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Die Hohenzollerngruft in der Pfarrkirche zu Küstrin

Full text: Die Hohenzollerngruft in der Pfarrkirche zu Küstrin

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mit gegossenen lateinischen Versalbuchstaben folgende Inschrift zu finden." Vei f�nfter 1 hei�t es kurz: �Vas f�rstliche
Begr�bnis hat sich Markgraf Hans sechzehn Jahre vor seinem Code Herrichten lassen." Vielleicht war es der Tod
seiner inniggeliebten Mutter, Juni der den F�rsten veranla�t, gerade in diesem Jahre seine eigene Gruft
erbauen 511 lassen. Hierzu erw�hlte er einen Platz unter dein Hochaltar der Pfarrkirche. (Er lie� dort ein schlichtes
Gew�lbe ausmauern und an der n�rdlichen wand desselben eine eherne Tafel mit einer Inschrift befestigen. /
Aus dieser Airche hatte Johann nach Einf�hrung der lutherischen kehre alles, was an den katholischen �Gottes-
dienst erinnerte, besonders eine Anzahl Alt�re, entfernen und daf�r im Jahre einen Hochaltar erbauen lassen.
Dieser, der ganz mit Alabaster �berlegt und in Venedig hergestellt war, bildete die Hauptzieroe des Gotteshauses.
Das Altarbild stellte den triumphierenden Erl�ser dar, zu dessen F��en Tod und Teufe! lagen. Ueber dem Vildc
las man die vergoldeten Worte: �T^o suin re�urrectio et vita." Joh. 25. Da� unter diesem Altar sich die
Grabst�tte des Markgrafen befand, darauf deutete folgende, sp�ter eingemei�elte Inschrift:
�Hac parva Magnus requiescit Marcbio in urna,
Marchio, quem pietas luget et alma fides-
Inderin quantug fuerit tu quicrcrc noli;
Heroik titiilos vesper et ortus habent.
Diese Verse hat H�nfler folgenderma�en verdeutscht:
�Vcr gro�e Markgraf schl�ft in dieser kleine� Aammer.
Die Gottesfurcht und (Treu beweinen ihren Hammer.
Du darfst, wie gro� er war dem Reiche, gar nicht fragen;
?5 kann dir Ost Mld West die Qelbennamcii sagen."
Au�er diesen Versen erinnerte in der Pfarrkirche noch ein eigenartiges Monument an den Markgrafen uno
seine Familie. Auf dem Altar erblickte man. aus Marmor ganz in Lebensgr��e ausgehauen, die Statuen des F�rsten,
seiner Gemahlin und seiner beiden T�chter, wie sie, vor dem erw�hnten Vilde knieend, die H�n�e zu Jesu ausstrecken.
Diese Standbilder hat die j�ngere Tochter Johanns, die Gemahlin des Aurf�rsten Joachim-Friedrich, herstellen lassen,
die auch sonst viel f�r die Ausschm�ckung der Kirche im Innern getan hat. Von dein Vildnis des Markgrafen
finden wir bei H�nfler folgende ausf�hrlichere Beschreibung: �Vor anderem verdient besondere Vewundcrung die Statue
des Markgrafen. Es ist recht k�nstlich Sr. Durchlaucht Degen, den er um hat, nebst einem silbernen Anopfe, Griffe
und Grtband und einer silbernen Aette, so da wiegt vierundvierzig tot, worauf, n�mlich auf dem Griffe, steh! in
Silber auf einer Seite Sr. Durchlaucht Portr�t, auf der andern Seite von gleichem Metalle der Markgrafin Vildnis,
etwas erhaben und wohl poliert, auf der Scheide aber in Silber Adam und Eva mit dem Vaumc der Erkenntnis
und der Schlange; alles sauber und k�nstlich gemacht mit der Jahreszahl � � Dies ist in diesem
Jahre da es einhundertdreizehn Jahre gestanden, renoviert, auspaliert und neu �bergoldet worden." teider
ist auch dieses Denkmal bei der Ein�scherung A�strins durch die Russen, August g�nzlich vernichtet worden.
Am 15. Januar 5 starb Markgraf Hans, im 58. Jahre seines kebens und im 36. seiner Regierung,
und wurde am Februar unter gro�en Feierlichkeiten, an denen Aurf�rst Johann-Georg und Aurprinz Joachim-
Friedrich teilnahmen, in der von ihm erbauten Gruft beigesetzt. Ausf�hrlich schildert die Vestattung der General-
Superintendent Toelestin, der den Markgrafen auf den Tod vorbereitet hatte, in der Schrift: �Verzeichnus, wie es bei
dem Vcgrcbnus des Durchleuchte, Hochgeb. F�rsten und Herrn, Hrn. Johansen, Marggr. zu Vrandenburg etc. zu
C�strin, mit der Proze�ion und Solenniteten ist gehalten worden, den Tag Februar� Drei Jahre
sp�ter, im Mai fand auch die Markgr�fin Aatharina daselbst ihre letzte Ruhest�tte.
Neben diesem Gew�lbe, mit ihm durch einen schmalen Gang verbunden, befindet sich ein anderes, das gerade
so gro� ist, da� darin, wie in dem ersten, zwei S�rge Platz finden, wahrscheinlich hat auch dieses der Markgraf
1 �Der gro�e Nahm, welchen Se. Durchleuchte Ejerr t^err Johannes, Markgraf zu Vra�de�burg " Handschriftlich,
Ms. Bgrubs. t^oE. 222 ouf der A�nigl. Vibliotl^ek zu Verlin.
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