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Die Hohenzollern und die Oranier in ihren geistigen, verwandtschaftlichen und politischen Beziehungen

Full text: Die Hohenzollern und die Oranier in ihren geistigen, verwandtschaftlichen und politischen Beziehungen

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oder um �kindisch� Spielereien" mit allerlei Symbolen 511 treiben. Vie Vr�der hielten im stillen zahlreiche Zusammen-
f�nfte an wechselnden Grten, Zusammenk�nfte, die angeblich sur Beratung der �Materie", wie man den Fragern
sagte, oder zur Hebung der Muttersprache, wie man drucken lie�, abgehalten wurden, die aber bei den Gegnern als
die Pflege eines �heimlichen Verst�ndnisfes" angesehen wurden; zugelassen wurde nach Ausweis der erhaltenen
Akten niemand, der nicht die geheimen Abzeichen besa� und kannte.
Auffallend mehrten sich die Veitritte aus der Umgebung der Hohenzollern seit der Zeit, wo der Aurprinz
Friedrich -Wilhelm m den Niederlanden weilte. So schl�ssen sich im Jahre Gerhard Romilian von Aalkum
und Georg von der Goltz an, dann die Herren von der plessen und von der tancken, von Rantzau,
�on Schweinitz, von Rochow usw. Endlich, im Jahre entschlo� sich auch der Rurf�rst Georg-IVilhelm
selbst, dem Grden in aller Form unter dein Vrudernamen �Der Aufrichtende" beizutreten; er tat es aber nicht allein,
denn gleichzeitig ward auch die Aufnahme des damaligen Statthalters der klevischen kande, des Markgrafen Sig-
mund von Vrandenburg, vollzogen. Sigmund, cm Sohn des Aurf�rsten Joachim-Friedrich (geb. 1Z92, gest. 56H0),
stand damals mit Friedrich Heinrich von Vranien und dessen ganzen Freundeskreise in vielfachem pers�nlichen Verkehr,
und cr war daher in der Lage, die gegenseitige Ann�herung der beiden Dynastien, die durch den Aufenthalt des Aur-
prinzen in:Haag besiege!! wurde, dadurch zu f�rdern, da� er die freundschaftliche Verbindung aller Beteiligten im stillen
vorbereitete und unterst�tzte. Da� hierf�r der Orden �Zur Palme" ein wirksames Mittel war, sollte sich sp�ter zeigen.
Man hat von der Vedeutung, welche diese stillen Vereinigungen damals besessen haben, heute keine gen�gende
Vorstellung, wir m�ssen daher hier noch einige Notizen beif�gen, die uns neben den obigen Gesellschaften der
unzertrennlichen und der fruchtbringenden Freunde noch eine dritte Sozietat zeigen, n�mlich die Gesellschaft der
best�ndigen Freunde, die das Wahlwort Tonstantia f�hrten, und die ebenso mit den �brigen Soziet�ten wie mit
der Gro�loge Friedrich-Heinrichs im Haag in br�derlich-herzlichem Verkehr stand.
Herzog Wilhelm von Weimar (gest. der Stifter der neuen weimarischen tinie, war zu Altenburg im
Jahre geboren, und er wie seine Vr�der, n�mlich Ernst der Fromme, der nachmalige Herzog von Gotha,
und Vernhard von Weimar, Gustav-Adolfs Sch�ler, sind bekannt genug geworden. Wilhelms Hofmeister war
Friedrich von Aospoth, und zu seinen tehrern hatten Wolfgang Ratichius und der Professor der Mathematik
in Jena, Heinrich Hofmann, geh�rt, dessen Unterricht, wie es scheint, Wilhelms Neigung f�r die theoretische und
angewandte Baukunst bef�rderte, die ihn sein ganzes keben hindurch begleitet hat. F�rst Christian I. von Anhalt war
Vheim der Br�der von Weimar, und er ist es gewesen, der die S�hne seiner Schwester Maria-Dorothea in das kager
des A�nigs Friedrich von B�hmen und in den engsten Rreis der b�hmisch-deutschen Magnaten gef�hrt hat.
Es ist dasselbe Haus Anhalt, das hier abermals richtunggebend hervortritt, und zwar sind es hier merk-
w�rdigerweise die beiden Schwestern Christians und tudwigs von Anhalt, Sophia-Dorothea und Anna-Sophia,
die Gemahlin des Grafen Karl-G�nther von Schwarzburg, die durch die Erziehung ihrer Rinder und durch t�tige
Hilfe in den kauf der Dinge eingegriffen haben.
Es ist merkw�rdig, da� hier auch Versuche in das Acht der Geschichte treten, begabte Frauen in gleich-
artige Organisationen zu festen Schwesterschaften zusammenzufassen, die durch den Gebrauch der gleichen Symbolik
verbunden waren. Am 2^. Oktober stiftete Christian von Anhalts Schwester, Anna, die an den Grafen
von Ventheim verheiratet war, eine Gesellschaft von Frauen unter dem Namen I^a nodle 6eZ
und Christians zwcile Schwester, die erw�hnte Anna-Sophia, F�rstin zu Schwarzburg, begr�ndete am 6.September
eine �jugendliche Gesellschaft", deren Stiflungsurkunde sich sp�ter im Nachla� des Ratichius gefunden hat. Aus-
gesprochenerma�en hatten beide Gesellschaften Zweck und Ordnungen der �lteren �Akademien" zum Vorbild genommen.^
1 weiteres bei ?iiba>, Keller, i?omenii�5 und die Akademien der Naturphilofophen des in den Monatsheften der(Comcnius-tSefetlf^aft 5895, 5. 1$.
        
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