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Hof- und Landesverwaltung in der Mark Brandenburg unter Joachim II.

Full text: Hof- und Landesverwaltung in der Mark Brandenburg unter Joachim II.

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Nicht alle Hofordnungen des geben ein gleich umfassendes und vollst�ndiges Vild. Unter
denen, die in dem oben erw�hnten Baude vereinigt sind, ist es eigentlich nur noch die pornmerfche von die sich
auch �ber das Veh�rdenwesen verbreitet. Die sonst recht ausf�hrliche Hofordnung des Markgrafen Johann von A�strw
von erw�hnt die R�te, die Aanzlei, die Rechenkammer nur nebenbei, weil die Veamten auch hier noch am
Hofe gespeist werden; aber von ihren Amlsverrichtungen erfahren wir nichts. TNan begann eben damals, die Gerichts-,
Aanzlei- und andere Amtsordnungen aus der allgemeinen Hofordnung herauszul�sen und besonders aufzusetzen: � ein
Zeichen daf�r, da� die Trennung von Hof- und Staatsverwaltung sich vorbereitet, die aber erst imkaufe des
hunderts wirklich zur Durchf�hrung gekommen ist. von den spateren brandenburgischen Hofordnungcn aus der Zeit
der Nachfolger Joachims II. scheint sich nichts erhalten zu habend Andererseits ist von �lteren St�cken dieser Art nur
ein einziges bekannt, die Hofordnung, die Aurf�rst Albrecht Achilles f�r seinen Zahn, den Markgrafen Johann,
der damals schon als Statthalter die Regierung in der 2Nark f�hrte, hat aufsetzen lassen und diese beschrankt sich auf
das Hofwesen und enth�lt �ber Beamtentum und kandesverwaltung so gut wie nichts, vielleicht darf man daraus
den Schlu� ziehen, da� fester? Einrichtungen auf diesem Gebiete erst seit jener Zeit sich langsam herausgebildet haben.
N)ir wollen nun auf den folgenden Bl�ttern den versuch machen, auf Grund der Hofordnung Joachims II.
und mit Zuziehung anderer einschlagender Nlaterialien, die zu ihrer Erl�uterung und zur Beleuchtung der darin ent-
haltenen Einrichtungen dienen k�nnen, zu schildern, wie damals in Brandenburg Hofhalt und kandesverwaltung
gef�hrt worden sind.
I
Der Schauplatz dieses mannigfaltigen Getriebes ist das schlo� zu C�ln an der Spree, das eben damals einem
erweiternden Unibau entgegengingt, mit seinen Dependenzen, dem und dem Amt Nl�llenhof stN�hlenhof),
das als Vorratskammer und Wirtschafts Hof f�r die f�rstliche Haushaltung dient und seinen Namen von den
alten kurf�rstlichen M�hlen am M�hlendamm zwischen Berlin und C�ln f�hrt. Der Haushalt des Aurf�rsten ist
noch zum gr��ten Teil auf Naturalwirtschaft gegr�ndet: es ist der Haushalt des gr��ten Grundbesitzers im kande.
Das Antt M�llenhof ist in gewissem Sinne der Mittelpunkt der ganzen f�rstlichen Domamalverwaltung, soweit sie
n�mlich darauf hinausl�uft, den Hof mit Nahrungsmitteln zu versorgen: Vieh, Geft�gel, Fische, Aorn und was f�nst
noch zu des kebens Notdurft und Nahrung dient, geht von den f�rstlichen Dom�nen�mtern, soweit sie �berhaupt einen
Ueberschu� erzielen, an den M�llenhof; von dort aus wird der Hof mit Speise und Trank versehen. Den Umfang
dieses riesigen Haushaltes kann man sich vorstellen, wenn man erw�gt, da� in der Regel an H00 Personen bei Hofe
zu unterhalten waren. Ein Teil dieser Personen war beritten: im Marstall des Aurf�rsten standen damals �ber
200 f)ferde, die regelm��ig zu f�ttern waren.
Der pers�nliche Mittelpunkt des ganzen Hoflebens ist nat�rlich der Aurf�rst selbst und seine Gemahlin;
seit ist es die polnische K�nigstochter Hedwig, die ihrem Gemahl zu den drei Aindern, die er aus seiner ersten
1Da� noch unter )ohann�5igiKMund eine Hofordnung erlassen worden ist, ergibt sich aus folgendem Satze, den ich der Einleitung
der Amt5k^M!ner"I"stl"ktion von !,6^5 entnehme (Urkunden und Aktenst�cke 5�r Geschichte der inneren Politik des Aurf�rsten Friedrich�
Wilhelm Don Brandenburg I.Teil, \. 23b., S- 6^ff.): �Und ob wir wohl dahero bewogen worden, kurz f�r diesen, durch unsere vornehme
B�te und Diener unser Hofwesen einziehen und unn�tige Diener abschaffen, zugleich auch allerhand n�tzliche Ordnungen, wie es mit der
Speisung alliier bei Hofe uni) allerhand Vorrichtung in Riich, Keller, Tilberkammer und Fntterbodemb, auch mit Ausgebung des Kofi-
geldes, mglcichen mit Abnehmung der Tage- und wochenrechnung gehalten .... werden solle, verfassen, ausfertigen und, mit unserer
eigenen Hand oollnzogen, unser!� Offizieren und Dienern �bergeben lassen" usw.
�
weder bas K�nigliche HanZarchw noch da? Hof-
tnarfdjaKcimt verwahrt etwas Do� diesen sp�teren Hofordnungen. � * Abgedruckt bei Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis 3. (EetI,
Vd. 2, S, H5ff* � 8 Dieser Umbau, der jahrelang gedauert hat, und aus dem bas schlo� ineiner durchaus ver�nderten Gestalt hervorging,
begann imJahre (538. vgl.R�ster, Alte- und neues Berlin 3, ;ff.und Vorrmann, Die Van. und Runstdenkm�ler von Berlin(1902) 5. 266,
dazu die Rekonstruktion eines Grundrisses des umgebauten Schlosses Fig. 33 (5. 260). Die Einzelheiten dieser VauZefchichte find noch nicht
erforsch�; als Vanmeister waren Raspar Thei� und Runz Vundschuh t�tig. *
18*
        
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