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Die Hohenzollerngruft in der Pfarrkirche zu Küstrin

Full text: Die Hohenzollerngruft in der Pfarrkirche zu Küstrin

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Tatsachen hat die vom K�nige eingesetzte Nntersuchungskommission festgestellt. Va ist es �un wahrscheinlich, da� einige
Soldaten in die von den 23omben freigelegten �rufte gekommen sind 11116 Me Sarge, in denen fie Sch�tze vermuteten,
gewaltsam ge�ffnet haben. Hierbei sind fie �berrascht worden und haben in der (Eile zwei Sch�del in einen Sarg geworfen.
Sobald man den Regierungspr�sidenten von dem Funde benachrichtigt hatte, kam er nach A�stnn, besichtigte
die Gr�fte und lie� von einem Regicrungsbaurate einen plan 311 ihrer Wiederherstellung anfertigen und dein Aron-
Prinzen einsenden. Nachdem dieser den Entwurf genehmigt hatte, begann der Ausbau, dessen H�ften die Stadt A�strin
freiwillig �bernahm. �Schwer und m�hsam waren die Restaurationsarbeiten. Ehe der Ausbau des Gew�lbes begann,
mu�ten die Sarge und der Schutt entfernt werden. Der Schutt unter dein markgr�flichen Sarge wurde durch ein Sieb
geworfen, die gefundenen Anochcnresle wurden sauber gesammelt. Trotz sorgf�ltigster Nachforschung war eine Spur
des Sch�dels dabei nicht zu finden. Der andere Sarg, nach der Aufschrift der der Markgr�fin, wurde vollst�ndig
ge�ffnet. Die Ueberreste auch dieses Sarges wurden herausgenommen und gleich denen des Markgrafen in einer
Holzkiste verwahrt. Die metallenen S�rge wurden nun herausgeholt. Der Deckel von dem Sarge der Markgr�fin
wurde nach einer Berliner Sargfabrik geschickt, um a?s Modell bei der Anfertigung der den alten genau nachzubildenden
beiden Ersatzs�rge 311 dienen. Zugleich mit diesem Sargdeckel sandte man auch den n�rdlich stehenden prinzensarg,
dessen Scitenwand ausgesogen und dessen Deckel durchl�chert war, zur Reparatur nach jener Fabrik. Er wurde gerade-
gebogen und bekam einen vollst�ndig neuen Deckel, auf dem das alte RruZifix wieder befestigt wurde. Von allen
S�rgen blieb nur der s�dlich stehende, am besten erhaltene Arinzensarg unter der Erde." 1
Nun ging es an den Ausbau der Gew�lbe. Man verband sie durch einen Gang miteinander und stellte zu
beiden einen gemeinsamen Eingang von dein Vorr�ume vor der Sakristei aus her. Der alte Eingang zu der mark-
gr�flichen Gruft halte nach einer Beschreibung der Airche aus dem )ahre �von der Seite der gro�en Apotheke",
also von der Stra�e her, in die Gruft gef�hrt.
�Inzwischen waren die neuen S�rge," hei�t es bei Troschke weiter, �angekommen. Es wurden nun in den
einen, der die Gebeine des Markgrafen aufnehmen sollte, zun�chst ein Holzkasten hineingesetzt, der an den Seiten noch
so viel Rauni lie�, da� die Reste des alten Metallsarges herum- und hineingedr�ckt werden konnten. In den Holz-
cinsatz legte man die gesammelten Gebeine. Darauf kam der Holzdecke! und auf diesen der Metalldeckel, der verl�tet
wurde. Entsprechend verfuhr man mit dem Sarge der Markgr�fin. Auch hier wurden die alten Metalls�rge ein-
gelegt, sowie die Tr�mmer eines Holzsarges, die man noch in ihrem alten Sarge gefunden hatte. Endlich wurde
auch der eine prinzcnsarg wieder an seine Stelle gebracht und mit einen: Holzeinsatz versehen; in diesen tat man die
gefundenen Gew�nder und Gebeine, auch die zwei Sch�del, wieder hinein; der Holzdeckel kam dar�ber, der besch�digte
alte Deckel wurde aufgedr�ckt und der neue Metalldeckel mit den: alten Aruziftr wurde verl�tet. Die an den Prinzen-
sargen befindlichen Wappen waren nach den Wappentafeln in der Iohanniterkirche zu Sonnenburg neu gemalt worden."
Am August �bergab der A�striner Magistrat als Vauherr die F�rstcngruft dem Gemeindekirchenrat
der Pfarrgemeindc; und es wurde beschlossen, die Besichtigung den sich beim Auster Meldenden zu gestalten. In,
Jahre darauf, am 25. Ilmi nahm Kronprinz Friedrich-Ivilhelm bei seiner Durchreise nach Sonnenburg zum
Grdensfest Gelegenheit, die Gruft aufzusuchen. Er beauftragte den B�rgermeister, den Bewohnern A�strins noch-
mals � es war bereits schriftlich geschehen � seinen Dank f�r ihre vercitwilligkeit auszusprechen, mit der sie seinen
Wunsch erf�llt hatten. Am 2H. Oktober besuchte Kaiser Wilhelm II,, als er zu den Enth�llungsfeierlichkciten
nach A�strin gekommen war, die Gr�fte.
Ueber dein Eingange zu den Gew�lben befindet sich eine Tafel mit folgender Inschrift:
Auf Anregung [ Sr. K. K.Hoheit des Kronprinzen > des Deutschen Reiches und von
Preussen wiederhergestellt | durch die Stadt Cucstrin | MDCCCLXXXII.
1 (Einer Z>tirfielt11 des Jlrdjibiafoims Croschke �bet die Auffindung der F�rstcngrnft entnommen; abgedruckt in einem K�flriiicr
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