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Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

Full text: Das Münzwesen Brandenburgs während der Geltung des Münzfußes von Zinna und Leipzig

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Das M�nzwesen Vrandenburgs w�hrend der Geltung des M�nzfu�es
von Zinna und Leipzig
Von
Friedrich Freiherr von Schr�tter
2�^a kein Volk auf die Dauer die der H�he seiner wirtschaftlichen Kultur entsprechenden Zahlnnttel entbehren faun,
haben gro�e Monarchen immer f�r gutes Geld gesorgt. Dieser begriff �gutes Geld" bedeutet aber sowohl zuver-
l�ssiges als auch gen�gendes Gelb, ist je nach den Anforderungen des Handels, der wirtschaftlichen Verh�ltnisse
verschieden. Der Handel schafft sich seine Zahlmittel, wenn die Regierung keine gen�genden herstellt, selber; er k�mmert
sich oft gar nicht uni das Geld des eigenen Tandes, er verwendet die M�nzen oder Zahlmittel, die im Handel am
praktischsten, am begehrtesten sind, gleichviel woher er sie bekommt.
Auch der Binnenverkehr schafft sich Geld, wenn es ihm seine Regierung nicht bietet, er fertigt sich dann
entweder firivatgeld wie die englischen Aaufleutc und Ar�mer Jahrhunderte lang es taten, oder er benutzt das Geld
der Nachbarl�nder wie es lange Zeit in f)olen geschah. U)o es wie hier dauernd an gutein Tturantgelde fehlte,
d. h. an zureichenden oder zuverl�ssigen w�hrungsm�nzen , da waren auch immer die politischen oder wirtschaftlichen
Verh�ltnisse liefstehendc. Eine der traurigsten Begleiterscheinungen der verfallenden polnischen Republik war ja deren
elendes M�nzwesen, das eigentlich schon um ein Ende nahm. Solange in Spanien t�chtige Herrscher waren, stand
es auch mit dem Geldwesen dort leidlich; unter den schwachen Nachfolgern Philipps II. ging es mit der Volkswirt-
schaft und dem Geldwesen rapide abw�rts. Auch die (ander, die heute politisch oder wirtschaftlich schwach sind, sind
es ebenso monet�r, z. V. Ru�land, Italien, Spanien, die T�rkei. Es gibt politisch schwache t�nder, die ein gutes
Geldwesen haben, dann sind sie aber wirtschaftlich stark wie Holland, die Schweiz.
Auch das elende Geldwesen Deutschlands vom bis Jahrhundert findet seine letzten Ursachen in seiner
politischen Ohnmacht und Zerrissenheit. Es wurde damit erst besser, als sich die gr��eren Staaten vom Reiche
emanzipierten und ihr eigenes M�nzwesen schufen; diese Emanzipation war aber nur ein erster notwendiger Schritt: auch
die gr��eren St�nde konnten nur dann ein gedeihliches Geldwesen schaffen, wenn die M�nzpr�gung von mehreren nach
gleichen Grunds�tzen geschah. Sp�ter war Preu�en allein gro� genug, ein eigenes M�nzsystem aufrecht erhallen zu k�nnen.
        
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