Path:
Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

Full text: Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

39
Hun l��t mon den (Befanden eintreten. Statt sich breimal 511 verbeugen, wie es die christlichen Gesandten tun, erhebt
er dreimal die rechte Hand, n�hert sich dann dem Chrone und halt feine Ansprache, wobei er die Augen schlie�t."
Die Worte, mit denen er bas Areditiv des Sultans �berreicht, lauteten: �Dies ist das freundschaftliche Aaiscrliche
Schreiben, worin der Geschenke erw�hnt wird, welche Allerh�chst Se. iKajeft�t der den osmanischen Cbrou dermalen
zierende, glorreichste, gro�m�chtigste padischah und Sultan, die Zuflucht der Welt, 2Ttuftap^a, unser allergn�digster
Herr, Elich feinem m�ch-
tigen und angesehenen
Freunde zur Befestigung
des gegenseitigen guten
Einvernehmens sendet." '
Danach �bergab der
Schatzmeister einen mit
Smaragden , Hubin�n
und Diamanten ge
schm�ckten Reiherbusch,
den Friedrich mit einem
23licfe musterte und nebst
dem Areditiv auf den
Tisch legte. �Nachdem
Graf Jiucfenftein," wie
kchndorff weiter erz�hlt,
�geantwortet hat, er-
steigt der Gesandte eilig
die Stufen des Thrones,
fa�t des K�nig? rechten
Arm, k��t feine Schulter
und verschwindet mit
Blitzesschnelle aus dem Adresse de5 IX,!!2!c1,!�el Estent!, �birhrn*lfTi S^ttUwns des Sulls!i5 lllufiaptfa111. an ,$ne?>rii? d. �r. 1763. (Set;. Stuntsarrffu� Sftlin^
Saale. "
Nach der Audienz lie� Friedrich ihm in seinem Huarlier ein Festmahl geben-, jedoch wurde dieses, da
Finckenslein des Gefolges wegen zur Vorsicht riet, auf Porzellan serviert, damit, wie Friedrich ausdr�cklich bemerkte,
1IPiebmun ein Mi�verst�ndnis Eetjnlwr^ ist feine Behauptung (S. 'tfi"),Achmet I^tbo den K�nig mit �Kaiser" cmgnebet und
ihn �Anbeter des Seftfercrs von Nazareth" genannt, der poti dem Dolmetsch besorgten, franz�sischen Ucbcrfe^itini; der Adresse
des gro|jl?fiTfid)eti 5ducit�0it5 pgl. Ann�. 2) wird Friedrich lediglich bezeichnet ah �sectateur de J�sus", d. l^, als Anh�nger voit Jesus. �* Die von dem Dolmetsch besorgte Heb ertragm der Adresse des Schreibens des Sultan? llTnftapl^t HI. an K�uitr Friedrich, datiert: �au
Commencement du mois lunaire Muh.irem de l'ann�e ir 77" C '7^*3\ ins FraiiH�fischc lautet: ,,T,a pr�sente lettre, haute et destin�e ? augmenter
l'amiti� de la part du Roi des Rois au plus glorieux d'entre les grands Princes Sectateurs de J�sus, �lu d'entre les plus illustres de ceux
du Messie, directeur des affaires des R�publiques Nazar�ennes, Ma�tre d'une grande cour et de plusieurs dignit�s, qui m�rite la v�ritable
estime et gloire, le Uoi de Prusse actuellement r�gnant, Margrave de Brandebourg, Archi-Chamhellan de l'Empire Romain, Prince Electeur,
supr?me duc de Sil�sie, Souverain de plusieurs autres provinces, le tr?s magnifique et tr?s puissant Fr�d�ric, dont la fin soit heureuse." �
3 Zlad} Nicolai und Tlnebaull (vgl. oben S. 57, 2lttm, 5) fritte der K�nig bei der Andicnz seine gew�hnliche Uniform an; nach
Achmets Bericht, in der l^anunerfchen Ueberfehmig, trng er ein �bestanble^, allt�'glichrs Xleid". Die naive des �crans�
�iebecs Nicolai, das; der von Achmet bemerkte �Staub" von dein �feinen spanischen Schnupftabak" In'ri�tjvc, �welchen der Amiig frijr stark
brauchte", gemahnt an die l�cherliche �bertreibung des parvis (nachmalig tord INalmesbiiry), der sagt, es sei �schwer, sich ihm
ja n�her�, ohne niesen 311 m�ssen", da er �nicht eine prife, sondern eine aan.ze QanbooQ 4 n�'knne (�Tageb�cher un& Briefwechsel", 3?d. T, 5. 7.
Deutsche^ebcrsctzuilg, (Srinmui (h*h). Allerdings spricht auch K�nig Friedrich inp�llniy' Bericht >rgl. oben S. 27! Poil einer �Cabar�ipolfe",
die er dem ??'ifeu ersparen will. Ivahrscheinlich aber haben wir es mit einer Entgleisung von Kammer zu tun, und Holland trifft bas richtige,
venu er in seiner Ilel'ersetznng (S. 2g) Achmet sagen l�'szt: ��lachdcm mein !>n�pt den Staub ber�hrt hatte, gewahrte bei- Ronig die Audienz."
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.