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Hof- und Landesverwaltung in der Mark Brandenburg unter Joachim II.

Full text: Hof- und Landesverwaltung in der Mark Brandenburg unter Joachim II.

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Xli�ft allez Schreibwerk aber tpar m dem Nahmen der Kanzlei zusainniengefa�t; neben den Kanzleisekrel�ren
gab es noch besondere Kammersekret�re des Kurf�rsten, die seine Befehle in der �Kammer" aufs papier brachten.
Die Hofordnung spricht nicht von ihnen, aber in der Kanzlciordnuug von ' wird einer von ihnen Steinbrecher)
erw�hnt; und da� schon Joachim II.solche Kammersekret�rc hatte, geht aus einer Aufzeichnung �ber die Begleitung
hervor, mit der er in der feierlichen Sitzung im Pont t562 erschien, wo er sein Glaubensbekenntnis verlesen lie�.
Seine Begleiter waren dabei: der Kanzler Distelmeier, die Kammersekret�re f)antaleon Chum und Hans Vretschneider,
der Kanzleischreiber Antonius Fuo� und der Rentmeister R�diger Koft.2
Der Aurf�rst f�hrte ja eine Art von primi
tiver Aabinettsregierung, wie fie im J6. Jahrhundert
ziemlich allgemein �blich war, wie sie Karl V. und
Philipp II., Heinrich II. von Frankreich und seine
S�hne, auch Heinrich VIII. von England gef�hrt
haben. Er erschien im allgemeinen nicht im Hat,
sondern lie� sich alles Nichtige, tuas dort beratschlagt
worden war, in A�rze vortragen, �zu der Stunde, wo
er Audienz gab". 3 der Regel werden �llarfdnill
oder Kan5ler referiert haben- f�r die notwendig
werdende Schreiberei waren die Aammersekret�re da.
M�glich auch, da� der Kurf�rst auch besondere R�te
als �Kammerr�ttie" 511 diesen intimsten Gesch�ften
zuzog. Bei St�lzel finde ich die ??otij8, da� J538
Thomas Matthias, der Sohn eines V�rgermeisters
von Brandenburg, der in Wittenberg studiert hatte,
\558 zum �Aammerralh" ernannt worden sei,
namentlich um in der bevorstehenden S�kularisations
angelegenheit und sonst in wirtschaftlichen Sachen
gebraucht 511 werden, wir haben ja gesehen, da�
der Aurf�rst die Amlgsachen nicht der Entscheidung
der R�te �berlassen, sondern sich selbst vorbehalten
hatte. Vielleicht erkl�rt sich die sp�tere Bezeichnung
�Amtskammer" f�r die Dom�nen Derwaltuugs
beh�rde daraus, da� urspr�nglich die Amtssachen
der kurf�rstlichen Kammer vorbehalten waren und
JoKinue� H>ftttlcb, t (��5�. Aaniler II,
dort von einem besonderen Rat bearbeitet wurden. !Venn wir Ch�mas Matthias als einen solchen ansehen d�rften,
so w�rde sich auch erkl�ren, da� wir unter Joachim II.keinen besonderen �Aammermeister" finden. Matthias w�rde
dann auch wohl die pers�nliche Kasse des Kurf�rsten gef�hrt haben, die, offenbar im Unterschied von der Hofrentei,
als �unsere Kammer" bezeichnet wird. Es ist derselbe Unterschied, der sich sp�ter zwischen Schatulle und Hofrentei
zeigt. Da� man Matthias vor allen f�r die verschwenderische Wirtschaft unter Joachim II.verantwortlich machte, geht
daraus hervor, da� er beim Regierungsantritt Johann Georgs, wie Droysen berichtet^, abgesetzt und �dem Elend preis-
gegeben" wurde, obwohl ihm keine Unredlichkeit nachzuweisen war. Auch der Jude K'ippold war als �Kammerdiener"
und M�nzmeister der kurf�rstlichen Kammer attachiert.
1 Riedel, Cod. dipl. lirandenb. 5applementb?n& S. (9|f. � 3 jforfdjumieit ,^iir branden!', mit� pren�. Geschichte >7, 258.
�
3 a. a. 05. i, j66. � 4 a. a. O, n, z, s, 320.
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