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Die Hohenzollern und die Oranier in ihren geistigen, verwandtschaftlichen und politischen Beziehungen

Full text: Die Hohenzollern und die Oranier in ihren geistigen, verwandtschaftlichen und politischen Beziehungen

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(Einf�nften Frankreichs bezahlt werden folle, lag der Charakter des Kriegs als eines Religionskriegs offen am Tage
und den protestantischen Niederl�ndern war klar, da� die stunde der Entscheidung geschlagen hatte.
?s m�gen eine Reihe von Anl�ssen und Gr�nden zusammengekommen sein, die zur Auflehnung des nieder-
l�ndischen Volkes zugunsten Wilhelms III. wider die Oligarchie der st�nde und Staaten fett 56? gef�hrt haben,
sicher aber ist, da� die B�rgerschaft der St�dte, in deren Greifen die Gramer seit den Tagen Wilhelms I. ihre zuver-
l�ssigsten Parteig�nger besessen hatten, unter Aonstantin Huygens F�hrung ihre alte Anh�nglichkeit an die Familie
bewahrt hatten und da� die Stellung des inzwischen herangereiften Wilhelm III. zu diesen Fragen, die man wohl
kannte, derjenigen feiner gro�en vorfahren entsprach. Nachdem die Revolution von \67\�\672 den Enkel Friedrich-
Heinrichs am 25. Februar in dessen Rechte wiedereingesetzt hatte, sollte die Welt zum dritten Male einen (Dr�nier
kennen lernen, der Blut und keben f�r die Glaubensfreiheit einzusetzen entschlossen war, und wiederum waren es die
Hohenzollern, die er, als er von allen verlassen schien, als treue Verb�ndete an fetner Seite fand.
Es ist doch wohl nicht zuf�llig, da� gleichzeitig mit den Bewegungen, die unter Vohnas und Huygens
F�hrung in den Niederlanden f�r das Haus Vranien einsetzten, auch in Deutschland eben diejenigen Areise, deren
innige Verbindung mit den niederl�ndischen Gesinnungsgenossen wir nachgewiesen haben, in st�rkere T�tigkeit gerieten.
Ehe wir die R�ckwirkungen, die von dieser T�tigkeit aus auf die gleichgesinnten H�fe, besonders auf den Hof Friedrich-
Wilhelms in Berlin, ausgingen, betrachten, m�ssen wir einige bisher unbekannte Ereignisse ber�hren. Vie Dinge voll-
zogen sich, ebenso wie die holl�ndischen Vorbereitungen, unter dem Schleier des tiefsten Geheimnisses, weil dies
der einzige Weg war, um die vorzeitige Unterdr�ckung der Bewegung zu verhindern.
Solange F�rst Ludwig von Anhalt leble (gest. nahm die �Deutsche Gesellschaft" unter dem Sch�tze
Friedriche Wilhelms von Brandenburg eine erfreuliche Entwicklung; es gelang den in dem Orden vereinigten F�rsten,
allm�hlich eine gro�e Zahl der leitenden A�pfe ihres Zeitalters an sich zu ziehen. Mit Ueberraschung sieht man,
wenn man die Mitgliederlisten des Bundes �berblickt, wie gro� die Zahl der Namen ist, die als Staatsm�nner,
Offiziere, Gelehrte und A�nstler in der Umgebung und im Dienste des Gro�en Aurf�rsten bekannt geworden sind.
Die in anderen L�ndern vielfach Zur�ckgesetzten und bedr�ngten Vork�mpfer des Toleranzgedankens und der
Geistesfrciheit boten sich dem neuen Protektor ihrer Weltanschauung von selbst an. Die schweren A�mpfe, in denen
diese M�nner wider eine Welt von Feinden standen, unter denen der Verrat in allen Formen lauerte, machten die
Geschlossenheit in den eignen Reihen und gegenseitiges Vertrauen zur dringenden Notwendigkeit. Friedrich-Wilhelm
hat sich einmal direkt dahin ge�u�ert, da� er zwar allen Religionen in seinen banden Toleranz gew�hren wolle, da�
er aber in seiner und seiner Familie pers�nlichen Umgebung nur M�nner zu sehen w�nschte, die seine Glaubens-
Aeberzeugungen teilten. Sa kommt es, da� au�er den fr�her genannten Namen eine Reihe der bekanntesten
Mitk�mpfer Friedrich- Wilhelms in den Listen des Bundes erscheinen: vor allem Otto von Schwerin, der im
Jahre !^3 Mitglied wurde.
Je mehr indessen die Erfolge wuchsen, um so kr�ftiger fetzten auch die Versuche der Widersacher ein, ihrerseits
auf die Teilung der Organisation Einflu� zu gewinnen, und die wachsende Machtstellung, welche kudwig XIV.und seine
Verb�ndeten seit etwa auch inDeutschland gewannen, machte sich in dieser Richtung seit den sechziger Jahren f�hlbar.
Nachdem im Jahre Herzog Wilhelm von Weimar die Oberleitung des Ordens �bernommen hatte,
vollzog sich bis zu dessen Tode im Jahre die Entwicklung immer langsamer. Dann trat mit eine Stockung
ein: gewisse destruktive Ar�fte regten sich und hinderten die Neuwahl eines Pr�sidenten, wenige Jahre sp�ter waren die
letzteren so erstarkt, da� sie in Herzog August von Sachsen-Wei�enfels (gest. einen Mann an die leitende
Stelle bringen konnten (5668), der ganz im Interessenkreise von M�nnern abweichender Denkart stand und der ins-
besondere weder mit den Oramern noch mit den Hohenzollern F�hlung besa�.
Da kam es innerhalb der Gesellschaft zur Revolution. Die �berwiegende Mehrheit, ja fast s�mtliche bis-
herigen Gesellschafter sagten sich von dem neuen Oberhaupt los und am ;.Mai vollzog nach Ausweis
der bisher unver�ffentlichten Urkunden, die wir oben erw�hnt haben, die Mehrheit der Mitglieder der �Sozlet�t
        
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