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Voltaire als Kritiker der Oeuvres du Philosophe de Sanssouci

Full text: Voltaire als Kritiker der Oeuvres du Philosophe de Sanssouci

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Der K�nig glaubte all� erdenkbaren Vorsichtsina�regeln getroffen 511 haben, um bas Geheimnis feiner dichterischen
versuche zu wahren, da warfen im f�nften Jahre c- siebenj�hrigen Krieges zwei franz�sische Verleger auf einmal,
ein Pariser und ein Gyoitor, Ausgaben dieser Dichtungen auf den )Narkt: der ?yoncr den Nachdruck der revidierten
Ausgabe von [752, der pariser den Nachdruck bit Invariata, des zweiten und dritten Landes der Ausgabe pou \7�O.
Jedem von beiden hatte sein Hintermann 1 einen authentischen Text geliefert, jeder von beiden hielt feinen Nachdruck
f�r den allein g�ltigen, sie selber und alle ?Delt standen vor einen! R�tsel. Der, welcher den Schl�ssel zur L�sung in
der Hand hatte, schwieg wohlweislich und beschr�nkte sich selbst in Briefen an Pertraute auf geheimnisvolle Andeutungen:
er habe wenigstens f�nfhundert seiner Rinder in der preu�ischen k�niglichen Familie wiedererkannt. 2
Das Aufsehen, das iumitten des gro�en Weltkrieges die Ver�ffentlichung der Poesien des gefeierten und
gef�rchteten Heldenk�nigs machte, wm- gewaltig, und auch nach der literarisch �sthetischen Seite fanden sie ihre Iv�rdiguug,
eine ohne Verschweigung der llnvollkommenheiten doch vorwiegend g�nstige Beurteilung, die verdiente Anerkennung.-'
Aber diese literarischen Kritiken bis herab auf das ncueste, in unsere� Cageu gef�llte Urteil,' erstreckten fich auf die
Gesamtheit der ver�ffentlichten Poesien unterschiedslos- niemand wies darauf hin, da� die eine H�lfte dieser Gedichte
vor der anderen eine stilistische (blatte voraushat, die sie der Verwertung Voltairescher Korrekturen verdankt.
Ein vollst�ndiges Nild von Art und Umfang der Nachhilfe Voltaires und von der Ausdehnung, in welcher
der Verfasser sie sich zunutze gemacht hat, w�rde sich erst gewinnen lassen, wenn man Friedrichs Text, Voltaires Noten
und Friedrichs Umarbeitung vollst�ndig nebeneinanderstellen wollte.
1 Auf die Frage nach der Urheberschaft soll hier nicht eingegangen �erben. m. u,�rk (�Voltaire und die Ver�ffentlichung der
Gedichte Friedrichs des Gro�en", Forschungen jut braudeuburgischeu Geschichte XIII)und der unten 3Inm. <* zitierte Aufsah cou Ccmotnc
nnd lichlenberger entscheiden sich �ibereinslimmend dahin, da� Doltaire �licht seine licmd im Spiele gehabt habe. � 2 Doltaiw an den Grafen
d'Arqental, !.Februar (760: ,J'ai reconnu au moins cinq cents de mes enfants dans la famille royale de Prusse". Ebenso am (5. Februar
an denselbeil i ,�cet homme qui a pill� tant de vers et de villes".
�
a Vgl. dir sehr dankenswerte zeitgen�ssischer franz�sischer
uni� anderer Urteil� bei Ciirf, Friedrichs des Gro�en Dichtungen im Urteile des (8.3>-il�il}iiti&cri5(Beilagen 311 den Jahresberichten bei- achten
st�dtischen Realschule Zu Berlin !,n<)7 und IB<)8) 1, (()ff. � 4 I.emO�De et Lichtenberger, Fr�d�ric IIpo?te et la censure fran�aise (Revue de
Paris 1901). Von der publication der Poesien wird hier gef�gt: �Elle d�truisit en effet pour jamais une l�gende qui couraft l'Europe. Depuis
plusieurs ann�es, sur la foi rancuni?re et passionn�e de Voltaire, il �tait admis que le philosophe de Sanssouci rimait comme un OstrogOth.
Tuut le public lettr� put constater � quel point la malice de Voltaire avait �gare son jugement OU m�chamment inspir� Sa plume. Cet
Ostrogoth pouvait bien commettre quelques mauvais vers, voire des fautes de frangsiis ou de sl�le, mais par la facilit� de l'inspiration, l'aisance
du trait, la verve infatigable et f�conde, il se pla�ait ? la t?te des po?tes de son temps, e! Voltaire lui-m?me ne saurait amoindrir le prestige
de cette muse qui rimait entre deux batailles .... En livrant au public les po�sies du roi de Prusse, la trahison du chevalier de Uonncvillc
(den die Verfasser des Zfaffaftes als Urheber der Ver�ffentlichung betrachten) avait r�v?l� un po?te fran�ais, 1*
G, S- Schmidt Eignet�? in l'en ?uvres du Philosophe de Sanssouci, Umgflbl von \1W, vd.III,5. 21.3. Eloge Je Jordan
        
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