Path:
Der Kaiser und die Kunst

Full text: Der Kaiser und die Kunst

12
iOjeaterfi^ureu dieses Zeitalters schuf, sondern ein Wiedererwecker der Vergangenheit im wahrsten Sinne bis Wortes,
bei dein der Historiker nie den Auustler aus den Augen verlor und uns durch die sprechende Tebenslvahrheit der
Schilderung seinen (Typus des Gro�en K�nigs aufzwang, dieser ?lTann hat uns auch gezeigt, wie ein Schilderer
vergangener Epoche?� doch als ein gro�er Realist im edelsten Sinne des Wortes der packendste Schilderer des uns
umfiuteuden modernen Gebens sein kann, ohne von der H�he vor
nehmster Gesinnung irgendwie herabzusteigen. Kaiser Wilhelm II.
hat l'ei A�nstlern und !3aien Deutschlands eiuen wahren Sturm der
Begeisterung erregt, als Er durch diese ungew�hnliche nnd nicht zu
erwartende Ehrung des greisen und doch ewig jungen Altmeisters
deutscher Aunst und k�nstlerischer Individualit�t Zeigte, wie Er die
?cvise des mit der Erhebung Preu�ens zmn R�nigreich entstandenen
Ordens ,,.^uliin verstanden wissen wollte.
Unverge�lich werden jedem Zeugen der Begegnungen des Aaisers
mit Adolf von die g�tige Achtung und geradezu liebevolle
Freundlichkeit bleiben, mit der Er dein greisen A�nstler entgegenkam,
wo Er glaubte, ihm eine Freude machen zu k�nnen, geschah es mit
feinf�hligen� Verst�ndnis f�r die Eigent�mlichkeiten und Sonderbarkeiten
des alten Herrn. Als Menzel einmal ge�u�ert hatte, da� es ihm
infolge der Schwierigkeiten, die die Hofverwaltung gemacht hatte, nicht
m�glich gewesen w�re, f�r sein Vild:Fl�teukonzert Friedrichs des Gro�en
in den bei Aronleuchterbelcuchtung, wie es der
Situation entsprach, zu sehen, lie� der Aaiser eine eigenartige lieber
raschung f�r den A�nstler vorbereiten. Er erhielt eine Einladung zu
einem Gartenfest in schlo� Sanssouci, wurde am Eingang von einem
(Offizier im frioeriziam'schen Rosl�m, dem Aaiser selber, empfangen
lind in das Friedrichs des Gro�en auf einen bestimmten
l?latz gef�hrt. Hier sah er nun mit staunenden Augen sein Fl�ten
konzert in der von ihm gewallten Veleuchtung lebend geworden, und
unter Geister Joachims Teilung wurde auch die des Gro�en
A�nigs wieder zum keben erweckt. Anter den Zuh�rern sa� auch die
Aaiserin in dem Aost�me der Eine feinsinnigere und gem�t
vollere Ehrung des gro�en A�nstlers von feiten des Aaisers ist �indenkbar.
Nnvcrge�lich wird jeden� Ceilnehiner auch die letzte Ehrung
bleiben, die der Aaiser deinem toten gro�en Freund? erweisen lie�.
Die weihevolle Feier in der Rotunde des Alte�� war tief
ergreifend, und das Vild, wie der �arg die gro�e Freitreppe durch
das Spalier der in ihren friderizianischen llniformen
heruntergetragen ivurde, gefolgt vom Aaiser an der Spitze einer
llliininTftdlHc 50� iiriitiIn des SlegM'UDrc
unendlichen Schar der h�chsten W�rdentr�ger des Staates und der Armee sonne der A�nstlerschaft, geh�rt zu den
Erscheinungen, die sich unausl�schlich der Erinnerung einpr�gen.
Ein hervorstehender (^harakterzug bei der Aunstt�tigkeit unseres Aaisers ist die Nneigeun�tzigkeit in bezug auf
die Sch�pfungen der Aunst, die Ihm ihre Entstehung verdanken. Nicht f�r Sich oder den Schmuck Seiner Schl�sser
und G�rten l��t der Aaiser die gro�artigsten Aunstwerke entstehen, sondern Er stellt sie an die �ffentlichen Pl�tze als
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.