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Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

Full text: Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

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Verteidigungsb�ndnis 511 schlie�en, bas den wiener Hof �on einein neuen Angriff auf Preu�en zur�ckhalten sollte. Va
aber die OrFen nicht nur der Feind Gesterreichs , sondern auch Ru�lands waren, geriet die preu�ische Politik auf
gef�hrliche Salm, als K�nig Friedrich (762 uno wiederum (763 gleichzeitig mit dem Petersburger Hofe ankn�pfte.
Von. starker Unruhe ergriffen, arbeitete Katharina II. heimlich dem Zustandekommen der preu�isch ? t�rkischen Allianz
entgegen. Trotzdem fa�te der K�nig \n im November 1,765 einen Dreibund zwischen Preu�en, Ru�land und der
Pforte ins Auge,^ aber erst der \7?^) mit aller (Energie unternommene Versuch, beide Allianzen zu einem gro�en
System zu verbinden, wurde f�r Preu�en verh�ngnisvoll. Mit einer �chasse de deux li?vres" hatte der Sekret�r
Eichel J762 sorgenvoll die doppelte Verhandlung seines Herrn verglichen^ Heine Bef�rchtung einer Katastrophe
erf�llte sich nunmehr.
lediglich das spezifisch preu�ische Interesse halte A�nig Friedrich im Sinne: er wollte den wiener Hof von drei
Seiten einkreisen und gleichsam einknebcln. Indessen die Gr�nde, die ihn bestimmten, auf einen gl�cklichen, seinen
w�nschen entsprechenden Erfolg zu rechnen, sind bis heute f�r uns in Dunkel geh�llt.
Sein Schritt von !,??<) war ein schwerer politischer Rechenfehler, gleichwie 1^756 der Abschlu� der Westminster-
convention, jedoch die Gunst der politischen Umft�n6e bewahrte den greisen K�nig vor der Notwendigkeit, nach dein
bayrischen Erbfolgekrieg nochmals dag Schwert gegen Gesterreich ziehen zu m�ssen. Gleichwohl richtete sich auch
seine letzte politische Tat, die Gr�ndung des Deutschen F�rsten bundes, gegen den Wiener Hof. So ist denn nicht allein
seine orientalische, sondern die Politik w�hrend der ganzen Dauer feiner Regierung nur aus seinem Gegensatz gegen
�Vcftcrreich zu verstehen.
1 Anl��lich der Ankunft ?lchme in Wien: �S'il s'agira d'une triple alliance
d�fensive ? conclure entre moi, la Russie et la Porte, l'affaire saura prendre bient�t consistance." (p. ?. 23, (So,)
�
a Va,\. oben S. 30.
So eikl�rte auch, tm R�ckblick auf die t>er^anMnngcu pou \17<), die Kaiserin Katharina selber, a?s Joseph II. fie bas Jahr darauf in
petcr?burg besuchte, �que le roi de Prusse, quoique pas en �ge de l'?tre, �tait souvent un �tourdi en politique, voulait combiner des objets
ineombiii�liles et �tait tromp� par 5cs ministres et 5e trompait lui-m?me en voulant en faire accroire aux autres", Dg[. von �tniett;, �ITTacta
Cheresia und Joseph II. Ihre tlorrcfpoitbcn^", Si�. 3, S. 269 (Ivien, (868).
        
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