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Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

Full text: Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

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und R�ubern", die Wasserstra�e ziehen: �Vis an den Rand beladen und von 5 oder (0 ntenfdfy�n regiert, spannen
sie bald Kegel auf oder stemmen sich mittelst lang�e Stangen an die beiden User und schwimmen so mit Leichtigkeit
die Fl�sse hinunter. * 60 s�he man auch in 23crlin, hei�t es weiterhin, auf der Sproc �unz�hlige Fahrzeuge und
Fl��e" �immerw�hrend von oben nach unten und von unten nach oben", d. h. zwischen Breslau und Hamburg, mit
Lebensmitteln und anderen �uaren unterwegs.
Hur mit wenigen Worten erw�hnt Achmet Potsdam, um dann sogleich auf den l{�ntg zu kommen: �Das
Steifte ist seine Sch�pfung; hier sind sch�ne Pal�ste, G�rten und Iagdparke." Potsdam ist Friedrichs fast st�ndige
Residenz, hier h�lt er sich die meiste Zeit des Jahres auf, r/um sich aus dem Gedr�nge der Gesandten und dem
Gew�hle der Gesch�fte und Alageu zu retten." Hier ��berdenkt er Swapgesch�fte
und Ariegspl�ne, die sich seinem Geiste aufdr�ngen, und ist unabl�ssig besch�ftigt in
seinen� Kabinette, wo er die Gesch�fte, welche Vefehle an seine Minister und Generale
erfordern, auf da� genaucste sichtet und er�rtert."
Auf den Streit zwischen Gcsterreich und Preu�en, auf die Verhandlungen
zwischen der Pforte und den: A�nige konzentriert sich die Darstellung des T�rken, und
indem er Friedrichs Charakterbild entwirft, kommt er immer wieder auf diese beiden
Fragen zur�ck.
Weit ausholend, mit der Gr�ndung des islamitischen Reiches einsetzend, be-
ginnt Achmct die Erz�hlung des �sterreichisch Kampfes. �Nach dem
950 legten sich endlich," so lesen wir, �durch Gottes Weisheit die
streitenden Ar�fte der Welt zur Ruhe, und sie schienen erschlafft zu sein in der Hervor-
bringung eines neuen Reichestifters und Dynastien- Gr�nders." Dann aber, in ge-
waltigen, Satze die Zeit big �berspringend, f�hrt Achinet fort: da stand Friedrich II.
auf, �ein in der Geschichte bewanderter, den Arieg nicht scheuender und nach hohen
Dingen strebender F�rst." �Die Vegierdc, Germanien und Alemannien (Deutschland
und Gesterreich), ja den gr��ten Teil Europas sich zu unterwerfen, sprudelte in seinein
l)irn." Er will, so wird mehrfach wiederholt, selbst Aaifer werden. Nachdem er sich,
jedoch vergeblich, zu diesem Zweck um Avaria Theresias Hand beworben, verbindet
er sich, nach Aarls VI. Tod, mit den Franzosen, um sich die Kaiserkrone aufzusetzen,
und entrei�t �bei dieser Gelegenheit" den Vesterreichern Schlesien.^ Zufolge dem
Reisebericht von ist auch die dritte Schilderhebung im Jahre nur die
Erneuerung des Versuches, �auf deu Fittichen seines Glaubensgenossen, des K�nigs
von England, zur Hoffnung der r�mischen Aaiserw�rde sich aufzuschwingen",^ w�hrend
in dem neuen Vericht von !^7KH der Ursprung des Siebenj�hrigen Krieges aus allge^
Miiglirt,der t�rfischen GescmdtschafN 'b3/bh
mit rinem �eirliiier Stra�enjungen. U$tt?>
meinen, gewisserma�en doktrin�ren Gesichtspunkten hergeleitet wird. Achmet stellt n�mlich, �hnlich wie F�rst Aaunitz^
einige Jahre, sp�ter, als der Kampf zwischen Ru�land und der Pforte ausbrach und die Vernichtung der europ�ischen
T�rkei drohte, ein System des europ�ischen Gleichgewichts auf, in welchen: die christlichen Gro�m�chte sich gegenseitig
1 Pie Datierung ist ungenau. Gemeint ist offenbar die Regierung Tolimans II,, des pr�chtigen (f (566), die den H�hepunkt der
Macht des Gsmanenreichs darstellt, uni) nach der sofort der Niedergang beginnt, vgl. von Ranke, �F�rsten ��b V�lker von 5ii?i*(Europa im

    
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