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Die Hohenzollern und die Oranier in ihren geistigen, verwandtschaftlichen und politischen Beziehungen

Full text: Die Hohenzollern und die Oranier in ihren geistigen, verwandtschaftlichen und politischen Beziehungen

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Graf Friedrich zu Dohna (gest. 1(688) war der Sohn jenes Christoph von Dohna (gest. l.Iuli), des
Stammvaters der F�rsten zu Dohna^Schlobitten, der durch feine im Jahre 159^ erfolgte Verheiratung mit der
Tochter Joh. v Albrcchts I. von SoIms die ersten verwandtschaftlichen Beziehungen 511 den gro�en Geschlechtern der Pfalz
und der Rheinlande angekn�pft und dadurch eine Verbindung util den ihm verwandten b�hmischen Magnaten der
Schlicks, ?D>urii, wartcnbcrg usw. hergestellt hat.
Graf Friedrich 511 Dohna war 511 Utrecht im Hause seines Vnkels Joh.-Albrecht II. von Solms erzogen
und herangereift^ Friedrich hatte seit den� Juli f>36 seine ersten Dienste in der Kompagnie der Garde, die der keutnant
van der Inneren besehligie, getan und war im September \6~>6 zum Hauptquartier Friedrich- Heinrichs kommandiert
worden; bei der Belagerung von Vreda erhielt er im M�rz \f�l eine Kompagnie. 1
Ebenso stark wie die deutschen Dynasten und Geschlechter treten die franz�sischen Einfl�sse in der neuen
Gro�loge Don vornherein zutage, und es ist bezeichnend, da� der erste, der in der Toge nach ihrer Konstituierung
erschien, der franz�sische Gesandte im Haag, Gerard de Charnace'e (geb. gewesen ist. Charnacees Staatskunst
war es gelungen, das ��iibnis zwischen Frankreich und den Niederlanden vom 5. April zustande zu bringen und
in demselben Ma�e, als sich Friedrich *ftfinridj von England entfernte, stieg Cr^amacees Einflu� am Hofe im Haag.
(Er weilte seitdem in dieser Residenz, und al* Friedrich-Heinrich zur Belagerung Nredas auszog, �bernahm C!?ar�iacec die
F�hrung eines Regiments' hier vor Vreda fiel ei* in den Laufgr�ben am \.September J637 und starb den C06 des Soldaten.
Den Neberlicferungen des oranischcn Hauses und den eigenen Sympathien entsprechend, hatte der Statthalter
einen Hugenottcnpre�iger, n�mlich Glivier de zu seinem Hausgeistlichen gemacht, und es ist bezeichnend f�r
die geistigen Zusammenh�nge, die hier obwalten, da� Rafelis durch die Wahl der Vr�der zum Redner der 3oge gemacht
ward uud da� er gelegentlich in franz�sischer Sprache t�tig war. Er ward unterst�tzt in seinen Bestrebungen durch die
Mitgliedschaft von David Vlondel (geb. gest. 5655), der sich als hugenottischer Theologe und franz�sischer Historiker
einen Naincn in der Literatur gemacht hat, und der dann Nachfolger von Vossius in Amsterdam wurde. Au�erdem
war die franz�sische Aristokratie durch dm Jacques d'Estampes, Marquis de la Ferte-Imbaut (gest. vertreten,
der einst schon vor Schulter an Schulter mit den Hohenzollern und den Graniern unter dem Marschall
de la Ch�tre gefochten hatte, und aus dem Gelchrtenstande werden weiter Touis Godin, Fran�ois Dupetit,
Ce Saigne, de Hautain und andere als Mitglieder genannt.
w�hrend au�er dem Grafen von Northampton und dem Earl of Chanel nur wenige Engl�nder in den
erhaltenen Protokollen begegnen, sind nat�rlich die Niederl�nder sehr stark vertreten.
Anter den Verwandten Friedrich-Heinrichs aus dem Hause Nassau tritt neben Johann von Nassau besonders
Ludwig von Nassau-Vevcrweert (gest. hervor. Er war der Sohn des Statthalters Prinzen Moritz aus
dessen morganatischer Ehe mit der Madame van Mecheln und galt als einer der erfolgreichsten Staatsm�nner seiner
Zeit. Er ist es gewesen, der auf die Erziehung Wilhelms III. nach einen besonders starken Einflu� ge�bt hat.
Auch Friedrich-Heinrichs Schwager, der einzige Erbe des ber�hmten und reichen Geschlechtes der Grafen von Holland-
Viederode, n�mlich Johann -wolfhard von Vrederode sgeft. 1655), war t�tiges Mitglied der koge. Der Graf, der in
erster Ehe mit Anna von Nassau verm�hlt gewesen war, hatte dann im Jahre tuise Christiane von Solms,
die Schwester der Prinzessin Amalie und Gattin des Statthalters geheiratet. Im Jahre war er H�chst-
kommandierender der Artillerie und im Jahre niederl�ndischer Feldmarschall geworden.
Feiner erscheinen in den Protokollen zwei Grafen von wasfenaer, n�mlich Jacob von wassenaer (gest.
Herr von Gbdam (meist einfach van Vbdam gekannt), und ein A. von wassenaer. Der erstere ist als Nachfolger des
Admirals Tromp und als Diplomat f�r sein Vaterland t�tig gewesen. Im Dienste Wilhelms II.und Wilhelms III.ist er
mehrfach inDeutschland gewesen; beiden Granicrn erschien er als die geeignetste Pers�nlichkeit, um die Interessen der Dynastie
am Hofe Friedrich-Wilhelms, des Gro�en Aurf�rsten, wahrzunehmen, wo er mehrfach als Gesandter t�tig war.
1Les m�moires de Burgrave et Comte Fr�d�ric de Dohna \
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�1,688. Hrsg. von k?. 23orPott>sfi. K�nigsberg {QtyR.
        
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