakterisieren, soweit es Brandenburg betrifft, den Zinnaschen und Leipziger M�nzverein. Und auch hierbei beschr�nken
wir uns auf bu Marken, Denn wollten wir uns zu den anderen L�ndern des Hauses Vrandenburg wenden, so m��ten
wir die Kenntnis hier des polnischen, dort des nieders�chsischen, westf�lischen und nicderrheinischen M�nzwesens voraus-
setzen. Die M�nzst�tten in K�nigsberg, Magdeburg, Halberstadt, Minden, Regenstein, Vieleftlo, 'Hukm und Aleve
m�ssen wir von unserer Betrachtung ausschlie�en.
2. G�schen *657, ISalberfhi�l(. t>oppe(gro(d;en 5655, Sorlin
wir d�rfen als bekannt annehmen, da� das deutsche M�nzwesen in der ersten H�lfte des Jahrhunderts
seilten tiefsten Ztand erreicht hatte. Unaufhaltsam war die M�nzverschlechteruug des kleinen Geldes seit dem Ende
des weitergeschritten bis zu den furchtbaren Ereignissen der Aipperzeit. Nach dieser glaubte man
das beste zu tun, wenn man den alten Reichsm�nzfu�: Y Taler aus einer Mark Feinsilber, wiederherstellte. Der war
f�r die gr��eren Sorten auch ang�ngig, f�r die kleineren aber zu kostbar, so da� Vrandenburg schon aufh�rte
kleinste M�nzen, Groschen zu pr�gen. Man beschr�nkte sich seitdem fast ganz auf Pr�gung von Talern und
wenigen Goldst�cken.
weil dadurch aber Mangel an Aleingeld eintrat, und man auf alle m�glichen fremden, besonders polnischen
kleinen M�nzen sich angewiesen sah, lie� Friedrich Wilhelm in den f�nfziger Jahren Doppelgroschen und Groschen
5<) bis 25 Taler aus der feinen Mark � herstellen, beider wurde diese Produktion um des M�nzgcwinnes
wegen nun wieder �bertrieben: f�r Taler sollen davon gem�nzt sein. Darum siel der Arcdit dieser Sorten
derma�eu, da� die Regierung sie auf die H�lfte ihres Nennwertes herabsetzen mu�te.'
Die eigentliche Arbeit des Aurf�rsten an der Verwaltung begann erst nach dem Frieden von Gliva. Von
da an wurde Vrdnung in die nie mehr ganz entlassenen Truppen gebracht, wurden geordnete Verpflegungsverh�ltnisse
geschaffen. Auch dem M�nzwesen wandte sich des Aurf�rsten Aufmerksamkeit in wachsender weise zu. In der ersten
H�lfte der sechziger Jahre wurde es zwar den m�rkischen st�nden �berlasfen, dann aber sah mau ein, da� diese dabei
nichts Gedeihliches leisteten: uni ergriff der Aurf�rst die Initiative.
1 A.F. Riedel, Per brandende preug. Staatshaushalt, Berlin, 1866, 3. 2(� 25.
        
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