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Prinz Louis Ferdinand als Musiker. Sein Tod, seine Bestattung und sein Andenken

Full text: Prinz Louis Ferdinand als Musiker. Sein Tod, seine Bestattung und sein Andenken

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ehrgeizigen Gewalthaber. Und so war er unter den ersten, die, entgegen den altpreu�ischen friderizianischen lieber*
lieferungcn, Deutschland durch einen Vund zwischen Preu�en und 6)csterreich retten und dem bedr�ngten Dalerlaude
nach beiden Seiten, nach Osten un6 nach Westen, einen festen Halt geben wollten, 31� �sterreichischen Heere war er
au�erordentlich beliebt, seitdem er bei der Belagerung von Mainz einen schwer verwundeten �sterreichischen
gemeinen Soldaten von� Regiment pellegriiii auf seinein L�cken aus dem Kugelregen getragen hatte, eine wackere
Cot, die der K�nig Friedrich Wilhelm II. durch die Pr�gung einer Medaille verewigte. (Er suchte nun f�r seinen gro�en
politischen Gedanken \80<{ durch eine Reise an den wiener Hof zu wirken und fand dort bei den leitenden Pers�nlich-
keiten volles Verst�ndnis f�r die Notwendigkeit der Freundschaft zwischen Habsburg und Hohenzollern. Aber vergebens
suchte er in einer umfangreichen Denkschrift die preu�ische Regierung zum Anschl�sse au Gesterreich 511 bringen. Man
f�rchtete hier durch ein solches V�ndnis eher den Sturm zu entfesseln, statt ihn 311 beschw�ren, So wurden die Zeichen
der Zeit immer ernster, 11116 im Herbst H8O5 war kaum noch eine Wahl f�r preuj)en m�glich. Mau achtete bereits
nicht mehr feine �ngstlich geh�tete Neutralit�t, und nachdem russische Drohungen die Regierung veranla�t hatten, mit
der Mobilmachung zu antworten, f�hrte der unerwartete Durchmarsch der Franzosen durch Ansbach die Preu�en an
die Seite Ru�lands und Gesterreichs. Der prinj Couis Ferdinand jubelte, da� es nun zum Kampfe gegen Napoleon
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kommen sollte. Er war, wie der franz�sische Gesandte berichtete, die Seele der Veratungen in der Umgebung der
A�nigin. Seine einzige Sorge war, da� in den Entschl�ssen der Regierung wieder der Aleinmut siegen k�nne, der
dann den Untergang Gesterreichs zur Folge haben m�sse. Aber in der Hoffnung, da� nun doch der gro�e Kampf
beginnen werde, machte cr sich mit dem Gedanken eines Ariegertodes v�llig vertraut und schrieb sein Testament
nieder. In die H�nde seiner hei�geliebten Schwester, der Prinzessin Tuise Radziwill, legte er seine sorgen um das
ihm Teuerste und suchte von seinem durch Verschuldung stark verringerten verm�gen etwas f�r seine beiden Ainder
und deren Mutter zu sichern. Er d�rstete danach, in, Falle des Arieges Heldenruhm zu erwerben und st�rkte seinen
hohen Mut in Erfurt, cr, der (iebling des Heeres, im jubelnden Zuruf der Massen und im Verkehr mit den
milit�rischen Freunden, die von denselben Empfindungen beseelt waren, wie er. Mit F�rst Hohenlohe, Nlncher,
R�chel, Scharnhorst und anderen Helden tauschte er sein Sehnen und seinen Aummer aus, und als mau in
d�sterer Unzufriedenheit �ber die Teilung des Arieges sich trennte, gab der j?rinz mit vl�chcr und R�chel sich das
feierliche, m�nnliche Wort, �bestimmt das (eben daran zu setzen und diesen Aampf, wo Ruhin und hohe Ehre
den Sieger erwartet, oder politische Freiheit und liberale Idee auf lange erstickt und zernichtet werden, wenn er
ungl�cklich w�re, nicht zu �berleben I"
w�hrend er dann in Zwickau unmutig darauf wartete, da� der Einmarsch iu B�hmen befohlen w�rde,
str�mte er seine patriotische Ungeduld in zwei wild leidenschaftlichen, von gl�hendem satriotismns getrageneu Vricfen
an die geliebte Schwester, die Vertraute seines Herzens, aus, in denen er die sch�rfsten Anklagen gegen die Politik
aussprach, die zu dem Vertrags von Sch�nbrunn und Oaris f�hrte, und in tiefem Schmerze die Schmach voraussagte,
die f>reu߫m als eine Folge des entw�rdigenden Friedens treffen werde. Und als er dann durch die Erf�llung seiner
        
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