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Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

Full text: Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

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aber pr�gte man viel h�her aus, was auch nichts geschadet h�tte, wenn man in der Quantit�t ma�voller gewesen
w�re. Die Zw�lftel wurden, als die Pr�gung der Zweidriltel aufh�rte, und diese verschwanden, die Hauptm�'nZe
Vrandenburgs, sie waren von 750�^750 die gr��ten in Verlin gepr�gten �lberm�nzen.
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Vas hauptereigms der von uns geschilderten Vorg�nge besteht in der Verdr�ngung des Reichstalerfu�es
durch einen billigeren Fu�. Ver Reichstaler wurde verdr�ngt zun�chst durch die Deutschen selbst, die ihn in Scheide-
m�nze umpr�gten, zweitens durch fremde Caler, besonders die niederl�ndischen Areuztaler, die leichter und weniger
fein a?s die deutschen Taler in gleichem verkehrswert wie diese umliefen, soviel M�he sich die gr��eren Staaten
seit J623 gaben, den Reichstaler zu erhalten, fie war vergebens, weil andere Staaten und St�tt�e die Caler weiter a?s
Material f�r geringerhaltige Sorten benutzten und mit diesen die Gebiete der gut M�nzenden �berschwemmten.
Auch die Vertr�ge von Zinna und Leipzig kann man als Glieder in diesem Calervernichtungsprozesse an-
sehen, denn was was noch von diesen St�cken vorhanden war, wurde in die Zinnaschen, dann leipziger
Aurantsorten unigeschmolzen.
Aber die positiven Erfolge dieser Vertr�ge waren doch bedeutender: sie best�nde�: in Schaffung eines unter
den damaligen Umst�nden pr�gbaren Handelsgeldes, eines Geldes, das besser war als die Caler, denn diese waren
nicht festzuhalten. Allerdings waren beide Vertr�ge nur provisorisch abgeschlossen worden, weil man immer vorhatte,
durch allgemeines Reichsgesetz zum alten Fu� zur�ckzukehren. Vies spricht sich besonders darin aus, da� man keinen
neuen Caler pr�gte, sondern eine M�nze, die zwar so viel Silber enthielt wie ein halber alter Caler, aber Caler
galt. Es stimmte also die Zahleinheit nicht mit der Rechnungscinheit �berein, diese war der Caler zu 2H Groschen,
jene der Gulden zu Groschen.
Erst 60 Jahre sp�ter schuf man in Preu�en wieder ein M�nzsystem, in dein die Zahleinheit auch Rechnung^
cinheit war, n�mlich der geschaffene Caler, der '/^ Mark Feinsilber enthielt. Im �brigen Veutschland blieb man
meist bei der Guldenw�hrung und pr�gte Voppelgulden (Konventionstaler), Gulden und kleinere Sorten, von denen
der Gulden Mark Feinsilber hielt. So schied sich Deutschland seit dem Siebenj�hrigen Kriege in die Caler^ und
Gulden l�nder.
Verzeichnis der abgebildeten M�nzen
\{. 6 pfennig (670, Berlin
12. n pfennig (676, Berlin
(5. 3 pfennig (668, Berlin
H. 2 pfennig (676, Berlin
15. Pfennig (679, Berlin
(6. Taler auf die Schlacht bei
Fehrbellin (6I<*, Berlin
>?. 2^ pfennig (665, troffen
18, Groschen (67^, Haiborstadt
\9. V3 Caler (688, Berlin
5. Doppelgroschen (653, Berlin
2. Groschen (657, l?alberstadt
3, DoppcI&uFat 1650, Berlin
9, Berlin
20, % Caler *69i, Berlin
25. % Taler J6<)2, Minden
22. V,? 2!aler i7oo, !Nagdel>urg
23. h Pfennig 1,694, Verlin
25. 4 pfennig 5K92, Stargac�
25. 3 pfennig \ttio, Berlin
26. 2 pfennig \?ou, n?�g^el^ur(J
27. pfennig 1695, Berlin
28. B?ntoialer (696, Berlin
        
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