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Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

Full text: Eine türkische Gesandschaft am Hofe Friedrichs des Großen im Winter 1763/64

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preu�ische� Gesandten sagte, sollte er die Freundschaft zwischen beiden J??�cfyten �auf einen noch festeren Fu� setzen".
Ausf�hrlicher noch sprach er sich 511 dein Volmelscher "'.hannaki Frangopulo, den Renn ihm mitgegeben hatte, dahin
aus, da� sein �gemeinter" Auftrag sei, zu erforsche�, �ob der A�nig noch immer in derselben Gesinnung un& auf
denselben Gedanken beharre", und dann hier�ber, wie �ber die Dorschl�ge, die dieser in der ersten Unterredung ih�i
machen w�rde, unverz�glich an den Sultan 511 berichten.'
auch der Schleier nicht v�llig gel�ftet, �nan sieht, politische Fragen spielen bei der Mission mit.
Zwei Momente waren es, die pot allem in Betracht kamen, guinitfcft das Verh�ltnis (l)esterreichs zur
Pforte. ?urch den Velgrader Frieden non \759 war ein Ivaffenstillstand auf 27 jafyre abgeschlossen worden. Die
Zeit feines Ablaufes stand bevor.- lV�hrend des Erbfolgekrieges hatte der wiener l)of den Antrag gestellt, ihn in
einen �ewigen Frieden" umzuwandeln, aber die Oerhandlungen f�hrten ?7^7 zu dem Ergebnis, da� die C�rken, eines
zweideutigen Ausdruckes sich bedienend, nur einen �dauerhaften Frieden" zugestanden." Da erkl�rte I,7l^ der Gro�
vezier Raghib, man k�nne den Vegriff �dauerhaften
Frieden" nicht anders auslegen, �als da� es einem
jeden ?Teil freist�nde, denselben zu brechen, wenn es ihm
nicht l�nger convenable sei, den Frieden zu halten"^
Dec ilVrt des Abkommens von war danach v�llig
illusorisch, und so entsandte der wiener l)of imJaf^re \7�2
den 3ntl-'rmint'us Grafen pmcfler nach Aonstantinopel,
um �ber die Verl�ngerung des Belgrader Friedens in
Verhandlung zu treten. K�nig Friedrich wollte damals
wissen, da� der Abgesandte beauftragt war, �allenfalls"
der pforte die Abtretung des sehnlich begehrten Banats
anzubieten/' Nach Rexins 2Neldung enthielt das Be*
glaubigungsschreiben desselben aber nur �leere KompH<
mente", und als nun die pforte zu der Sen&ung der
Gesandtschaft nach Berlin sich entschlo�, stellte er, in dem
schon erw�hnten Bericht von, (i.Januar, die plausible
Vermutung auf, da� ihr Zweck fei, �denen Vesterreichern
desto banger 311 machen, mithin peucfler zu zwingen,
sich in proposition es einzulassen, und dadurch auf eine
Personal dei (�rfifttjcn (BtfantHfdjaft BaWeraiq non P. CtpbwpfKti IZ6^
leichte Art etwas zu erlangen." kie� sich indessen eine Verst�ndigung zwischen 3 abschriftlich beigelegt (G. St. A.). � 2 3rrtiilllli^� verlegt der K�nig den .sriedrn in das (758 nnd ist der Ansicht,
da� dieser bereits im herbste \763 zu Ende geh? (vgl. p. ?. 23, &9)- � 3 Dgl. dafiir den Bericht Ze^elins, des Nachfolgers von Hc?ltt,
vom 25, *"66, der schreibt, da� die d�rfen damals statt des von bim Geste rreichern gewnnschten t�rkischen Wotit�, welches �ewiger
Frieden" bedeutet, ein arabisches Wort eingesetzt Ratten, welches man nur �dcmerHaften Frieden" �bersetzen k�nne, dieser Ausdruck sei
zweideutig, �dergestalt das; dieser Cractat 31t allen Zeiten und nach denen Umst�nden der Heit gebrochen werden kann, ohne dadurch die
Engagements, 100311 der �Eractat verbinden sollte, 311 verletzen. Die T�rken sind sehr sinnreich, um in ihren Tratten, welche sie mit
denen christlichen piiiffancen schlie�en, dergleichen zweideutiger Ausdrucke sich 311 bedienen." [�, C 25, 2O(f.) � * Vql. Zegclins Vericht
nom April If�:p. C. ZA, US.
� �
vgl. forsch, 5. 65 und p. C. 21, 279. 282. 39�. �
" Vgl. porfrfj, S. 75. � 3 Nach v. Kammer
(�Geschichte des G�manischen Reichen", i^b.�, 5.261,. peft (852) erfolgte (765 dir g�tliche IVilcguug, indem die z?forle sich dazu verstand,
gleichfalls den 3lusbntcf �vercwiglrr Frieden" in ihre Urfunben einzusetzen.
        
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