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Die Hohenzollerngruft in der Pfarrkirche zu Küstrin

Full text: Die Hohenzollerngruft in der Pfarrkirche zu Küstrin

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anlegen lassen und f�r seine beiden T�chter bestnnmt; es hat aber von ihnen keine darin Aufnahme gefunden. Die
�ltere, Elisabeth, die mit dem Markgrafen Georg-Friedrich vom Ansbach verheiratet war, starb auf einer Reise nach
K�nigsberg in Preu�en und ist dort beigesetzt; die j�ngere Tochter, die Aurf�rstin Katharina, ruht im Berliner Von�.
Daf�r sind in der A�ftriner Gruft zwei andere Mitglieder aus dem Hause der Hohenzollern bestattet, die Markgrafen
Friedrich und Georg 'Albert, S�hne des Aurf�rsten Johann
-
Georg. Veide waren nacheinander Herren melfter des
Johanniter-Vrdcns im benachbarten Sonnenburg gewesen, hatten aber im A�striner Schlosse residiert; Friedrich starb
\6\\ im jugendlichen Alter von 23 Jahren und Georg-Albert drei Jahre spater, mich erst 2\ Jahre alt.
Trotzdem Markgraf Johann einer der tatkr�ftigsten Herrscher unseres Hohcnzollerngeschlechtes ist, so ist immer
noch feine Vedeutung zum Teil unbekannt, zum Teil wird sie auch verkannt. Es fehlt bis jetzt an einer ersch�pfenden
Darstellung seines kebcns, die feine Verdienste nicht blo� uni die Neumark, sondern um die ganze Mark und um das
evangelische Deutschland in gerechter Weise w�rdigt. Ein Denkmal aus Erz hat ihm vor wenigen Jahren die Stadt
A�strin gesetzt. Sogar die St�tte, wo er ruht, geriet bald in Vergessenheit. Schon zu Veginn des Jahrhunderts
war nicht einmal in A�strin mehr der Eingang zu der F�rstengruft bekannt. In H�uslers Viographie n�mlich hei�t
es: �Au�erdem ist zu merken, da� der Eingang in das f�rstliche Gew�lbe nach und nach unbekannt geworden war;
und man hat zwar geglaubt, da� der hochf�rstliche A�rpcr unter dem Altar liege, weil es die alabasterne Schrift
deutlich zu verstehen gibt; aber es ist doch der Eingang dazu verloren geblieben, bis er vor etlichen Jahren bei Er�ffnung
eines andern Begr�bnisses unverhofft gemerkt worden, aber auf ausdr�ckliches hohes Verbot uner�ffnet geblieben."
Am August wurde die ganze innere Stadt A�strin mit Ausnahme von drei Geb�uden durch die
Russen in Asche gelegt; auch das Schlo� und die Pfarrkirche wurden fast ganz zerst�rt. Sogar bis in die Gruft des
Markgrafen fanden die Vomben den weg. Die Decke des Gew�lbes wurde zum Teil durchschlagen und die Gruft
mit Schutt gef�llt. Nach dem Wiederaufbau der Pnvatgeb�udc, der vollendet war, schritt man zur Wieder-
herstellung der Airche. Hierzu benutzte man die Grundmauern und f�rderte den Vau so schnell, da� das Gotteshaus
bereits zu Vstern eingeweiht werden konnte. Bei dieser Eile aber dachte niemand an die Gruft; man lie� sie
in dein Zustande, in den sie durch das Vombardcment gebracht war; und nun geriet sie vollst�ndig in Vergessenheit.
Ueber Jahre hat sich niemand darum gek�mmert.
von der Auffindung der F�rstengruft im Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hat sich in
A�strin in kurzer Zeit eine eigenartige Sage gebildet, die man dort vielfach zu h�ren bekommt. Man erz�hlt, um
jene Zeit fei ein Vlitz in die Airche gefahren und habe die Gruft mit den S�rgen freigelegt. Aber nicht durch einen
Zufall, fondern durch eifriges Suchen ist sie wiederaufgefunden worden. Den Ansto� hierzu gab der damalige Aron-
prmz Friedrich-Wilhelm, der sp�tere Aaifer Friedrich III. Dieser fragte n�mlich im Jahre bei dein Regierung^
Pr�sidenten in Frankfurt a. Gder, den, Grafen Villers, an, ob in A�strin ein Denkmal f�r den Markgrafen Johann
vorhanden sei. Der Pr�sident wandte sich infolgedessen an den Gberprediger der Pfarrkirche und wies auf eine
Nachricht der Seyffertschen Chronik hin, wonach der Markgraf unter dein Hauptaltar der Pfarrkirche beigesetzt sei.
Gleichzeitig fragte er, ob das Gew�lbe mit den S�rgen und der in der Chronik beschriebenen Tafel noch vorhanden
oder durch das russische Bombardement vernichtet sei. Da beschlo� die Pfarrgemeinde, auf ihre Aosten Nachgrabungen
anstellen zu lassen, und beauftragte damit einen Regierungsbauf�hrer.
Man begann mit den Arbeiten unter der s�dlichen der zum Hochaltar hinauff�hrenden Treppen und stie�,
als mau hier einen Fu� tief den Schutt ausgehoben hatte, auf ein Gew�lbe; es war die Gruft der beiden Prinzen.
Der eine der S�rge war wohl erhalten; bei dem anderen, dem des Prinzen Gcorg-Albert, war die eine k�ngswand
seitlich ausgebogen. Sein Deckel, der nur lose auf dein Sarge lag, zeigte mehrere kreisrunde t�cher, bis zum Durch-
messer von ;o cm, die wahrscheinlich von russischen Vomben herr�hrten. Am auffallendsten war es, da� in diesen,
Sarge zwei Sch�del lagen.
Erst nach langen und beschwerlichen Arbeiten, denn die Prinzengruft war nach allen Seiten vermauert, fand
man das Gew�lbe des Markgrafen, aber in dem trostlosesten Zustande, Der an der Nordscite stehende Sarg -^ es
        
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