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Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

Full text: Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

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der 3U&CL1 Endlich, April \75<), erteilte der Gro�vezier Raghib ?Tiuf?amme� Pascha dein Agenten Friedrichs eine
geheime Audienz: er zeigte sich nicht abgeneigt, auf die preu�ischen 'Vorschl�ge einzugehen, er erkl�rte, die Pforte
habe begr�ndete Anspr�che auf das Cciiiesnarer 23anat; aber er machte seinerseits den Veitritt der Englander zum
V�ndnis oder wenigstens ihre Garantie zur Vorbedingung.
Vie Verhandlungen, die sich bis zum Schl�sse des Krieges fortspinnen, zeigen uns in der Folge stets dasselbe
typische Vild: Raghib stellt den Abschlu� des Vertrages in Aussicht, aber er macht ihn jedesmal von einer neuen
Vedingung abhangig, die wiederum die Unterzeichnung hinauszieht; seine Forderungen werden zur schraube ohne
Ende. Gleichwie er jetzt den Veitritt oder die Garantie Englands verlangt, so zu Veginn des Jahres im Hin-
blick auf einen damals geplanten, allgemeinen Friedenskongre�, die schriftliche Versicherung der A�nige von Preu�en
und England, da� der Arieg weitergef�hrt w�rde. Im November erfolgte der t�rkische Vorschlag, statt eines
Defensivb�ndnisseK einen Freundschaftsvertrag einzugehen. Und nachdem im Fr�hjahr die Verhandlungen �ber
ben Vefensivtractat wieder aufgenommen waren, erkl�rte Raghib, nur der fornielle Vruch mit den Aaiserh�fen mache
Schwierigkeiten, da nach den t�rkischen Gesetzen ohne gewichtige Gr�nde die Offensive nicht ergriffen werden d�rfe.
Und auf die Nachricht von dem beginnenden Einverst�ndnis zwischen A�nig Friedrich und Peter III., der nach dem
Code der Aaiserin Elisabeth den Zarenthron bestiegen hatte, behauptete er, deni Tartarenkhan bereits den Vefehl zum
tosbruch gegen Ru�land gegeben zu haben, um �durch den Vruch mit den Russen den Anfang zu machen"; er f�gte
hinzu, er sei zur Unterzeichnung des Vertrages bereit. Auch dem K�nige war nicht l�nger zweifelhaft, da� diese letzte
Erkl�rung nur darauf hinauslief, �ehrenvoll die Verhandlungen abzubrechen".
Vetrieb der Gro�vezier die Verhandlungen dilatorisch, so bem�hte sich Friedrich seinerseits, jeder neuen Forderung,
kaum da� sie ausgesprochen, gerecht zu werden. Er eilte, England zu den gew�nschten Schritten und Versicherungen
zu bestimmen. Alle Hebel setzte er in Vewegung, mit Feuereifer spornte er Rexin an, verhie� ihn: pers�nlich Ve-
lohnungen; schon zu Anfang war er bereit, den T�rken ihre Eroberungen in Ungarn zu garantieren, eine
Erkl�rung, die er ein Jahr sp�ter f�r das Vanat ausdr�cklich wiederholte. Immer wieder neue Summen warf er
fi'ir Bestechungen aus, �um davor," wie er einmal sagt, �den Gro�vezier, andere veziers, den Mufti, den Aanzler
und dergleichen n�tige Personen, auch den Dolmetscher des Sultans und selbst in dem Serail einige Personen, die uns
helfen k�nnen, zu gewinnen". Als der Gro�vezier Ende 
    
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