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Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

Full text: Friedrich der Große und Joseph II. in Neiße-Neustadt

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ba� man nicht an chic Allianz mit ihm dachte; h�chstens, da� man, wie Kauutt? im Dezember (770 vorschlug, mit
der Erwerbung �on Kurland und Seingallen ihn abzuspeisen plante.
Hut langsam war der Entschlu� 311111 Kriege in den Gestern ichern herangereift. Noch im Fr�hjahr \77O
hatten sie bas Anerbieten der T�rken, mit ihnen gemeinschaftliche Zache zu machend abgelehnt. Erst als Katharina II.
ihre Forderungen erhob, die bas Gleichgewicht des Orients 511 ft�ren 11116 den Vesterreichern die Nachbarschaft
Ru�lands zu bringen drol?ten, �116 als sie statt der Vermittelung nur die �guten Dienste" Vestcrreichs und Preu�ens
annehmen wollte, erfolgte der Umschlag. 311 den Veratungen am Kaiserhofe wurde der Gedanke aufgeworfen, da�
man den 2Nachtzuwachs Ru�lands mit dein 5chwerte in der Hand verhindern oder durch eigene Vergr��erung paralysieren
muffe. Da K�nig Friedrich sich dem Werben Vcsterreichs versagte, schlo� man mit den �E?rFen das vor einem Jahr
zur�ckgewiesene V�ndnis ab.
?in letzter versuch, K�nig Friedrich f�r den Kampf gegen Ru�land zur Neutralit�t Zu verpflichten, scheiterte,
war mit seiner Ablehnung der innere Vruch vollzogen, so dauerte �u�erlich dag Einvernehmen noch fort. Aber die
Kluft erweiterte sich unaufh�rlich, 3m Oktober \77\ machten die Vesterreicher den versuch, auf Kosten Friedrichs
sich mit Ru�land direkt zu verst�ndigen; nach neuen Veratungen zu Anfang des Wahres l7?2 entschlossen fie sich, da
Frankreich seine Beteiligung verweigerte und der Krieg allein im Vunde mit den Offen gegen die vereinigte ZT?actjt
Ru�lands und Preu�ens als zu gef�hrlich erschien, auf den offenen Kampf zu verzichten und dem Vertrage zwischen
Katharina und Friedrich �ber die Teilung Polens beizutreten, um selber nicht leer auszugehen. Immer weiter f�hrten
indessen die �Pege GeslerN'ichs und Preu�ens auseinander, und noch vor Ablauf des Jahrzehnts, in das man ein-
getreten, standen sich abermals die beiden 2N�chte im Felde gegen�ber.
Es hie�e nach alle&cm, die Bedeutung der A?onarchenzusammenk�nftc in Nei�e und Neustadt verkennen, wollte
man ihnen eine gr��ere politische Tragweite beimessen. Denn weder war roll der Ceilung polens, wie sp�ter gefabelt
worden ist, dort auch nur mit einer Silbe die Rede, noch kam auch, trotz der vor�bergehenden Erwartung des K�nigs,
ein SYftetmi)ed)fel in Frage, erkl�rte doch Friedrich selbst dem Kaiser, er werde die Allianz zwischen beiden Staaten
nicht mehr erleben, und ebenso erwiderte er feinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, der weitergehende Hoffnungen an
die Hei�er Cage kn�pftet er folle ihm glauben, nicht er mehr werde den Vuni� �sterreichs und f)reu�ens zur
Reife bringen; beim nicht nur muffe die Zeit die Erinnerung an das Vergangene ausl�schen, sondern auch ein
v�lliges Vertrauen m�sse sich einstellen und die Kaiserin-K�nigin ihren Ha�, den fie seit 30 Jahren gegen ihn
gen�hrt habe, vergessen."
Aber auch nach dem Tode der beiden Hauptpersonen, die den Kampf gegeneinander gef�hrt hatten, stand die
Allianz zun�chst noch au�er aller Frage. Als im Dezember Kaiser Joseph II. den Gedanken daran aufwarf
und ausf�hrte, da� die Verst�ndigung zwischen Vcsterrcich und Preu�en ihnen das oberste Ansehen in Europa geben
werde, da widersprach ihm Kaunitz und erkl�rte, mit dein Hinweis auf ihren Antagonismus, die Politik der beiden
M�chte f�r unvereinbar^
1 vgl. 5. ut. � 3 Vgl. t>ol3, Forschungen, Nd. \s, 3. <65f.
�
8 Der K�nig an Hl'innch, 26- ZToocm&er *769: p.?. 29, 225. �
4 vgl. von Saufe, Vie deutschen M�chte und der Fiirstcnbund, Nd. I, 5. 297 ff. und Vd. N, 5.2<)8ss. (teigig 5�?lf-).
        
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